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McLaren hat 2011 sechs Podiumsplätze erreicht, darunter der Sieg in Schanghai © getty

Red Bull dominiert die Saison, dennoch will sich das McLaren-Team nicht abschütteln lassen. In Montreal soll ein Sieg her.

Von Daniel Michel

München - Mit fünf Siegen aus sechs Rennen dominiert Red Bull die Saison, doch vor dem Grand Prix in Kanada (10. - 12.6.) bläst das McLaren-Team als ärgster Verfolger zur Jagd. (DATENCENTER: Rennkalender 2011)

"Wir haben ein siegfähiges Auto", sagt McLaren-Pilot Jenson Button, der mit seinem Team-Kollegen und WM-Zweitplatzierten Lewis Hamilton den Titel offensichtlich noch nicht aufgegeben hat. (KOLUMNE: Peters Pitstop)

Konstante Ergebnisse

Neben den Red-Bull-Piloten liefern Hamilton und Button die konstantesten Platzierungen diese Saison ab.

In allen sechs Saisonrennen belegte mindestens einer der beiden Ex-Weltmeister einen Platz unter den Top vier.

Mit dem Sieg in Schanghai ist Hamilton zunächst einmal der Einzige, der Sebastian Vettel dieses Jahr vom Siegthron abhalten konnte.

Button im Aufwind

Während aber Hamilton das Rennen in Monaco lediglich als Sechster beendete (Hamilton entschuldigt sich), befindet sich vor allem sein Teamkollege im Aufwind.

So führte Jenson Button lange Zeit in Monaco (Bericht), und hegte die Hoffnung, am Ende von Platz drei aus Sebastian Vettel noch zu überholen, als eine Rennunterbrechung seine Pläne zunichte machte.

"Unglücklicherweise wurde uns ein besseres Resultat durch die Gegebenheiten außerhalb unserer Macht genommen", sagte Button.

"Es war zwar kein Sieg, aber es war schön, das Rennen anzuführen und in der Lage zu sein, davonzufahren. Es ist wichtig, so etwas im Hinterkopf zu haben."

Konkurrenz gratuliert Red Bull

Neben McLaren scheint niemand mehr mit den Roten Bullen konkurrieren zu können.

Ferrari-Pilot Fernando Alonso gratulierte bereits indirekt Vettel zum Titel (Bericht). "In den letzten Jahren hat man gesehen, dass du die WM fast gewonnen hast, wenn du fünf oder sechs Grands Prix gewonnen hast." (SERVICE: Quali-Duelle)

Auch Mercedes-Teamchef Ross Brawn hakt scheinbar die Saison schon ab (Bericht): "Wir haben alle Elemente, die wir brauchen, um nächste Saison ein exzellentes Auto zu haben."

Gefahr für Red Bull

In der Formel 1 kann es aber zu überraschenden Wendungen kommen.

Auf Red Bull könnten technische Probleme zukommen, vermuten Experten, sollte die FIA die strittigen Motoreinstellungen zum konstanten Anblasen des Diffusors verbieten.

Die Österreicher haben ein System entwickelt, das Auspuffgase produziert, obwohl der Fahrer vom Gas geht.

Kippt die Regel, die diese Konstruktion erlaubt, müsste Red Bull seinen Motor wohl umbauen.

Montreal liegt McLaren

Vor dem anstehenden Rennen in Montreal, wittert McLaren Morgenluft.

"Montreal ist ein sehr spezieller Ort für mich", betonte Lewis Hamilton, der in Kanada 2007 seine erste Pole-Position und 2008 seinen ersten Sieg geholt hatte.

"Ich kam immer sehr gut zurecht und die Streckenführung scheint meinem Fahrstil zu liegen." Im vergangenen Jahr feierte McLaren gar einen Doppel-Erfolg.

"Die Strecke liegt unserem Auto sehr gut. Wir haben einen guten Motor, das beste KERS-System im Feld und eine perfekte Traktion aus langsamen Kurven", analysierte Hamilton.

[kaltura id="0_94lj98z0" class="full_size" title="Rosberg am Steuer"]

"Schwung im Team"

Auch sonst fühlt sich McLaren erstarkt und fit für die Aufholjagd.

"Es ist richtig Schwung in unserem Team. Wir haben ein siegfähiges Auto, mit dem wir auch in Barcelona und Monaco gewinnen hätten können", sagte Button und ergänzte:

"Verbessern wir uns noch etwas im Qualifying, können wir das Renntempo bestimmen."

Teamchef spricht vom Sieg

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hält die Lücke zu Red Bull für sehr gering:

"Nachdem wir den Sieg in Spanien und Monaco jeweils knapp verpasst haben, herrscht im Team eine gewaltige Stimmung und ein enormer Wunsch, auf dem Podium ganz nach oben zu klettern", betonte der Engländer.

"Besonders im Rennen sind wir stark und ich habe das Gefühl, dass wir weiter aufschließen und wieder mit den Red Bull kämpfen können."

Vettel liegt zwei Siege vorn

Noch hat Sebastian Vettel (143) 58 Punkte Vorsprung auf Lewis Hamilton (85), gefolgt von Mark Webber (79) und Jenson Button (76). (DATENCENTER: WM-Stand)

Heruntergebrochen geht es um etwas mehr als zwei Siege Vorsprung, den McLaren nun verkürzen will.

Red Bull bleibt selbstbewusst

Doch Red Bull wird vom Jagdgetrommel McLarens nicht unruhig, auch wenn sie in Montreal noch keinen Sieg eingefahren haben.

Mark Webber holt zum Gegenangriff aus: "Montreal ist eine jener Strecken, die Red Bull am Sonntagnachmittag als Sieger verlassen muss."

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