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Mit Platz vier erreichte Nick Heidfeld 2002 sein bestes Ergebnis in Barcelona © imago

Mit neuen Entwicklungen und viel Zuversicht reist Renault zum Spanien-GP an. Nick Heidfeld will es mit Ferrari aufnehmen.

Von Tobias Wiltschek

München - Der Grand Prix von Spanien soll für Renault zum großen Durchbruch werden.

Vor allem die jüngsten Entwicklungen am Auto sorgen beim Team von Nick Heidfeld für große Zuversicht. (DATENCENTER: WM-Stand)

Der Mönchengladbacher ist optimistisch, dass die Updates dazu beitragen, "unsere Performance zu steigern. Das gehört zu unserer aggressiven Entwicklungsstrategie."

Nachholbedarf beim Qualifying

Gleich sechs neue Teile werde man mit zum Circuit de Catalunya bringen, kündigt Technikchef James Allison an: "In Summe bringen sie bis zu eineinhalb oder zwei Zehntelsekunden pro Runde."

Heidfeld hofft, dass diese Verbesserungen das Team vor allem samstags weiter voran bringen. "Wenn wir bessere Qualifyings haben, dann eröffnen wir uns definitiv an jedem Sonntag bessere Möglichkeiten", sagt der 34-Jährige, der bislang in den Qualifikationen nur einmal in die Top 8 fahren konnte.

In den Rennen habe man bei Renault "generell den Speed, um es mit den vorderen Teams aufzunehmen". Die Podiumsplätze von Witali Petrow in Melbourne und Heidfeld in Kuala Lumpur bestätigen die These von "Quick Nick".

Schonender Umgang mit Reifen

Auch mit dem vergangenen Grand Prix in der Türkei (Bericht), als Heidfeld Siebter und Petrow Achter wurde, ist man bei Renault nicht unzufrieden.

In Barcelona will sich das Team nun weiter steigern. "Wir werden schnell richtig ins Arbeiten kommen, da das gesamte Team die Strecke gut kennt", verspricht Heidfeld.

Ein weiterer Vorteil für Renault: Laut Heidfeld geht der R31 im Vergleich zu manch anderen Autos schonend mit den neuen Pirelli-Reifen um.

Heidfeld will Massa angreifen

Aus diesen Gründen speist sich der Optimismus, auch weiterhin die großen Teams und deren Fahrer herausfordern zu können.

"Die Ferraris sind nicht weit weg", gibt sich Heidfeld angriffslustig. "Felipe Massa war in ein paar Rennen hinter mir, und von den Punkten liegt er nicht weit vor mir. Mein Ziel ist, ihn bald in der Gesamtwertung anzugreifen." (Alonso fordert mehr Mut)

Noch liegt der Brasilianer drei Zähler vor den punktgleichen Renault-Piloten.

Für Petrow ist die Konstellation, dass das Team auf eine erklärte Hierarchie verzichtet, kein Nachteil. "Wir kämpfen beide um Punkte. Das kann für das Team nur gut sein, denn das steigert unsere Performance", sagt der 26-Jährige.

Während sein deutscher Teamkollege bereits Platz drei in der Konstrukteurs-Wertung im Blick hat, will Petrow erst einmal den Status quo absichern: "Mercedes ist jetzt recht stark und nimmt uns ein paar Punkte weg. Also müssen wir konzentriert bleiben und noch härter arbeiten, um vor ihnen zu bleiben."

Gemischte Gefühle

Petrow reist mit gemischten Gefühlen nach Spanien. Einerseits gebe es dort viele Fans, die ihn unterstützten. Auf der anderen Seite hielt er den spanischen Volkshelden Fernando Alonso beim WM-Finale 2010 stundenlang hinter sich und raubte ihm damit die Hoffnungen auf den Titel.

Er hoffe, dass ihm die spanischen Fans auch weiterhin wohlgesonnen sind; "nach dem, was in der vergangenen Saison in Abu Dhabi passiert ist".

Das wird ihn jedoch nicht davon abhalten, auch in Barcelona alles dafür zu tun, den Ferrari-Star in Schach zu halten und vor ihm ins Ziel zu kommen.

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