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Fernando Alonso (M.) fährt seit 2010 für das Ferrari-Team © getty

Trotz magerer Punkteausbeute zeigt Ferrari seine Stärke. Die nächsten Rennen stellen die Weichen für den Rest der Saison.

Von Dustin Werk

München - Platz sechs und ein Ausfall. Klingt nicht gerade nach einem zufriedenstellenden Ergebnis für Ferrari.

Ist es auch nicht. Dennoch sind sowohl Fernando Alonso als auch Felipe Massa mit der Leistung des Autos zufrieden.

"Es ist eine wahre Schande. Heute waren wir wirklich schnell, hatten aber Pech. Das ist kein Gefühl von mir, sondern ein Fakt", beschreibt Alonso das Rennen.

"Ich kann mit dem sechsten Platz nicht zufrieden sein, wenn man sich das Potenzial des Autos anschaut", so Massa nach dem er Kamui Kobayashi nur weniger Meter vor der dem Ziel noch den sechsten Rang weggeschnappt hatte.

"Alles ging schief"

"Alles ging schief von morgens an, als wir sahen, dass es regnet. Da fährt man sein bestes Qualifying und startet hinter dem Safety-Car", ärgerte sich Alonso.

In der Tat legte Ferrari mit Platz zwei und drei die beste Qualifikation der Saison hin. Gerade einmal knappe zwei Zehntelsekunden fehlten zur Pole-Position und Sebastian Vettel.

Ein Zeichen dafür, dass mit Ferrari auch durchaus im Rennen zu rechnen gewesen wäre (Bericht).

Letzte Beleidigung Randstein

Denn Alonso ist ein exzellenter Regenfahrer und glänzt bei wechselhaftem Wetter. Wo andere mit Regenreifen fahren, will der zweimalige Weltmeister schon auf die Intermediates wechseln.

"Für mich wären die Intermediates schon beim Start die besten Reifen gewesen. Als wir sie dann im Rennen draufgezogen haben, ging der Wolkenbruch los."

Im Nachhinein war das sicherlich keine kluge Entscheidung. Denn sie brachte Alonso in die Nähe von Jenson Button. Der Brite rutsche in den Spanier rein, drehte ihn und ließ ihn an als "letzte Beleidigung auf dem Randstein stranden", wie Alonso die Situation beschreibt.

"Meisterschaft noch nicht vorbei"

Mit nun 92 Punkten Rückstand auf Vettel und Rang fünf in der Fahrerwertung ist die Chance für Alonso auf seinen dritten WM-Titel mittlerweile enorm geschrumpft.

Auch, wenn "die Meisterschaft noch nicht vorbei ist", wie er hofft (417508STIMMEN: "Das fuchst einen").

Fehler kostet Podest

Grund zur Hoffnung hat er allemal. Ein Indiz für die wahre Geschwindigkeit seines Ferraris, ist sein Teamkollege Massa.

Selbst der in den letzten drei Rennen punktlose Brasilianer zeigte eine gute Leistung und hatte durchaus Chancen auf das Podest, wenn da nicht der Fehler beim Überrunden gewesen wäre, als er an Karthikeyan vorbei wollte und seinen Frontflügel dabei zerstörte.(417508DIASHOW: Die Rennbilder)

Ohne diesen Zwischenfall hätte Massa voll beim Kampf um das Podest mit eingreifen können.

[kaltura id="0_ag4vs6sj" class="full_size" title="Eine Runde mit Vettel in Kanada"]

"Können da gut abschneiden"

"Wenn man keine Punkte holt, geht der Blick sofort zum nächsten Rennen. Valencia ist eine Strecke, die unserem Auto liegt. Ich glaube wir können da gut abschneiden", hofft Alonso bei seinem zweiten Heim-Grand-Prix des Jahres.

Dass ein punktreiches Resultat dringend notwendig ist, steht außer Frage.

Zu groß ist der Rückstand, als dass sich Alonso noch ein Rennen ohne Punkte erlauben könnte.

Ferrari denkt schon ans nächste Jahr

Teamchef Stefani Domenicali geht sogar soweit, die nächsten Wochen als entscheidend zu bezeichnen:

"In den nächsten zwei Rennen bis nach dem Grand Prix von England entscheidet sich, ob wir weiter um den WM-Titel mitfahren oder uns entschließen müssen, schon für das nächste Jahr zu arbeiten," erklärte der Italiener in der "Welt".

Red Bull als starker Gegner

Domenicali sei sehr optimistisch was den Erfolg angeht, lebe aber nicht hinter dem Mond. "Red Bull ist ein sehr starker Gegner - das Auto inklusive".

Den Fahrer Sebastian Vettel sollte er dabei aber auch noch auf der Rechnung haben.

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