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Nico Rosberg wartet seit 92 Formel-1-Rennen auf seinen ersten GP-Sieg © getty

Nico Rosberg sieht Mercedes im Aufwind. Er bekennt sich zum Team, nimmt es aber auch in die Pflicht: "Das muss etwas werden!"

Von Julian Meißner

München - Sein sechstes Jahr verbringt Nico Rosberg nun in der Formel 1, an die Schnelllebigkeit des Geschäfts wird er sich also gewöhnt haben.

Das Wechselbad der Gefühle, das er derzeit mit dem Mercedes-Team erlebt, dürfte dennoch eine neue Erfahrung für ihn sein.

Als Rosbergs Rennstall nach guten Tests zu Saisonbeginn den hohen Erwartungen weit hinterherfuhr, hagelte es Kritik, sofort kamen die ersten Wechselgerüchte auf.

Doch nachdem Rosberg beim dritten Rennen des Jahres in Schanghai erste Führungsrunden im Silberpfeil absolvierte und nur durch einen Fehler bei der Berechnung der Benzinmenge um ein besseres Ergebnis als Platz fünf gebracht wurde, ist die Welt bei Fahrer und Team wieder weitgehend in Ordnung (NEWS: Rosberg hat Tank-Panne verdaut) .

Appell ans Team

"In meinen Gedanken spielt das Weggehen momentan keine Rolle", erklärte der 25-Jährige, der angeblich aufgrund einer Ausstiegsklausel Ende 2011 aus seinem Vertrag aussteigen könnte, nun in der "BamS".

Er lieferte zwar ein Bekenntnis zur "deutschen Nationalmannschaft" ab, nahm sein Team jedoch auch in die Pflicht: "Ich glaube fest daran, dass unser Projekt etwas wird. Das muss was werden. Noch mal: Das muss etwas werden!"

Bittere Enttäuschung über Platz fünf

Nach dem Großen Preis von China war Rosberg noch am Boden zerstört gewesen.

"Ich habe mich selbst so noch nie erlebt", sagte er rückblickend: "Ich war völlig fertig. Ich war nicht sauer, aber tief enttäuscht. Mir war zum Heulen zumute. Nur Fünfter statt Erster - ich musste nach dem Rennen ein paar Minuten allein sein."

Siegpotenzial geweckt?

Doch mit etwas Abstand betrachtet fällt sein Fazit des Rennens im Reich der Mitte positiv aus. Der Knoten sei geplatzt, so Rosberg, und: "Das Auto hat für mich jetzt Siegpotenzial."

Warum der MGP W02 plötzlich so viel schneller ist, obwohl zwischen den Rennen in Malaysia und China nur eine Woche Pause war, stellt jedoch sogar den Piloten vor ein Rätsel. "Das müssen wir selbst noch besser verstehen."

[kaltura id="0_94lj98z0" class="full_size" title="Rosberg erkl rt sein Lenkrad"]

Man habe "einfache Dinge" wie Dämpfer, Federn und Stabilisatoren verändert: "Alles wurde neu eingestellt, pures Schrauben, zurück zur Basis."

Ganz offensichtlich haben die Ingenieure der Silber-Crew die richtigen Schrauben angepackt. Mercedes' Kernproblem bleibt jedoch der Speed im Qualifying.

Weshalb Rosberg auch weitere Verbesserungen am Boliden, den er unlängst noch als "Gurke" bezeichnet hatte, fordert: "Hoffentlich steigern wir uns weiter".

"Ich nehme es mit jedem auf"

Auch wenn Rosberg betont, es gebe keinen Grund, in Euphorie zu verfallen, das Selbstbewusstsein des Weltmeister-Sohns hat unter den schweren Tagen zu Saisonbeginn nicht gelitten.

Auf die Frage, mit welchem Weltmeister er es am ehesten aufnehmen könnte, Fernando Alonso, Lewis Hamilton oder Sebastian Vettel, antwortete Rosberg:

"Das ist mir wirklich egal. Das sind drei Topfahrer. Ich nehme es mit jedem von ihnen auf. Ich habe jetzt schließlich den Rekordweltmeister und besten Fahrer aller Zeiten im Team."

Rosbergs Teamkollege Michael Schumacher hatte in bislang allen drei Quali-Duellen der Saison das Nachsehen.

In der WM steht es 10:6 für Rosberg.

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