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Schumacher (v.) und Rosberg kommen bislang zusammen auf magere 40 WM-Punkte © getty

In Barcelona meldet sich Michael Schumacher zurück. Doch etliche technische Probleme sorgen bei Mercedes für Unmut.

Von Tobias Wiltschek

Barcelona/München - Ausgelassene Freude herrschte bei Michael Schumacher nicht.

Rang sechs auf dem Circuit de Catalunya war zwar seine bislang beste Saisonplatzierung, doch die Stimmung beim Mercedes-Piloten pendelte sich irgendwo zwischen Zufriedenheit und Enttäuschung ein. (DATENCENTER: Ergebnis Rennen)

"Es ist etwas besser gelaufen, als ich mir vorher gedacht habe", sagte der Rekordchampion nach dem Großen Preis von Spanien. Damit dürfte er vor allem seinen Start gemeint haben, der ihn von Platz zehn bis auf Position sechs nach vorn katapultierte. 408045(DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

Schumi: "Das war eng"

"Ich habe es durch die Mitte probiert. Das war eng, aber glücklicher Weise hat es funktioniert", meinte der 42-Jährige zu seinem Husarenritt durch die ersten Kurven.

So angriffslustig hatte man den Oldie im Fahrerfeld lange nicht gesehen. Danach aber sind ihm und vor allem seinem Auto schnell die Grenzen aufgezeigt worden.

Unzufrieden mit den Reifen

"Die Fahrerei und die Balance waren heute ein echter Krampf", ärgerte sich Schumi. "Ich konnte das Auto zu keiner Zeit so nutzen, wie es hätte fahren können, da es die Reifen nicht zugelassen haben."

Dabei hatte er nach einem KERS-Ausfall auf eine gezeitete Runde im letzten Abschnitt des Qualifyings verzichtet, um einen Satz weicher Reifen zu sparen und beim Rennen zunächst die freie Wahl der Pneus zu haben. Allerdings sei es auf der Strecke sehr rutschig gewesen.

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Die Diskussionen über die Qualität der neuen Pirelli-Reifen, sie werden bei Mercedes weitergehen. (Schumi und Haug: "Durch dick und dünn")

Platz sechs für den sechsmaligen Sieger

Zumindest habe man "das Beste aus den Möglichkeiten herausgeholt", so Schumacher, dessen Bilanz von sechs Siegen in Barcelona noch lange Zeit unerreichbar sein wird. In diesem Jahr war mehr als Platz sechs nicht drin. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Diese Position musste er auch noch hart verteidigen - gegen seinen eigenen Teamkollegen. Nachdem Nico Rosberg von Schumacher beim Start überholt worden war, machte der 25-Jährige dem Rekord-Weltmeister mächtig Druck.

Seltsame Pannenserie

Am Ende verhinderte aber eine seltsame Pannenserie den Sprung weiter nach vorn. "Es hat nichts funktioniert heute", ärgerte sich der jüngere der beiden Mercedes-Piloten nach dem Rennen. "Der Heckflügel war defekt, das Trinken hat nicht funktioniert und das Radio auch nicht."

Ohne diese unangenehmen Umstände sei viel mehr drin gewesen: "Ich bin mir sicher, dass ich am Ende viel näher an die Spitze herangekommen wäre. Denn ich war heute ziemlich schnell."

Da er aber wegen des gebrochenen Heckflügels das DRS nicht nutzen konnte, lag er am Ende zum zweiten Mal in dieser Saison hinter seinem 17 Jahre älteren Teamkollegen. Mit den Plätzen sechs und sieben bleibt Mercedes in der Teamwertung Fünfter und damit hinter den Erwartungen zurück.

Beide Silbernen werden überrundet

Die Gesamtbilanz der Silberpfeile fiel nach dem fünften Rennen der Saison durchwachsen aus. Beide Fahrer kamen in die Punkteränge, wurden dabeu aber von den Top-Piloten überrundet. Diesen gravierenden Rückstand auf Red Bull und McLaren aufzuholen, bleibt die große Herausforderung.

Das packende Duell zwischen Schumacher und Rosberg sei für die Zuschauer toll gewesen, meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Mir wäre es aber lieber, wenn wir das mal auf Rang eins und zwei vorführen."

Nach dem Grand Prix von Spanien hörten sich diese Worte eher nach einem frommen Wunsch an als nach einer Kampfansage für das nächste Rennen in einer Woche in Monaco.

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