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Red-Bull-Pilot Mark Webber liegt derzeit auf dem zweiten Rang der WM-Wertung © getty

Mark Webber rechnet sich immer noch Chancen auf den WM-Titel aus. Eine Einschätzung, die im Fahrerlager nicht jeder teilt.

Von Olaf Mehlhose

München - Mark Webber hat den Titel noch nicht abgeschrieben,

Trotz 77 Punkten Rückstand auf Teamkollege Sebastian Vettel traut sich der WM-Dritte des Vorjahres weiterhin zu, noch in den Kampf um die WM-Krone eingreifen zu können. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

In Anlehnung an Barack Obama antwortete der Australier bei "ESPN" auf die Frage, ob er in diesem Jahr noch Weltmeister werden könne: "Ja, das kann ich. Es ist eine große Herausforderung, aber nicht unmöglich."

Zumindest scheint der sechsfache Grand-Prix-Gewinner mit seiner Meinung bei Red Bull nicht alleine da zu stehen.

Horner stärkt Webber

Auch für Teamchef Christian Horner ist die WM keineswegs entschieden.

"Unbedingt", sagte der 37-Jährige auf die Frage, ob er Webber noch Titelchancen einräume: "Ich bin mir sicher, dass Mark dazu in der Lage ist. Die neuen Reifen waren eine große Umstellung, aber inzwischen fährt er unheimlich gut. Wir sind mit beiden Piloten hochzufrieden."

Wende in Silverstone?

Um seinem Konkurrenten tatsächlich noch gefährlich zu werden, müsste Webber allerdings langsam damit anfangen, Siege einzufahren.

Der Große Preis von England (1. Training, Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) scheint auf jeden Fall wie gemacht dafür, um die Aufholjagd zu starten.

Immerhin konnte er in Silverstone im Vorjahr gewinnen - Vettel wurde dagegen nur Siebter.

"Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass uns die Charakteristik des Kurses entgegen kommt", unterstrich Webber: "Ich werde alles dafür tun, um ein Top-Resultat abzuliefern."

"Kann ihn noch abfangen"

Aber selbst bei einem Sieg wäre der Rückstand auf Vettel noch gewaltig. Webbers Optimismus tut das allerdings keinen Abbruch.

Wichtig sei es vor allem, Vettels Siegesserie zu durchbrechen, dann sei trotz des großen Rückstands noch alles drin: "Man kann ihn noch abfangen. Knapp 80 Punkte aufzuholen, ist schon ein hartes Unterfangen. Wer weiß, vielleicht startet bald ein anderer Pilot eine Siegesserie."

Button skeptisch

Dass ihm in dieser Saison allerdings mehr als der eine oder andere Achtungserfolg gelingt, wird zumindest im Fahrerfeld stark bezweifelt.

"Er hatte dieses Jahr bisher einfach nicht Sebastians Geschwindigkeit", sagte beispielsweise McLaren-Pilot Jenson Button.

Den enteilten Kollegen noch abzufangen, werde "verdammt schwer", orakelte der Brite, der derzeit punktgleich mit Webber (109 Punkte) den zweiten Rang der Fahrerwertung belegt.

"Irgendetwas funktioniert nicht"

Ähnlich sieht es auch Nick Heidfeld, den vor allem Vettels deutliche Überlegenheit im internen Duell irritiert.

"Letztes Jahr war Mark, obwohl Sebastian am Ende den Titel gewann, in einigen Teilen der Saison sehr stark" wunderte sich "Quick Nick": "Diese Saison scheint das für ihn schon ein bisschen schwieriger zu sein. Irgendetwas funktioniert bei Mark also ganz offensichtlich nicht."

Lob für Vettel

Davon wollte Webber allerdings nichts wissen. Den großen Rückstand machte er allein an Vettels starker Leistung fest.

"Sebastian hat gerade einen phänomenalen Lauf. Das macht es für den Rest für uns umso schwerer", lobte der Aussie seinen Teamkollegen, die Gedankenspiele seien hingegen der Ausdruck einer gewissen Ratlosigkeit gegenüber Vettels Dominanz.

Dass bei Vettels Siegesserie schon eine Art Langeweile aufkommt, ist auch für Webber offenkundig: "Ich kann verstehen, dass die Leute nach so einer Dominanz einen anderen - egal welcher Fahrer - vorne sehen wollen."

Es liege nun an ihm, sicherzustellen, dass er dieser Fahrer sei.

Auch 2012 ein "Bulle"?

Dahinter müssten derzeit auch mögliche Vertragsgespräche mit seinem Rennstall zurückstehen - trotz heftiger Spekulationen um seine Ablösung geht der WM-Dritte des Vorjahres weiter davon aus, dass auch im kommenden Jahr ein Cockpit für ihn bei den "Bullen" reserviert ist. (BERICHT: Wer fährt mit Vettel)

Webber: "Red Bull ist großartig und das Team will mich auch halten, daran besteht kein Zweifel. Wir sprechen durchaus über die Zukunft, aber es herrscht auf keiner Seite Eile. Im Moment konzentriere ich mich aber darauf, gute Ergebnisse zu holen und in der WM aufzuholen."

Sollte er die angestrebten Ergebnisse einfahren, dürfte sich das Thema ohnehin von selbst erledigen.

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