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Michael Schumacher hat den Großen Preis von Spanien sechsmal gewonnen © getty

Der Kurs in Barcelona ist "ein echter Gradmesser". Schumacher verspürt einen Motivationsschub, Brawn hofft auf diverse Updates.

Von Julian Meißner

München - Das Staunen war groß, als Mercedes-Pilot Michael Schumacher im März bei den letzten Tests vor dem Saisonstart plötzlich die Bestzeit hinlegte.

In Barcelona wurde das Team quasi über Nacht vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger - allerdings war die Euphorie nur von kurzer Dauer.

Es folgte ein katastrophaler Saisonstart, mittlerweile haben sich die Silberpfeile mit deutlichem Abstand zur Spitze im Mittelfeld eingependelt (DATENCENTER: WM-Stand).

Nun kehren sie nach Sebastian Vettels Gala am Bosporus beim ersten echten Europarennen der Saison zurück auf die Strecke in Katalonien, die als der Referenzkurs schlechthin in der Formel 1 gilt.

Haug: "Echter Gradmesser"

Mercedes-Sportchef Norbert Haug spricht von einem "echten Gradmesser für Autos und Fahrer". Das Spezielle am Circuit de Catalunya sei seine Aussagekraft: "Ein Auto, das hier schnell ist, ist auf allen Strecken leistungsfähig.

Im Umkehrschluss: Wer in Barcelona nicht die Kurve kriegt, hat auf den anderen Strecken des Rennkalenders ebenfalls keine Aussichten auf den Sieg, zumindest nicht im Normalfall.

Die Zeit läuft davon

Wie schon im Debütjahr, als man den Erwartungen weit hinterherfuhr, wird es für die ambitionierte Crew um Rekord-Weltmeister Schumacher also langsam Zeit, den vielfach versprochenen Aufschwung endlich umzusetzen. Schon in Barcelona wird die Stunde der Wahrheit schlagen.

Danach folgt mit nur einer Woche Pause der außergewöhnliche Stadtkurs in Monaco, bevor es nach Übersee zum Kanada-Grand-Prix, dem siebten Saisonrennen, geht.

Im schlimmsten Falle wird man sich bei Mercedes etwas später schon wieder auf die Entwicklung des Boliden für die nächste Saison konzentrieren müssen, wie es bereits 2010 geschah.

2012 wird dann die finale Phase des Schumacher-Comebacks über die Bühne gehen, von dem er seit jeher betonte, ihm liege ein Drei-Jahres-Plan zu Grunde.

Reise ins Ungewisse

Noch gelten die Hoffnungen aber der Gegenwart. Laut Teamchef Ross Brawn sollen "ein neues Aerodynamikpaket sowie einige Verbesserungen an unserer Aufhängung" helfen, in Barcelona den Anschluss an die Spitze des Feldes herzustellen.

Nicht nur bei Mercedes herrscht Ungewissheit, was nach dem Boxenstopp-Festival von Istanbul für den Großen Preis von Spanien zu erwarten ist.

In der Vergangenheit stand Barcelona für langweile, prozessionsartige Rennen. Der Grand Prix wurde im Qualifying entschieden.

"Es wird interessant sein, die Auswirkungen von KERS, DRS und den Pirelli-Reifen auf einer Strecke zu sehen, auf der das Überholen grundsätzlich schwierig ist", sagt nun Schumacher.

Motivation ungebrochen?

Der 42-jährige Altstar, um den sich nach seinem Bekenntnis, er habe etwas die Freude an der Sache verloren, jüngst wieder vermehrt Rücktrittsgerüchte ranken, gibt sich voller Vorfreude.

Schumacher verkündete: "Ich war mit meinem Wochenende in der Türkei nicht zufrieden, aber als Team haben wir deutliche Anzeichen von Verbesserungen gesehen - das treibt mich noch mehr an und gibt meiner Motivation einen frischen Schub."

Schumacher weiter: "Beim Großen Preis von Spanien habe ich traditionell das Gefühl, dass die Europa-Saison richtig beginnt."

Es wäre weder der schlechteste Ort noch der schlechteste Zeitpunkt, um endlich wieder einmal für Aufsehen zu sorgen.

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