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Peter Sauber verkaufte seinen Rennstall 2005 an BMW und kaufte ihn 2009 zurück © getty

Peter Sauber ist geschockt. Der Crash von Sergio Perez erinnert den Sauber-Chef an Karl Wendlingers Unfall vor 17 Jahren.

München - Am 21. Mai 1994 krachte Sauber-Pilot Karl Wendlinger im Training des Monaco-Grand-Prix in die Leitplanke ausgangs des Hafentunnels.

Aufgrund der niedrigen Cockpitbegrenzung knallte sein Kopf gegen die Streckenbegrenzung - Wendlinger lag mehrere Wochen im Koma.

17 Jahre später passierte Nico Rosberg im Training und Sergio Perez im Qualifying (Bericht) das gleiche Unglück. Mittlerweile ist klar: Beide sind glimpflich davongekommen (410947Bilder).

"Es war schon heavy für mich", sagte der Teamchef des Mexikaners, Peter Sauber, im Interview, der schon zu Wendlingers Zeiten Boss des Rennstalls war.

"Es hätte nicht sein dürfen"

"Diese drei Unfälle hätte man fast wie eine Schablone übereinanderlegen können", erklärte der Schweizer.

So richtig würde es ihn wohl erst nach der Rückkehr aus Monaco erwischen. (Qualifying: Die Zeiten im Überblick)

"Schon bei Rosbergs Unfall kam alles hoch. Dass es dann noch dicker kommen würde, hätte nicht sein dürfen. Gott sei Dank sind die Fahrzeuge heute sicher", so Sauber weiter.

Frage: Herr Sauber, Ihr Fahrer Sergio Perez ist beim Qualifying in Monaco exakt in dieselbe Mauer eingeschlagen wie vor 17 Jahren der ebenfalls für Sie fahrende Karl Wendlinger. Sind da schlimme Erinnerungen bei Ihnen hochgekommen?

Peter Sauber: Die sind zweimal hochgekommen. Beim Unfall von Nico Rosberg an derselben Stelle im Training musste ich praktisch üben, da kamen die Erinnerungen an Karl Wendlinger schon sehr stark.

[kaltura id="0_u5v0h994" class="full_size" title="Eine Runde in Monaco"]

Frage: Wendlinger lag damals wochenlang im Koma, wie schlimm waren die Erinnerungen nach dem Einschlag von Perez?

Sauber: Das wird bei mir erst noch richtig kommen, aber es war schon heavy für mich. Schon bei Rosbergs Unfall. Dass es dann noch dicker kommen würde, hätte nicht sein dürfen. Und dann war alles noch so ähnlich. Diese drei Unfälle hätte man fast wie eine Schablone übereinanderlegen können.

Frage: Es hieß, Perez hat über den Boxenfunk zunächst nicht geantwortet. Mussten Sie da das Schlimmste befürchten?

Sauber: Der Strom war sofort weg, deshalb haben wir nichts gehört und konnten keinen Kontakt mit ihm aufnehmen. Wir haben dann relativ schnell aus dem Krankenhaus erfahren, dass es ihm gut geht.

Frage: Die Diagnose lautete Gehirnerschütterung und Oberschenkelprellung. Wieso hatte Perez so viel mehr Glück als damals Wendlinger?

Sauber: Bei Karl Wendlinger waren damals zwei Faktoren sehr schlecht: Eine Polsterung der Begrenzungsmauer war nicht vorhanden, und das Cockpit war nicht hochgezogen. Diesmal gab es eine gute Polsterung an der Strecke, und die Autos sind nicht mehr zu vergleichen mit denen von vor 17 Jahren. Das Chassis hatte überhaupt nichts, nicht einmal eine Delle. Und das ist auch der Grund, dass er keine schweren Verletzungen hat.

Frage: Nachdem sich die beiden Unfälle exakt an derselben Stelle ereignet haben wie der vor 17 Jahren: Muss die Strecke dort sicherer gemacht werden?

Sauber: Das ist Sache der FIA (Automobil-Weltverband, Anm. d. Red.), ob sie etwas besser machen muss. Ich denke, man hat Gott sei Dank gesehen, dass die Fahrzeuge heute sicher sind.

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