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Die Scuderia gewann bereits 16 Mal die Konstrukteurs-Weltmeiterschaft © imago

Dank des verbesserten Autos und "Alonsos Brutalität" kehrt die Scuderia in die Erfolgsspur zurück. Reicht es für den Titel?

Von Tobias Wiltschek

München - Bei der Scuderia herrscht endlich wieder Zuversicht.

Nach einem Wechselbad der Gefühle im ersten Saisondrittel präsentierte sich Ferrari spätestens seit dem Europa-Grand-Prix in Valencia Ende Juni als schärfster Herausforderer von Red Bull. (DATENCENTER: WM-Stand) .

Hatte sich Fernando Alonso vor seinen Landsleuten noch mit Platz zwei begnügen müssen, gelang dem Spanier zwei Wochen später in Silverstone (Rennbericht) der erste Ferrari-Sieg seit 259 Tagen.

In gewisser Weise hatte sich der Triumph des Asturiers also angedeutet, auch wenn er wegen der Boxen-Panne von Sebastian Vettel glücklich zustande kam.

Konstanz auf hohem Niveau

"Wir wussten, dass das Auto genügend Tempo hat, um um den Sieg zu kämpfen", meinte der zweimalige Weltmeister, der allerdings nicht allein für den roten Aufschwung steht.

Auch Felipe Massa hat nach zwei Ausfällen in den ersten sechs Rennen zu einer Konstanz auf hohem Niveau gefunden.

Mit zwei fünften und einem sechsten Rang hat auch der Brasilianer seinen Anteil daran, dass der Rückstand auf die in der Konstrukteurs-Wertung zweitplatzierten McLaren immer weiter zusammen schrumpft. (WM-Stand Teams)

Entwicklungen greifen

Die Gründe für die Wiedergeburt von Ferrari sind vielfältig und haben vor allem mit der positiven Entwicklung des Autos zu tun.

In Silverstone trat das Team aus Maranello mit einem neuen Heckflügel an, der sofort für zusätzlichen Abtrieb und schnellere Rundenzeiten sorgte. Darüber hinaus wurden Änderungen an Diffusor und Auspuff vorgenommen.

Massa lobt das Team

Massa führt die Steigerung deshalb auch auf die "hervorragende Arbeit des Teams und der Leute in der Fabrik" zurück.

Allein das Zwischengas-Verbot für den Grand Prix von Großbritannien habe die roten Renner nicht schneller gemacht.

"Unser Leistungsvermögen hat nichts mit den Regeländerungen zu tun", stellte der Brasilianer klar.

Daher werde es der Perfomance von Ferrari auch nicht schaden, wenn am kommenden Rennwochenende am Nürburgring wieder die gleichen Regeln gelten wie zuvor in Valencia.

"Wir bleiben auf dem Boden"

Direkt nach dem Sieg in Silverstone bemühte sich Ferrari aber noch um Zurückhaltung.

"Wir bleiben mit den Füßen auf dem Boden", versicherte Präsident Luca di Montezemolo.

Und Alosno meinte mit Blick auf seinen Rückstand zu WM-Spitzenreiter Vettel: "Wir müssen realistisch sein, denn wir liegen 92 Punkte zurück, das ist eine sehr große Lücke." (BERICHT: Alonso ohne Illusionen).

Hoffnung bei den Roten

Mittlerweile kommen aus Maranello schon wieder ganz andere Töne.

"Wer weiß, wenn sich die Dinge in einer gewissen Weise entwickeln, könnte die Luft an der Spitze noch einmal dünner werden", orakelte Teamchef Stefano Domenicali.

Auch Massa gibt sich kämpferisch: "Wir bei Ferrari geben niemals auf und kämpfen weiter". Die Rolle des Brasilianers dürfte allerdings vor allem darin bestehen, Nummer-eins-Fahrer Alonso die bestmögliche Schützenhilfe zu leisten.

Ob die die Scuderia aber tatsächlich noch einmal in der Lage ist, die "Bullen" zu gefährden, wird sich aber erst in den nächsten Rennen zeigen.

Alonso besser als Hamilton

TV-Experte Christian Danner traut den Roten auf jeden Fall noch einiges zu, insbesondere Alonso.

"Was Alonso mit einer unglaublichen Brutalität aus einem Auto herausholen kann, ist einmalig", schwärmte der ehemalige Formel-1-Fahrer: "Ich habe einen irrsinnigen Respekt vor ihm. Man denkt, er fährt ganz normal, aber er ist wie ein Tiger: Er lauert, und auf einmal ist er da, schlägt zu und hat die Maus oder das Karnickel gefressen."

Fahrerisch sieht Danner den Spanier als größten Konkurrenten für WM-Leader Sebastian Vettel an.

"Weil er schon zwei WM-Titel hat, abgebrüht und sehr entschlossen ist, dabei aber kontrollierter als etwa ein Lewis Hamilton", erklärte der 53-Jährige.

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