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Nick Heidfeld hat in neun Rennen für Renault 34 WM-Punkte gesammelt © getty

Offenbarungseid in Silverstone: Renault versucht den Abwärtstrend zu stoppen. Nick Heidfeld droht die vorzeitige Ablösung.

Von Julian Meißner

München - Das Wochenende in Silverstone war ein Auf und Ab für Nick Heidfeld und sein Renault-Team.

Nach völlig verkorkstem Qualifying holte Heidfeld mit Platz acht im Rennen immerhin noch vier Punkte und damit die Kohlen aus dem Feuer (Rennbericht: Alonso siegt vor Vettel).

Am Samstag jedoch waren der Mönchengladbacher und sein russischer Teamkollege auch aufgrund zahlreicher technischer Probleme hoffnungslos im zweiten Quali-Abschnitt gescheitert.

Neben einem Defekt am Unterboden und dem Versagen einer neuen Heckflügel-Variante litt Renault in England wie wohl kein zweites Team unter den Querelen um den Einsatz des angeblasenen Diffusors (BERICHT: Teams einigen sich).

"Es war nicht der Hauptgrund - aber ja, es war einer der Gründe", beschwichtigt Teamchef Eric Boullier.

Umbau für den Deutschland-GP

Dennoch hat man sich entschlossen, beim kommenden Rennen auf dem Nürburgring freitags ein alternatives Auspuffkonzept zu testen.

"Wir wissen, warum wir Probleme haben und warum wir das Auto nicht so schnell entwickeln können, wie einige andere Teams", so Boullier, der mit seiner Crew an die starke Frühform der Saison anknüpfen will.

Werksteam nur zweite Wahl?

In den ersten zwei Rennen des Jahres fuhren Heidfeld und Petrow je einen Podestplatz ein und sahen sich nahezu auf Augenhöhe mit der Spitze des Feldes, von da an ging es mehr oder minder stetig bergab.

Auch im Hintergrund rumort es: Neben finanziellen Engpässen ist immer wieder davon die Rede, dass das Team 2012 mit Cosworth-Motoren an den Start gehen könnte.

Und die Tatsache, dass Renault ab nächstem Jahr wieder Ex-Partner Williams mit Triebwerken ausrüstet (News), deutet auf eine Verschiebung der Prioritäten des Konzerns hin.

Vorzeitige Ablösung droht

Für Heidfeld rückt unterdessen ein vorzeitiges Ende seines Comebacks in den Bereich des Möglichen.

Denn: Sollte die Genesung des bei einem Rallye-Unfall im Februar schwer verunglückten Robert Kubica weiter gut voranschreiten, muss "Quick Nick" sein Cockpit räumen.

"Die Situation ist eindeutig. Wir haben eine Übereinkunft mit Robert und Nick. Wenn Robert wieder bereit ist zurück zu kommen, dann wird er zurückkommen - das ist die Geschichte", sagte Boullier.

Kubica-Comeback in Sao Paulo?

Der Franzose geht momentan davon aus, dass Kubica beim Saisonfinale in Brasilien wieder an den Start gehen kann.

"Ich konzentriere mich voll und ganz auf die aktuelle Saison", sagt Heidfeld: "Nichts ist überzeugender als gute Ergebnisse. Ich würde gerne bei Renault bleiben, aber ich weiß nicht genau, wie die Situation mit Witali ist und noch weniger, wie sie bei Robert aussieht", so der Routinier in Silverstone.

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