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Alonso (v.) hatte Webber zunächst überholt, wurde vom Australier dann aber überrundet © getty

Ist die Scuderia mit illegalen Mitteln gegen den Konkurrenten vorgegangen? Das behauptet die Teamführung von Red Bull.

Barcelona - Ferrari soll beim Großen Preis von Spanien (Bericht) angeblich den Boxenfunk des Rivalen Red Bull um Weltmeister Sebastian Vettel abgehört haben.

Dessen ist sich zumindest Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko sicher. "Wir haben gemerkt, dass Ferrari irgendeine Art Spionage hat", sagte Marko bei "RTL":

"Wir haben dem Mark (Webber, d. Red.) relativ spät gesagt, dass er reinkommen soll zum Boxenstopp. Und trotzdem hat es Alonso auch an die Box geschafft (408045Bilder). Die haben also auf uns reagiert."

Falle für Ferrari

Auch Teamchef Christian Horner war sich sicher, "dass Ferrari uns geschickt abgedeckt hat. Am Ende haben wir ihnen aber einen Köder angedreht, als wir die Crew rausschickten. Sie gingen tatsächlich auch raus, holten Fernando (Alonso, d. Red.) rein - und so kam Mark dann vorbei."

Abgesehen von der Falle verständigte sich Red Bull gegen Rennende offensichtlich durch verschlüsselte Kommandos. Die vom Boxenfunk veröffentlichten Gespräche am Schluss ergaben auf den ersten Blick jedenfalls keinen Sinn. Ferrari wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Neue Dimension der Spionage

Sollte wirklich der Boxenfunk abgehört werden, wäre dies in Sachen Spionage in der Formel 1 eine neue Dimension. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Erst vier Jahre ist es her, dass das damalige Team McLaren-Mercedes illegale Inforamtionen über die Autos von Ferrari erfahren hatte.

[kaltura id="0_do2pfk7q" class="full_size" title="Eine Runde in Barcelona"]

Dem Rennstall wurden dafür 2007 alle Punkte in der Konstrukteurs-Wertung aberkannt. Dazu musste McLaren 100 Millionen Dollar Strafe zahlen; die höchste Geldbuße, die weltweit im Sport verhängt wurde.

Touren durch die Startaufstellungen

Heutzutage holen sich die Teams ihre Informationen bei den Touren durch die Startaufstellungen. Dort bietet sich, anders als an den Tagen zuvor die Möglichkeit, die Boliden der Rivalen zu beobachten.

Dabei werden oft hochauflösende Fotos von den Autos geschossen, zudem machen sich Teammitarbeiter eifrig Notizen.

"Es ist immer einen Blick wert, was die anderen so tun", sagte Mercedes-Teamchef Ross Brawn: "Im Zeitalter der Digitalkameras bekommen wir sowieso die ganzen Informationen. Aber es ist immer schön, es mit eigenen Augen zu sehen."

Autos werden geschützt

Red Bull hatte in Barcelona die Mechaniker rund um die Autos aufgestellt, um es vor neugierigen Blicken zu schützen.

Sollte Ferrari tatsächlich spioniert haben, hat es der Scuderia wenig genutzt. Fernando Alonso wurde von den Red-Bull-Piloten überrundet und landete nur auf Platz fünf, Felipe Massa fiel wegen technischer Probleme aus.

Kompliment von Lauda

Mit Schwierigketien hatte auch Sebastian Vettel zu kämpfen. Aber auch ohne den wieder einmal streikenden Turboboost KERS und den gewohnten Topspeed seines Red Bull feierte der amtierende Weltmeister im fünften Saisonrennen seinen vierten Sieg.

"Ich habe immer gesagt, dass Sebastian ein großartiger Rennfahrer ist, aber heute ist er das größte und beste Rennen seines Lebens gefahren", machte ihm der dreimalige Weltmeister Niki Lauda ein großes Kompliment.

Horner: "Einfach unvergleichlich"

Auch Helmut Marko war tief beeindruckt von Vettel: "In den letzten Runden hatte ich richtig Herzklopfen, aber das war phänomenal, wie er diese Mann-gegen-Mann-Situation gemeistert hat."

Teamchef Horner, sonst eher zurückhaltend in seinem Lob, stellte fest: "Er ist ein phänomenales Rennen gefahren. In solchen Situationen ist er einfach unvergleichlich."

Nun jagt Vettel möglicherweise den Siegrekord von Michael Schumacher, der 2004 in 13 Rennen triumphierte.

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