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Kimi Räikkönen startete zwischen 2001 und 2009 bei 156 Formel-1-Rennen © getty

Mark Webber droht nach seinem Widerstand gegen die Teamorder das Red-Bull-Aus. Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen könnte ihn beerben.

Von Eric Böhm

München - Wird ein alter Kumpel bald der neue Kollege von Weltmeister Sebastian Vettel im Stall der "Roten Bullen?"

Dass Mark Webbers Aufsässigkeit in der Endphase des Grand Prix in Silverstone (Bericht: Alonso als Nutznießer von Vettel-Panne) Konsequenzen haben könnte, darüber war bereits unmittelbar nach dem Rennen spekuliert worden.

Mit seiner öffentlichen Kritik ("Natürlich habe ich das Team ignoriert") könnte der Australier diesmal den Bogen überspannt haben - laut "Bild" könnte Red Bull für einen Paukenschlag sorgen (Bericht: Verspielt Webber sein Cockpit?).

Kimi Räikkönen wird demnach in der Konzernspitze als zweiter Pilot für 2012 gehandelt.

Räikkönen nicht abgeneigt

2009 verabschiedete sich der Weltmeister von 2007 aus der Formel1 und fuhr seitdem in der Rallye-WM einen von Red Bull gesponserten Citröen.

Der Finne, der zwischenzeiltich auch mit einem NASCAR-Gastspiel von sich reden machte, scheint nicht abgeneigt zu sein. In der Heimat stellte er jüngst klar: "Ich habe nie gesagt, dass meine Formel-1-Karriere beendet ist."

Das Timing könnte nicht besser sein, immerhin läuft Webbers Vertrag nach der aktuellen Saison aus. Mit seiner Befehlsverweigerung im Mekka des britischen Motorsports hat der 34-Jährige seine Karten im Vertragspoker definitiv nicht verbessert.

Webber? "Noch andere Optionen"

Das bestätigte Motorsportchef Helmut Marko gegenüber der "Bild": "Webber will 2012 für uns fahren. Aber wir haben noch andere Optionen. Darüber will ich jetzt nicht reden."

Es liegt auf der Hand, dass damit wohl kaum die eigenen Nachwuchskräfte - zum Beispiel der frischgebackene Formel-1-Pilot Daniel Ricciardo - gemeint sind (NEWS: Ricciardo zu HRT).

"Wir brauchen einen zweiten Siegfahrer für den Gewinn der Konstrukteurs-WM. Die bringt sehr viel Geld", betonte Marko (DATENCENTER: WM-Stand Teams).

Gemeinsam beim Badminton

Vettel bemühte sich zwar nach dem Rennen, die Wogen zu glätten, aber dicke Freunde werden der WM-Spitzenreiter und sein ärgster Verfolger sicher nicht mehr (NACHBERICHT: Alonso siegt, Webber motzt).

Der legendäre "Bullen-Crash" 2010 in der Türkei - Red Bull verlor dabei einen möglichen Doppelsieg - trug entscheidend zu dem angespannten Verhältnis bei.

Im Gegensatz dazu versteht sich der Heppenheimer mit Räikkönen ausgezeichnet. Beide treffen sich sogar regelmäßig, um Badminton zu spielen.

Als der Deutsche jüngst gefragt wurde, wer sein Wunsch-Teamgefährte sei, sagte Vettel nur: "Kimi."

Nie besser als Platz 5

Das Interesse am "Iceman" ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr liebäugelte Teamchef Christian Horner mit der Verpflichtung des 31-Jährigen.

Die Rallye-Weltmeisterschaft macht Räikkönen zwar viel Spaß, der sportliche Erfolg hält sich jedoch in Grenzen - sein bestes Resultat ist ein fünfter Rang bei der Türkei-Rallye 2010.

Ein Cockpit im derzeit stärksten Auto der Königsklasse könnte in dem 18-maligen Grand-Prix-Sieger den Ehrgeiz neu entflammen, es seinen Kritikern aus Formel-1-Zeiten nochmal zu zeigen.

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