vergrößernverkleinern
Toro-Rosso-Pilot Jaime Alguersuari belegt derzeit den 13. Platz in der WM-Wertung © getty

In Valencia rast Alguersuari mit guter Renstrategie in die Top Ten. Sein Cockpit hat er nach der Gala-Vorstellung wohl sicher.

Von Olaf Mehlhose

München - Nicht der Sieger, nicht der Zweite oder Dritte - der Mann des Tages fuhr als Achter über die Ziellinie.

Jaime Alguersuari griff bei Rennen in Valencia zwar nie in den Kampf um die Spitze ein, zeigte beim Europa-Grand-Prix vor heimischem Publikum aber dennoch eine Glanzleistung.

Der Toro-Rosso-Pilot fuhr von Platz 18 auf den achten Rang vor. Die Leistung ist umso höher zu bewerten, da der 21-Jährige keineswegs in einem besseren Auto unterwegs war als die Konkurrenz.

Die Vorstellung des Spaniers zeichnete sich auch nicht durch spektakuläre Überholmanöver a la Lewis Hamilton, sondern vielmehr durch intelligente Fahrweise und gute Rennstrategie aus.

Strategie ist entscheidend

Knackpunkt war die Entscheidung auf eine Zweistopp-Strategie zu setzen, obwohl drei Boxenstopps gemeinhin als die schnellste Variante galten.

Der Toro-Rosso-Fahrer räumte allerdings ein, dass es keine spontane Entscheidung seinerseits gewesen sei: "Das Team traf die Entscheidung vor dem Rennen."

Ein Poker, der nur aufgrund Alguersuaris reifenschonender, aber gleichzeitig auch schneller Fahrt zu einem guten Ende kam.

Alles läuft nach Plan

Das Team habe sich zwar die Option für einen dritten Boxenstopp offen gehalten, aber nachdem er im ersten Stint bereits 22 Runden auf den weichen Pneus absolviert hatte, seien dies Pläne ad acta gelegt worden, erklärte der 35-malige Grand-Prix-Starter bei "Auto Motor und Sport".

Nur gegen Ende des Rennens "waren wir mit den härteren Reifen nicht mehr ganz so konkurrenzfähig, aber es hat immerhin für Rang acht gereicht".

Doch auch dafür musste Alguersuari noch ordentlich kämpfen.

Sutil kommt nicht vorbei

Auf den letzten Runden wehrte er die Angriffe des heranstürmenden Adrian Sutil, der zu diesem Zeitpunkt augenscheinlich schneller unterwegs war, gekonnt ab und verteidigte seine Position erfolgreich.

Sutil war hingegen etwas enttäuscht, die Chance auf ein besseres Ergebnis verpasst zu haben: "Ich konnte Alguersuari am Ende einfach nicht packen. Er hatte so gute Traktion aus den Kurven heraus."

Damit wiederholte der Spanier sein Ergebnis vom Kanada-GP, wo er ebenfalls Achter geworden war.

Gleich auf mit Buemi

Mit nunmehr acht Punkten zog Alguersuari in der WM-Wertung mit Teamkollege Sebastien Buemi gleich, beide liegen derzeit gemeinsam auf dem 13. Platz.

Seine Position im Team hat er durch die letzten beiden Rennen jedenfalls entscheidend gestärkt. Im bisherigen Saisonverlauf galt es fast schon als offenes Geheimnis, dass Alguersuari durch Testfahrer Daniel Ricciardo ersetzt wird.

Nach seinen beiden Gala-Auftritten ist davon allerdings keine Rede mehr.

"Mit diesen zwei Rennen hat er sich sein Jahr und seine Zukunft gesichert", erklärte Teamchef Franz Tost gegenüber den Zeitungen "AS" und "Blick".

Auf Vettels Spuren?

Und vielleicht ist das Ende der Fahnenstange ja noch lange nicht erreicht. Auch Weltmeister Sebastian Vettel startete seine glanzvolle Karriere einst bei beim Red-Bull-Nachwuchsteam.

Um das Cockpit von Mark Webber gab es bereits in dieser Saison einige Spekulationen, und gerade mal 21-jährig hat der WM-13. die Zeit auf seiner Seite.

Vor dem Rennen in Valencia hatte Motorsportchef Helmut Marko den beiden Toro-Rosso-Piloten noch die Qualitäten für ein Cockpit bei Red Bull abgesprochen: "Unsere Nachwuchsleute Buemi und Alguersuari bei Toro Rosso haben bislang das letzte Flackern vermissen lassen."

Vielleicht kann ihn Alguersuari ja eines Besseren belehren.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel