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Michael Schumacher hat in seiner Karriere bereits 91 Rennen für sich entschieden © getty

Mit seiner Montreal-Gala sammelt der 42-Jährige Argumente für eine Vertragsverlängerung. Brawn nimmt Schumi in die Pflicht

Von Olaf Mehlhose

München - Der Aufwärtstrend war unverkennbar.

Mit seiner fahrerischen Glanzleistung beim Kanada-GP (Bericht), als er nur knapp das Podest verpasste, erinnerte Michael Schumacher an seine besten Zeiten. (BERICHT: Schumi meldet sich zurück)

Auch Schumis Vorgesetzter war von der Gala-Vorstellung des Rekord-Weltmeisters angetan.

"Das war der beste Michael, den es gibt. Es zeigt, wozu er fähig ist. Wenn wir ihm das richtige Auto geben, ist er in der Lage, Ergebnisse zu liefern", lobte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. (417508DIASHOW: Die Bilder vom Rennen)

Vertrag bis 2014?

Und es hat ganz den Anschein, als dürften sich die Formel-1-Fans noch lange an den Fahrkünsten des inzwischen 42-Jährigen erfreuen. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

In der Presse hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Mercedes den Vertrag mit dem Altmeister vorzeitig bis 2014 ausdehnen will.

Schumi heizt Spekulationen an

Mit der Aussage, dass es "bei Ferrari fünf Jahre gedauert hat, bis ich dort meinen ersten Titel gewonnen habe", hatte der siebenmalige Champion die Spekulationen seinerzeit erst entfacht.

Verschiedene Medienvertreter wollten in dem Kommentar einen Hinweis auf eine in Kürze bevorstehende Vertragsverlängerung gesehen haben.

Auch wenn Schumacher eine solche Auslegung am Rennwochenende in Kanada als "nicht in seinem Sinn" bezeichnete - nach Auftritten wie in Montreal ist ein Engagement über das bisherige Vertragsende hinaus durchaus realistisch.

Brawn dementiert

Dass ein neuer Vertrag allerdings schon in trockenen Tüchern sei, davon wollte Teamchef Ross Brawn nichts wissen.

"Es gibt keinen Grund für derartige Spekulationen, das Thema wurde bisher nicht diskutiert", stellte der 56-Jährige bei "RTL" klar.

Grundsätzlich sei er einer Verlängerung aber nicht abgeneigt: "Wenn wir zeigen, dass wir nächstes Jahr Ergebnisse einfahren können, dann sehe ich keinen Grund, warum wir nicht weitermachen sollten", sagte Brawn.

Schumi hat es in der Hand

In anderen Worten: Letzten Endes liegt es an Schumi selbst. Stimmen die Resultate, steht einem neuen Kontrakt offenbar nichts im Wege.

Der WM-Neunte hat seinen Blick deshalb auch schon auf die kommenden Aufgaben gerichtet. Dem Europa-GP schaut er voller Zuversicht entgegen.

"Valencia ist eines der ungewöhnlicheren Rennen im Kalender, auf einem Straßenkurs, der aus meiner Sicht für beide Seiten - Fahrer und Fans - sehr attraktiv ist", erklärte Schumacher: "Die Strecke ist für einen Stadtkurs relativ schnell und flüssig."

Ziel sei es, den guten Eindruck vom Rennen in Montreal zu bestätigen und "ein weiteres vielversprechendes Wochenende zu erleben, bevor wir uns zu unseren Heimrennen in England und Deutschland aufmachen", erklärt der 91-malige Grand-Prix-Champion.

"Viele Gemeinsamkeiten mit Montreal"

So sieht es auch Brawn, der davon ausgeht, dass die Beschaffenheit der Strecke seinem Team in die Hände spielt.

"Der Hafenkurs in Valencia weist mit seinen langen Geraden und langsamen Kurven viele Gemeinsamkeiten zur Strecke in Montreal auf", erklärte der Mercedes-Boss: "Hier kommt der Traktion eine große Bedeutung zu, aber auch der Stop-and-Go-Charakter einiger Sektoren kann für die Bremsen fordernd sein."

Gleichzeitig gestand er aber auch ein, dass "wir noch an der Pace unseres Autos arbeiten müssen".

Rosberg zuversichtlich

Auch Nico Rosberg, der beim Rennen in Montreal nur auf dem auf dem enttäuschenden elften Platz gelandet war, will auf dem Valencia Street Circuit wieder angreifen.

Insbesondere die neuen Teile, die derzeit im Werk in Berkley angefertigt werden, stimmen den 25-Jährigen optimistisch.

"Ich war in in der Fabrik, um mir unsere Fortschritte anzusehen. Wir arbeiten hart, damit wir in Valencia ein besseres Ergebnis erzielen können als in Kanada. Ich bin überzeugt, dass uns das gelingt", meinte Rosberg.

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