vergrößernverkleinern
Mark Webber liegt in der WM-Wertung mit 37 Punkten auf dem vierten Rang © getty

Vor dem Türkei-GP werden Erinnerungen an den Crash vom vergangenen Jahr wach. Mark Webber stichelt gegen den Teamkollegen.

Von Olaf Mehlhose

München - Es war der Tiefpunkt der vergangen Saison.

Der spektakuläre Crash zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber beim Türkei-GP kostete die bis dahin souverän führenden Red-Bull-Piloten den Doppelsieg.

Nach dem unnötigen Zusammenstoß in Runde 40 beendete Vettel das Rennen im Kiesbett, Webber wurde nach einem Notboxenstopp immerhin noch Dritter. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer) .

Nach dem Rennen kochten die Emotionen hoch, die beiden Fahrer schoben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. Allerdings wurde die Schuldfrage nie endgültig geklärt.

Gestörtes Verhältnis

Fakt ist aber, dass das Verhältnis der beiden Red-Bull-Stars nicht mehr dasselbe ist: Seit dem Unfall herrscht Eiszeit.

Dass Vettel ihm im letzten Moment den WM-Titel vor der Nase wegschnappte, machte die Situation für Webber sicherlich nicht einfacher. Red-Bull-Teamchef Cristian Horner bezeichnete Vettels Triumph im nachhinein sogar als "Worst-Case-Szenario für Mark". (BERICHT: Vettels Titel schockte Webber)

Webber schöpft Hoffnung

Und auch die neue Saison begann enttäuschend: Während Vettel aus den ersten beiden Rennen zwei Siege einfuhr, verpasste Webber beide Male den Sprung auf das Podium.

Doch seit seiner grandiosen Aufholjagd in Schanghai, als er vom 18. Startplatz noch auf Rang drei vorfuhr, wittert der Australier Morgenluft - und stichelt gegen den internen Rivalen.

Es sei "ein guter Tag für den Rennsport", kommentierte der 33-Jährige Vettels zweiten Platz beim Großen Preis von China: "Schade, dass McLaren gewonnen hat, aber wir alle durften Seb (Sebastian Vettel, d. Red.) nicht zu weit davonziehen lassen." (BERICHT: Hamilton bricht Vettels Serie)

"Er ist nicht unschlagbar"

Was ebenso heißt: Trotz 31 Punkten Rückstand auf seinen Teamkollegen hat Webber den Kampf um die WM-Krone noch lange nicht aufgegeben.

[kaltura id="0_94lj98z0" class="full_size" title="Rosberg am Steuer"]

Ganz im Gegenteil: Er glaube weiterhin, dass er Vettel im direkten Duell besiegen könne. Dabei seien die Erfahrungen der vergangenen Saison eine besondere Motivation, die Lücke auf den Konkurrenten im eigenen Team zu schließen, sagte Webber.

"Ich bin fest entschlossen. Ich habe im letzten Jahr um den Titel gekämpft, und ich will es wieder tun", stellte der WM-Vierte gegenüber "La Stampa" klar: "Sebastian ist sehr schnell und hat mittlerweile auch genügend Erfahrung, aber er ist nicht unschlagbar. Ich möchte nicht über seine Schwächen sprechen, aber wir haben sie alle."

Webber geht in die Offensive

Auch gegenüber seinem Rennstall ging Webber in die Offensive. Falls sein Vertrag am Ende der Saison nicht erneuert werde, könne er sich durchaus vorstellen, zu einem anderen Team zu wechseln.

Damit widersprach er der Aussage Horners, der zuvor die Meinung vertreten hatte, dass Webber wohl aufhören werde, sollten die "Bullen" seinen Vertrag nicht verlängern.

Webber dagegen erklärte, dass er seine Möglichkeiten ausloten werde, falls er das Gefühl habe, er müsse noch persönliche Ziele erreichen.

"Mit der Saison endet auch mein Vertrag bei Red Bull", sagte der sechsmalige Grand-Prix-Gewinner: "Wir werden sehen, ob das Team mich nicht mehr will. Dann muss ich mir die Frage stellen, ob ich meinen Helm an den Nagel hängen oder mir ein neues Team suchen soll."

Erneuter Crash

Zunächst sind in dieser Saison aber noch 16 Rennen zu absolvieren. Damit bleibt Webber ausreichend Zeit, sich bei seinem jetzigen Arbeitgeber für einen neuen Vertrag zu empfehlen und gleichzeitig Vettel ein Schnippchen zu schlagen.

Die nächste Chance bietet sich bereits am kommenden Wochenende - ausgerechnet beim Türkei-GP (Training, Fr., ab 13 Uhr im TV auf SPORT1).

Es bleibt allerdings zu hoffen, dass sich Webber nur verbal auf Crashkurs befindet und ein Deja-vu auf dem Istanbul Park Circuit ausbleibt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel