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Nick Heidfeld ersetzt bei Renault den vor der Saison verunglückten Robert Kubica © getty

Der Renault-Boss fordert eine deutliche Steigerung. Im Qualifying sollte Heidfeld "zumindest so schnell sein wie Witali".

Von Olaf Mehlhose

München - Teamchef Eric Boullier ist nicht zufrieden.

Obwohl Nick Heidfeld beim Grand Prix von Monte Carlo zum zweiten Mal in Folge von weit außerhalb der Top Ten in die Punkte fuhr, erwartet der Renault-Boss eine beträchtliche Steigerung von seinem Schützling. (DATENCENTER: Der Rennkalender)

"Gut, aber nicht gut genug", sagte der Franzose gegenüber "Autosport" auf die Frage, wie er die Leistungen des 33-Jährigen in den bisherigen Saisonrennen bewerte.

Hauptkritikpunkt an "Quick Nick", der kurz vor Saisonbeginn für den verunglückten Robert Kubica verpflichtet wurde, ist die fehlende Geschwindigkeit im Qualifying. (BERICHT: Kubica-Rückkehr "unmöglich")

Petrow dominiert in der Quali

Witali Petrow konnte fünf von sechs Quali-Duellen zu seinen Gunsten entscheiden. (SERVICE: Quali-Duelle)

Einzig beim Großen Preis von Malaysia, den Heidfeld seinerzeit mit Platz drei auf dem Podium beendete, startete er vor seinem Teamkollegen.

Worauf die Probleme in der Qualifikation zurückzuführen seien, konnte Boullier auch nicht sagen.

"Ich weiß es nicht. Ich muss mich mit ihm zusammensetzen, um die Situation zu verstehen", sagte Heidfelds Vorgesetzter und verband dies mit einer eindeutigen Forderung: "Er muss vom ersten Training an zumindest so schnell sein wie Witali."

Nummer-eins-Status wackelt

Denn eigentlich hatte Heidfeld bei Renault vor der Saison den Status als Nummer eins inne. Doch der scheint nun mehr und mehr ins Wanken zu geraten.

Boullier warf seinem Angestellten indirekt vor, zu Beginn des Rennwochenendes nicht ausreichend fokussiert zu sein.

"Wenn im Qualifying nicht alles stimmt - das Auto, deie Balance und das Selbstvertrauen, dann kann man auf einer Runde nicht die volle Leistung abrufen", kritisierte der Teamchef.

"Der Speed im Rennen ist gut"

Ganz aus der Luft gegriffen scheint der Rüffel von Boullier nicht zu sein. Die guten Ergebnisse Heidfelds zeigen, dass der WM-Sechste tatsächlich noch viel Luft nach oben hat.

Immerhin erreichte er in vier der bisherigen sechs Rennen vor Petrow das Ziel und hat mit 29 WM-Punkten acht mehr auf dem Konto als sein russischer Rivale.

"Der Speed im Rennen ist gut, sehr gut sogar", bestätigte Boullier: "Aber je weiter vorne wir starten, desto besser sind unsere Chancen zu punkten."

Misserfolg Monaco

Doch der Teamchef beschränkte seine Kritik keinesfalls nur auf seinen deutschen Piloten. In Monaco sei einiges schief gelaufen. Das habe sich schon im Qualifying gezeigt, als die Geschwindigkeit nicht ausreichte, um mit den Spitzenteams mitzuhalten. (RENNBERICHT: Der Monaco-GP)

Hinzu kam Petrows Unfall, der verhinderte, dass beide Fahrer des französischen Rennstalls unter die ersten Zehn fuhren.

Hoffen auf Montreal

Boullier ist allerdings optimistisch, dass Renault bis zum Hochgeschwindigkeitsrennen in Montreal wieder in die Erfolgsspur zurückfindet.

"Wir haben dort ein spezielles Aero-Paket, damit sollten wir wieder nach vorne kommen - vielleicht auch auf das Podest", sagte er: "Wir müssen jetzt einfach mal das Pech loswerden."

Dabei kann er dann auch wieder auf Petrow zählen, der sich von seinem Crash offenbar gut erholt hat.

"Mir geht es gut", sagte der WM-Neunte auf der Renault-Website: "Ich habe zwar noch Schmerzen in den Beinen, aber bis Kanada sollte alles wieder in Ordnung sein."

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