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Mark Webber gab 2002 sein Formel-1-Debüt für Minardi © getty

Von Einsicht keine Spur: Der Red-Bull-Pilot will Teamkollege und Weltmeister Vettel weiter das Leben schwer machen.

Vom Nürburgring berichtet Marc Ellerich

Nürburg - Es war die Aufreger-Szene des England-Grand-Prix: Auf den letzten Metern kam der bis dato meist unauffällige Mark Webber so richtig in Schwung und wollte seinem deutschen Red-Bull-Kollegen Sebastian Vettel den zweiten Platz noch streitig machen.

Koste es was es wolle, auch um den hohen Preis einer Kollision und eines doppelten Nullers des australisch-deutschen Duos (BERICHT: Verspielt Webber sein Cockpit?).

Zumindest war das offenbar der Eindruck seines Rennstalls. Webber wurde von Teamchef Christian Horner unmissverständlich aufgefordert, Vettel den zweiten Platz kampflos zu überlassen. "Halte den Abstand ein", tönte es über den Funk.

Ansagen vier Mal ignoriert

Sprengkraft bekam der "Bullen-Zoff" allerdings erst durch Webbers trotzige Worte nach dem Duell in Silverstone (BERICHT: Keine Reue bei Rebell Webber).

Er habe die Anweisungen seines Vorgesetzten ignoriert, vier Mal sogar, behauptete der Pilot aus Queanbeyan anschließend, ja er habe vor Wut sogar den Funkknopf herausreißen wollen.

So hitzig die Worte des Australiers, so aufgeregt war die anschließende Diskussion. Webber musste ins Vier-Augen-Gespräch mit Team-Vorsteher Horner, der wohl gute Lust gehabt hätte, den renitenten Piloten zum Saisonende zu verabschieden.

Mateschitz mischt sich ein

Bis Rennstall-Eigner Dietrich Mateschitz ein Machtwort sprach.

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Es gebe keinen Grund, mit Webber nicht weiter zusammenzuarbeiten (BERICHT: Machtwort von Mateschitz).

Ende, Aus, Amen - Sache erledigt, könnte man meinen. Für Mark Webber offenbar nicht.

Für Webber hat sich nichts geändert

Auf dem Nürburgring, vor dem Deutschland-Grand-Prix, hat der Red-Bull-Mann das Thema wieder aufgegriffen.

Für ihn habe sich nichts geändert, beteuerte er: "Ich halte es für richtig, was ich in Silverstone getan habe."

Die England-Affäre werde auf eine mögliche Vertragsverlängerung mit Red Bull "null Einfluss" haben, vermutet Webber.

[kaltura id="0_io4sgxqe" class="full_size" title="Eine Runde um den N rburgring"]

"So etwas kommt nicht oft vor"

Die Situation sei heikel gewesen, weil sie so einmalig gewesen sei. "So etwas kommt nicht oft vor."

Horner habe ihm im Vier-Augen-Gespräch bestätigt, dass er keinen Fehler gemacht habe, behauptete Webber: "Wir glauben, dass wir beide das Richtige getan haben, er im Interesse des Teams, ich, weil ich meine Position verbessern wollte."

Webber nur Nummer zwei?

Horner habe ihm sogar versichert, dass er bei einem Angriff Vettels in einer vergleichbaren Situation genauso gehandelt und den Weltmeister zurückgepfiffen hätte.

Als Nummer zwei im Weltmeister-Team fühlt sich der 35-Jährige laut eigener Aussage daher nicht. "Wir dürfen die meiste Zeit gegeneinander fahren", behauptete Webber: "Solche Dinge passieren nicht oft. Und so lange werden wir gegeneinander Rennen fahren."

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