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Mark Webber (r.) und Sebastian Vettel (l.) fahren seit 2009 gemeinsam bei Red Bull © getty

Mark Webber bemängelt das geringe Interesse von Vettel am Weltgeschehen und erklärt seine eisige Beziehung zum Weltmeister.

Von Dustin Werk

München - Freunde werden sie nicht mehr. Aber Feinde? Nein, auch das sind sie nicht.

Die Beziehung zwischen Sebastian Vettel und seinem Teamkollegen Mark Webber lässt sich kurz zusammenfassen: Sie sind sich egal.

Egal bis zu dem Punkt, wo der eine auf seinen Kollegen angesprochen wird.

Da zeigt sich deutlich, dass es gewaltig am 34-Jährigen Webber nagt, dass ihm sein 23-Jähriger Teamkollege um die Ohren fährt und ihn klar in den Schatten stellt.

Angriff auf persönlicher Ebene

Eine Rolle, mit der er sich einfach nicht anfreunden kann.

Normalerweise zeigt der alte Hase dem jungen Hund, wo es langgeht. Und da es der Australier auf den Rennstrecken dieser Welt nicht schafft, Vettel hinter sich zu lassen, greift er ihn auf der persönlichen Ebene an.

Angesprochen darauf, ob er mit Vettel auch privat redet, antwortet Webber in der "SportBild":"Nein. Wozu auch? Es gibt keinen Grund dafür."

Altersunterschied kommt zum Vorschein

Dabei bieten sich doch im heutigen Weltgeschehen allerlei Themen für einen Meinungsaustausch an.

Doch genau da klafft eine gewaltige Interessenslücke der beiden Teamkollegen. Die elf Jahre Altersunterschied kommen zum Vorschein.

"Ich bin 34 Jahre alt, lese meine Tageszeitung. Warum sollte ich Vettel um seine Meinung fragen? Ich bin wirklich kein Experte in vielen Dingen, aber ich interessiere mich sehr dafür, was um mich herum passiert, damit meine ich auch das Weltgeschehen. Wenn sich jemand dafür nicht interessiert, worüber soll ich da noch mit ihm reden?"

Indirekte Kritik

Eine sicher kalkulierte indirekte Ansage von Webber, dass der Weltmeister keinen Horizont in der krisengeplagten Welt habe.

Eine Aussage, die deutlich beschreibt, dass Webber Vettel für einen Lausbuben hält, der einfach verdammt schnell Autofahren kann, er aber dafür menschlich weiter sei.

Spruch nach Sieg

Dabei ist es der Australier, der sich ständige Spitzen auf den Heppenheimer nicht verkneifen kann.

So geschehen beim England Grand Prix im vergangenen Sommer.

Nachdem ihm von der Öffentlichkeit der Status der Nummer Zwei im Red Bull Team angehängt wurde, siegte er und sagte noch im Auto über den Boxenfunk: "Nicht schlecht für eine Nummer Zwei, was?"

Eine Aussage, die er mit "australischen Sarkasmus" im Nachhinein verteidigte.

"Sebastian großartigen Job"

Allerdings kann Webber auch die Leistungen des Weltmeisters einschätzen:

"Sebastian macht einen großartigen Job, das ist ein Fakt. Ich fahre aber nicht zu den Rennen und denke die ganze Zeit, ich muss Sebastian schlagen."

Aber er weiß auch, dass "wenn man Seb schlägt, die besten Chancen hat, ein Rennen zu gewinnen." Das ist weniger eine Meinung, denn eine Tatsache, die Webber ausspricht.

"Warum müssen wir über Vettel reden"

Dass ihm das ständige Gerede von dem so jungen Deutschen nervt, zeigt der Satz:

"Warum müssen wir immer über Sebastian Vettel reden? Wenn ihr was wissen wollt, fragt ihn doch selbst. Lasst uns lieber über was anderes reden."

Vettel fordert Respekt

Er tut sich einfach sehr schwer damit zu akzeptieren, dass er zwar im besten Auto sitzt, aber bei weitem nicht der beste Fahrer ist.

Und genau da setzt Vettel an:

"Er muss den Respekt haben und anerkennen, wenn ich eine bessere Leistung bringe als er. Einfach mal zu sagen: 'Jawoll, das hat der Vettel besser gemacht als ich ? da kann ich mich ärgern, wie ich will aber das muss sein."

Problem mit Akzeptanz

Es ist ja nicht so, dass Webber behauptet, der Vettel könne kein Autofahren.

Aber akzeptieren, dass sein Teamkollege mit 23 Jahren schon mehr erreicht hat in seiner Karriere, als Webber es wohl je tun wird, das muss auch ein tageszeitungbelesener 34-Jähriger können.

Sportlicher Ehrgeiz hin oder her.

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