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Red-Bull-Pilot Mark Webber liegt derzeit auf dem dritten Platz der WM-Wertung © getty

Mark Webbers Zukunft bei den "Bullen", ist ungewiss. Motorsportchef Helmut Marko stellt die Fähigkeiten des WM-Dritten in Frage.

Von Olaf Mehlhose

München - Helmut Marko ist ein Freund klarer Worte.

Dass die Dominanz von Red Bull nicht ewig hält, weiß der Motorsportchef selbst. Deshalb beschäftigt er sich bereits eingehend mit der Zukunft des Rennstalls - dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund.

"Wir brauchen jemanden, der so gut ist wie Sebastian (Vettel, d. Red)", wird der 67-Jährige von der "Bild am Sonntag" zitiert: "Wir haben nämlich auch Geschmack am Konstrukteurstitel gefunden, weil der finanziell sehr interessant ist. Den holst du aber nur mit zwei gleich starken Fahrern."

Worte, die Mark Webber sicherlich nicht gerne hört. (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Webber auf dem Prüfstand

Doch um das Befinden seines Piloten scheint sich Marko wenig zu scheren, er legte direkt noch einmal nach: "Webber hat uns jetzt mitgeteilt, dass er doch noch ein Jahr bei uns weitermachen möchte. Wir schauen uns das mal an."

Das klingt nicht gerade so, als hätte er übermäßiges Vertrauen in Webbers Fähigkeiten.

"Sebastian kann sich steigern"

Marko hofft, durch einen zweiten Top-Piloten auch aus Vettel noch mehr Leistung heraus kitzeln zu können: "Sebastian kann sich noch steigern, ich sehe bei ihm das Limit noch nicht erreicht. Es wird noch ein bis zwei Jahre dauern, bis er an seinem Gipfel angekommen ist."

Dieses Potenzial könne der Weltmeister aber nur abrufen, wenn er durch einen zweiten Top-Fahrer ausreichend gefordert würde.

Noch kein Ersatz

Was zurzeit noch für Webber spricht, ist, dass im Moment offenbar kein adäquater Ersatz für ihn bereit steht.

"Lewis Hamilton ist unseres Wissens bis 2013 bei McLaren. Da machen wir uns keine Gedanken", sagte Marko und widersprach damit den Gerüchten um einen Wechsel des Briten zu den "Bullen".

Auch die anderen Kandidaten haben ihn noch nicht überzeugt: "Unsere Nachwuchsleute Buemi und Alguersuari bei Toro Rosso haben bislang das letzte Flackern vermissen lassen."

Wechsel? Marko gelassen

Es ist aber durchaus anzunehmen, dass Marko auch weiterhin versuchen wird, einen Piloten zum österreichischen Rennstall zu lotsen, der Vettel einen Zweikampf auf Augenhöhe liefern kann.

Gerüchte um einen vorzeitigen Abgang des 23-Jährigen, dessen Vertrag noch bis 2014 läuft, bringen Marko hingegen nicht aus der Ruhe.

"Warum sollte Vettel vom besten Team mit dem besten Auto zum Team mit dem viertbesten Auto wechseln? Er will im besten Auto sitzen und das hat er seit 2009 bei uns. Solange wir ihm das weiter bieten, schlafe ich ruhig", kommentierte er das angebliche Interesse von Mercedes.

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