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Patrick Head ging bereits 1977 als leitender Ingenieur zum Rennstall von Frank Williams © getty

Nach dem Horror-Start beginnt beim britischen Rennstall der große Umbruch: Head und Michael verlassen Williams, Coughlan kommt.

Grove - Mitbegründer Patrick Head und Teamchef Sam Michael gehen, "Spion" Mike Coughlan kommt:

Beim börsennotierten Formel-1-Rennstall Williams steht nach dem enttäuschenden Start in die Saison 2011 ein personeller Umbruch ins Haus. (DATENCENTER: WM-Stand)

Wie das Team am Dienstag bekannt gab, werden Patrick Head, der Technische Direktor Sam Michael und Chef-Aerodynamiker Jon Tomlinson Williams verlassen.

Dafür wird ab Juni der frühere McLaren-Mitarbeiter Coughlan nach Ende seiner zweijährigen Sperre im Zuge der Spionage-Affäre von 2007 als neuer Williams-Chefingenieur in die Königsklasse zurückkehren.

Abschied nach 34 Jahren

Der 65-jährige Head hatte seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft bereits im Februar angekündigt.

"Ich möchte dem Team aber in einer leitenden Funktion erhalten bleiben, zum Beispiel als Direktor der Williams Hybrid Power", sagte der Brite, der den Rennstall gemeinsam mit Frank Williams 1977 gegründet und eine ganze Reihe von Weltmeisterautos entworfen hatte.

Head wird sich "irgendwann im Laufe des Jahres zurückziehen, aber nicht, weil das Team komplett umgebaut wird, sondern weil ich 65 Jahre alt bin".

Coughlan kehrt zurück

Ein prominenter Zugang ist Heads 52 Jahre alter Landsmann Mike Coughlan, der vor seiner Zeit bei McLaren (2002 bis 2007) in der Formel 1 schon für Lotus, Tyrrell, Ferrari und Arrows gearbeitet hatte und vom Automobil-Weltverband FIA nach der Spionage-Affäre gesperrt worden war.

Er soll damals im McLaren-Auftrag von Ferrari-Mitarbeiter Nigel Stepney geheime Ferrari-Daten bekommen haben - McLaren wurde mit der Rekordgeldstrafe von 100 Millionen Dollar (damals 72 Millionen Euro) belegt.

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Lob von Williams

"Mike Coughlan ist ein guter Ingenieur mit großer Erfahrung in der Formel 1 sowie zivilen und militärischen Projekten. Er verließ die Formel 1 2007 wegen eines Verhaltens, von dem jeder weiß, dass es falsch war, und das er tiefgreifend bedauert", sagte Teamgründer Sir Frank Williams, der Coughlan eine neue Chance geben will.

Zudem sei die "zweijährige Sperre vor einiger Zeit abgelaufen, und Mike ist nun bereit, sich neu zu beweisen".

Michael und Tomlinson gehen

Williams bezeichnete die Verpflichtung von Coughlan als ersten Schritt im Umbau und in der Stärkung des technischen Personals.

In weiteren Schritten werden dann Michael nach zehn und Tomlinson nach fünf Jahren Williams am Saisonende verlassen.

Nach Aussage von Williams hätten beide erkannt, "dass die Teamleistung nicht auf dem Level ist, auf dem sie sein sollte".

Daher würden beide sich zurückziehen, um den Weg für notwendige Umstrukturierungen freizumachen.

Drei Rennen, null Punkte

Das Williams-Team, bei dem im Winter Nico Hülkenberg (Emmerich) seinen Platz räumen musste, hat mit dessen Nachfolger Pastor Maldonado (Venezuela) und Rubens Barrichello (Brasilien) in den ersten drei Rennen des Jahres noch keinen Punkt geholt.

Dadurch ist auch der Kurs der erst seit dem 2. März an der Frankfurter Börse notierten Aktie gefallen.

Williams holte seit der Gründung mit Alan Jones, Keke Rosberg, Nelson Piquet, Nigel Mansell, Alain Prost, Damon Hill und Jacques Villeneuve sieben Fahrer-Titel mit sieben verschiedenen Piloten und insgesamt neun Konstrukteurs-Titel.

Insgesamt kommt Williams auf 113 Rennsiege, davon sechs durch Ralf Schumacher und einen durch Heinz-Harald Frentzen.

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