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Rubens Barrichello triumphierte im Jahr 2009 beim Großen Preis von Valencia © imago

Nach dem verkorsten Saisonstart kehrt Williams in die Erfolgsspur zurück. Teamchef Michael lehnt sich weit aus dem Fenster.

Von Olaf Mehlhose

München - Der Saisonstart verlief alles andere als perfekt.

Nach den ersten fünf Rennen hatte Williams noch keinen einzigen WM-Punkt auf dem Konto. (DATENCENTER: Konstrukteurs-WM)

Doch seitdem der Abgang von Mitbegründer Patrick Head, Teamchef Sam Michael und Chef-Aerodynamiker Jon Tomlinson Anfang Mai bekannt gegeben wurde, geht es für den Traditions-Rennstall kontinuierlich bergauf.

Gerade in den vergangenen Wochen war beim neunmaligen Konstrukteurs-Weltmeister ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen.

Rubens Barrichello fuhr mit zwei neunten Plätzen in Monaco und Montreal die ersten Punkte für das Team von Frank Williams ein.

Pechvogel Maldonado

Auch Pastor Maldonado war im monegassischen Fürstentum ebenfalls auf dem besten Weg, die ersten WM-Punkte für sein neues Team einzufahren, bis ein riskantes Überholmanöver von Lewis Hamilton die Hoffnungen des Venezolaners zunichtemachte.

In Kanada musste der Formel-1-Neuling das Rennen wegen eines technischen Defekts vorzeitig beenden.

Doch die ersten Erfolge haben bei Williams den Appetit auf mehr geweckt. Beim Großen Preis von Europa am kommenden Wochenende in Valencia soll der nächste Schritt gemacht werden.

"Etwas ganz Besonderes"

Vor allem Barrichello hat sich für das Rennen auf dem Valencia Street Circuit viel vorgenommen, zumal er gute Erinnerungen mit dem Kurs verbindet.

"Valencia ist mir sehr wichtig. Hier habe ich mein erstes Rennen 2009 gewonnen und das war zugleich auch noch der 100. Grand-Prix-Sieg für Brasilien - also etwas ganz Besonderes", sagte der 39-Jährige.

Vor allem das abwechslungsreiche Streckenprofil hat es dem Brasilianer angetan.

"Es ist ein langer Kurs mit vielen Kurven, auf dem man ein Setup mit viel Traktion benötigt. Ich liebe diese Rennstrecke. Der letzte Abschnitt vom Kurs hat einige Hochgeschwindigkeitskurven, die die Strecke vollkommen machen", schwärmte der Oldie.

Kampfansage von Michael

Darüber hinaus hofft Williams aber auch, dass die am Auto erfolgten Updates die erwünschte Wirkung erzielen.

"Wir haben ein paar weitere Verbesserungen an unserem Diffusor vorgenommen. Unser Ziel ist es, mit beiden Autos in die Punkte zu fahren", kündigte Michael selbstbewusst an.

Keine Reifen-Probleme

Der Williams-Boss geht davon aus, dass die Charakteristik des Kurses seinem Team entgegenkommt.

"Unsere Einstellungen haben wir für Grip in den langsamen Kurven angepasst, aber es gibt auch eine fantastische Hochgeschwindigkeits-Sektion in Sektor drei", erklärte der 40-Jährige, worauf es .

Dass dieses Unterfangen durch eine zu große Abnutzung der Pneus gefährdet werden könne, befürchtet Michael nicht: "Das Haftungslevel in Valencia ist erfahrungsgemäß eher gering. Der Kurs bekommt erst durch den Abrieb der Reifen Grip. Die Pirelli-Reifen haben in Monaco aber außergewöhnlich gut funktioniert, deshalb erwarten wir hier keine Probleme."

Gute Erinnerungen an Valencia

Neuzugang Maldonado komplettiert die gute Stimmung beim Williams-Team. Ähnlich wie Barrichello konnte er auf dem Parcours in Valencia bereits einen Sieg einfahren.

"Mit einer Dodge Viper GT3 bin ich 2008 das erste Mal in Valencia gefahren und direkt Zweiter geworden", berichtete Maldonado:

"Ich habe damals an dem europäischen GT-Rennen teilgenommen, um die Strecke für das GP2-Rennen kennenzulernen, bei dem ich ebenfalls Zweiter wurde. 2010 konnte ich dann gewinnen."

Ganz so weit nach vorn wird es diesmal wohl noch nicht gehen. Aber Maldonado würde es wahrscheinlich schon ausreichen, wenn er seinen ersten WM-Punkte ergattern könnte.

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