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Adrian Sutil holte in der letzten Saison 47 WM-Punkte im Force India © getty

Das Team um Adrian Sutil erlebt einen Stotterstart in die Saison. Die Gründe dafür reichen bis in den Winter zurück.

Von Tobias Wiltschek

München - Adrian Sutil ist für seine positive Einstellung bekannt. Doch die derzeitige Situation bei seinem Team Force India treibt dem Formel-1-Piloten aus dem bayerischen Gräfelfing die Sorgenfalten ins Gesicht.

Nach Platz neun zum Auftakt in Melbourne zeigt die Ergebnis-Kurve beim 28-Jährigen nach unten. Weder in Kuala Lumpur noch in China konnte sich Sutil in den Punkterängen platzieren. (DATENCENTER: Fahrerwertung)

Seinem neuen Teamkollegen, dem aktuellen DTM-Champion Paul die Resta, ergeht es bislang nicht viel besser. Wie Sutil weist auch der Schotte magere zwei WM-Pünktchen auf.

Zahltreiche Probleme

Die Gründe für den Stotterstart der "Kraft aus Indien", wie das Team auf Deutsch heißt, sind vielfältig: Aerodynamik-Probleme, Schwierigkeiten mit den neuen Reifen, aber auch Pech in Rennsituationen.

"Am Start haben wir die Aerodynamik-Balance nicht ganz richtig hinbekommen", erklärte di Resta nach dem Großen Preis von China, bei dem es für ihn nur zu Platz elf reichte.

Sutil: "Konzept kurzfristig geändert"

Sutil haderte indes mit den neuen Pirelli-Pneus: "Wir hatten Probleme mit den Reifen. Sie hielten nicht so lange, wie wir dies erwartet hatten. Ich hatte auf ihnen die gesamte Zeit zu kämpfen."

Dazu kam, dass der Bayer wegen einer Kollision mit Sauber-Pilot Sergio Perez keine Chance mehr hatte, in die Punkteränge zu fahren.

Das Hauptproblem liegt bei Force India jedoch nach wie vor in der Entwicklung des Autos, die erst sehr spät eingesetzt hat - offenbar zu spät. "Wir haben im Dezember das Konzept des Autos kurzfristig geändert", sagte Sutil vor Saisonbeginn der "FAZ". Das sei so nicht geplant gewesen.

Keine Kampfansagen mehr

Bei "auto, motor und sport" bat er daher um Geduld: "Wir brauchen noch ein bisschen mehr Zeit, um die letzten Entwicklungen und die Aerodynamik des neuen Autos zu verstehen."

Zum selben Zeitpunkt der vergangenen Saison klang der Force-India-Pilot noch zuversichtlicher. Damals richtete er sogar eine Kampfansage an die Top-Fahrer und wollte "dicht an die Top fünf oder sechs" heranfahren.

Mittlerweile klingt Sutil schon etwas vorsichtiger: "Wir wollen mindestens den sechsten Platz in der Teamwertung. Den haben wir im Kampf gegen Williams im Vorjahr nur um einen Punkt verpasst."

Willkommene Pause

Zumindest dieses Ziel erscheint realistisch. Nur drei Punkte beträgt der Rückstand auf Sauber, das derzeit den sechsten Rang in der Teamwertung einnimmt.

Sutil hoffte, schon beim kommenden Grand Prix in der Türkei am 8. Mai eine Trendwende einleiten zu können und begrüßte die lange Pause vor dem vierten Rennen der Saison.

In dieser Zeit wollten er und sein Team verstärkt daran arbeiten, dass "wir sowohl die Qualifying- als auch die Rennperformance auf die Reihe bekommen". Auf dem Otodrom nahe Istanbul wird man sehen, wie erfolgreich sie dabei gewesen sind.

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