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Nick Heidfeld konnte in seiner langen Karriere noch kleinen Grand Prix gewinnen © imago

Mit einem Update am Heckflügel will Renault in die Phalanx der Top-Teams einbrechen. Nick Heidfeld sieht sein Team gerüstet.

Von Olaf Mehlhose

München - Die Talsohle scheint durchschritten.

Nach dem enttäuschenden Großen Preis von Monaco meldeten sich "Quick Nick" und Witali Petrow beim Großen Preis von Kanada in der Weltspitze zurück.

Bis zu seinem Ausscheiden nach einer Kollision mit Kamui Kobayashi in Runde 56 hatte Heidfeld gute Aussichten, einen Platz auf dem Podium zu ergattern.

"Als der Zwischenfall passierte, war ich direkt hinter Kamui. Anstatt zu beschleunigen, wurde plötzlich langsamer", schilderte der 34-Jährige den Zusammenstoß mit dem Sauber-Piloten: "Dann konnte ich natürlich nicht mehr ausweichen und fuhr ihm ins Heck."

Besser lief es dagegen für seinen russischen Teamkollegen, der den Grand Prix auf Platz fünf beendete.

"Ein positives Wochenende"

Trotz des unglücklichen Rennausgangs verließ Heidfeld Montreal aber mit dem Bewusstsein, wieder in einem konkurrenzfähigen Auto zu sitzen.

"Alles in allem war es ein positives Wochenende für uns. Vor allem, wenn man sich das vorangegangene Rennen in Monaco anschaut. Es war ein deutlicher Schritt nach vorn, beide Autos im Qualifying in den Top Ten zu haben", erklärte der 179-malige Grand-Prix-Starter.

Seinen Rennstall sieht er für den weiteren Saisonverlauf bestens gerüstet

"Es war wichtig für das Team, mit dem Wissen aus Kanada abzureisen, welche Probleme wir in Monaco hatten", sagte Heidfeld: "Wir wissen jetzt, welchen Weg wir einschlagen müssen, damit haben wir bereits während der zweiwöchigen Pause zwischen Monaco und Montreal begonnen.

Kampfansage an die Top-Teams

Aber nicht nur beim Ersatzmann von Robert Kubica, im gesamten Team herrscht mittlerweile Aufbruchsstimmung.

Renault rechnet sich beim Europa-Grand-Prix sogar Chancen aus, in die Phalanx der Top-Teams Red Bull, McLaren und Ferrari einbrechen zu können.

"Die Strecke liegt uns", kündigte Teamchef Eric Boullier an: "Wir erwarten, dass wir dort um einen Platz in den ersten drei Startreihen kämpfen können."

Was bringt die DRS-Klappe?

Grund für die Zuversicht beim Heidfeld-Team sind die am verstellbaren Heckflügel vorgenommenen Updates.

"Die bedeutendste Veränderung ist eine größere Klappe am oberen Ende des Flügels, die einen größeren DRS-Effekt ermöglicht", erklärte Technik-Chef James Allison: "Dadurch werden wir nicht nur unsere Zeit im Qualifying verbessern, sondern auch im Rennen mehr Chancen zum Überholen haben."

Mercedes auf Distanz halten

Boullier fügte hinzu, dass es das erklärte Ziel des Teams sei, den knappen Vorsprung vor Mercedes, der sich im Augenblick auf acht Punkte beläuft, mit in die im August beginnende Sommerpause zu nehmen. (DATENCENTER: Konstrukteurs-WM)

"Wir brauchen noch ein oder zwei Podiumsplatzierungen, um unsere Position vor Mercedes-GP zu zementieren", sagte der Franzose: "Den vierten Platz in der Konstrukteurs-Wertung zu verteidigen, hat für uns oberste Priorität."

Über die Zielsetzung gibt es bei Lotus Renault offenbar kein Vertun.

"Wir wollen Punkte, Punkte und noch mehr Punkte", sagte Petrow: "Valencia ist eine Strecke, die ich bereits sehr gut kenne. Ich gehe mit einem verdammt guten Gefühl in die nächsten vier Rennen."

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