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Einsame Spitze: Ferrari gewann bisher bereits 16 Mal den Konstrukteurs-Titel in der Formel 1 © getty

Trotz großem Rückstand glaubt Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali noch an eine WM-Chance. Die Reifenprobleme scheinen behoben.

Von Olaf Mehlhose

München - Fernando Alonso und Felipe Massa in der WM-Wertung auf den Plätzen fünf und acht, in der Konstrukteurs-WM mehr als 100 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Red Bull.

Nüchtern betrachtet war die bisherige Saison für Ferrari ein einziger Misserfolg. (DATENCENTER: WM-Stand)

Zumindest Präsident Luca die Montezemolo würde diesen Satz wahrscheinlich sofort unterschreiben.

Vor Saisonbeginn hatte der Boss der Roten nämlich noch ganz andere Ziele für die Scuderia formuliert: "In diesem Jahr wollen wir sowohl die Fahrer- als auch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewinnen. Alles andere wäre eine herbe Enttäuschung." (DATENCENTER: Der Rennkalender 2011)

"Die Formel 1 ist unberechenbar"

Doch Stefano Domenicali lässt sich von dem verpatzten Saisonstart nicht entmutigen.

"Das würde ich so nicht unterschreiben", sagte der Teamchef bei "Motorsport Aktuell" auf die Frage, ob die WM schon gelaufen sei: "Es sind erst sechs Saisonrennen gefahren. Die Formel 1 ist manchmal unberechenbar."

Domenicali räumte zwar ein, dass die Situation für sein Team zunehmend schwieriger werde, aber "wenn ich jetzt schon aufgeben würde, wäre ich vermutlich nicht der richtige Mann für diesen Job."

Domenicali auf Bewährung

Di Montezemolo scheint seinem Landsmann offenbar noch für den richtigen Mann zu halten. Trotz ausbleibender Erfolge sitzt der 46-Jährige immer noch relativ sicher im Sattel - Technikchef Aldo Costa dagegen wurde nach dem Debakel von Barcelona abserviert.

Für Domenicali spricht der deutlich Aufwärtstrend, der beim Grand Prix von Monaco zu verzeichnen war. Top-Fahrer Alonso schrammte nur hauchdünn am ersten Saisonerfolg vorbei. (BERICHT: Wer ist der beste Fahrer?)

Sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen, wäre allerdings ein schwerer Fehler - das weiß auch der Ferrari-Chef.

Sollte sich der Aufschwung beim Kanada-GP nicht fortsetzen, könnten bereits die nächsten Köpfe rollen.

Reifenprobleme behoben?

Immerhin scheint der Rennstall aus Maranello sein größtes Problem in den Griff bekommen zu haben.

Alonso und Massa hatten im bisherigen Saisonverlauf vor allem mit der harten Reifenmischung von Pirelli schwer zu kämpfen.

Dabei war das Rennen in Barcelona der absolute Tiefpunkt: Alonso, der nach einem Gigantenstart das Feld auf den weichen Pneus anführte, wurde, als die ungeliebte harte Mischung zum Einsatz kam, noch überrundet. (RENNBERICHT: Der Monaco-GP)

Fry optimistisch

Pat Fry, Technische Direktor von Ferrari ist jedoch zuversichtlich, dass solche Probleme der Vergangenheit angehören.

"Ich denke, man sollte sich die Charakteristiken der Strecken und die jeweiligen Reifen ansehen. Barcelona ist eine sehr anspruchsvolle Strecke. Der Abtrieb und die Balance sind hier der Schlüssel zum Erfolg und man muss eine gute Reifentemperatur generieren", erklärte der Brite bei "Autosport".

Die harten Reifen zum Arbeiten zu bringen, sei sehr schwierig, analysierte der 47-Jährige: "Betrachtet man die kleineren Teams, sieht man, dass sie die gleichen Probleme haben. Dadurch ergibt sich ein großes Gefälle in Sachen Performance."

Er hoffe aber, dass "wir es nun verstanden haben und abstellen können." Mit dieser Hoffnung steht er bei Ferrari mit Sicherheit nicht alleine da.

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