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Fernando Alonso wurde in einem Renault 2005 und 2006 die Fahrer-Weltmeisterschaft © getty

Der Ferrari-Star wünscht sich beim Deutschland-Grand-Prix "sechs oder sieben Teamkollegen", um den Weltmeister zu schlagen.

Vom Nürburgring berichtet Marc Ellerich

Nürburg - Ferrari-Star Fernando Alonso wünscht sich Verbündete im WM-Rennen gegen Sebastian Vettel (Quali., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER).

"Eigentlich bräuchte ich sechs oder sieben Teamkollegen", antwortete der Zweite des Freitagstrainings auf dem Nürburgring während der Ferrari-Pressekonferenz.

Ein Team hat Alonso dabei offenbar ganz besonders ins Auge gefasst: "Wir brauchen ein starkes McLaren-Auto, um Vettel Punkte abzunehmen."

Seinen zweiten Platz - nur eineinhalb Zehntel hinter dem Tagesschnellsten Webber - wollte der Asturier nicht überbewerten: "Das war ein ganz normaler Freitag wie jeder andere auch. Wir sind im vorderen Teil des Feldes. Der erste Eindruck des Autos ist gut."

"Updates" funktionieren

Alonso bekräftigte erneut, dass nicht das Zwischengas-Verbot, das in Silverstone gegolten hatte, verantwortlich für den Leistungsschub der Roten gewesen sei.

"Die Regeln haben nichts verändert, in Silverstone ist deswegen kein Wunder passiert", betonte Vettels erster Nicht-Red-Bull-Verfolger in der WM.

Die bis dato erfolgreiche Aufholjagd seines Rennstalls führte der Spanier vielmehr auf gelungene Verbesserungen am F150 Italian zurück. "In den letzten vier oder fünf Rennen hat jedes Update gut funktioniert", sagte er.

Das Problem: Reifentemperatur

Auch für den Eifel-GP hat Ferrari neue Teile dabei. Alonso schloss aus, dass die Scuderia Tempo in den langsamen Kurven, von denen es am Nürburgring einige gibt, geopfert habe, um sich insgesamt zu steigern.

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"Alle Aerodynamik-Updates haben das Auto in den schnellen Kurven verbessert, und wenn man dann auch einige mechanische Updates hat, verbessert das die Leistung auch in den langsamen Kurven."

Was dem Doppel-Weltmeister der Jahre 2005 und 2006 wesentlich mehr Kopfzerbrechen bereitet, sind das unberechenbare Eifel-Wetter und die kühlen Temperaturen auf dem Nürburgring.

"Verglichen mit unseren größten Rivalen, haben wir Probleme, die Reifen auf Temperatur zu kriegen", stellte Alonso fest.

"Bullen" bei Regen im Vorteil

Bei kühlem Wetter wie im Moment sei es "nicht leicht, von der ersten Runde an gute Zeiten hinzukriegen".

Und bei Regen sei das Ganze noch komplizierter: "Immer, wenn es nass war, war Red Bull klar schneller."

[kaltura id="0_io4sgxqe" class="full_size" title="Eine Runde um den Nürburgring"]

Fast-Kollision mit Schumacher

Einen Beinahe-Zusammenstoß mit seinem einstigen Rivalen, Rekord-Weltmeister Michael Schumacher, in der zweiten Trainingssession kommentierte Alonso dagegen unaufgeregt.

"Vielleicht hat er mich nicht kommen sehen. Ich musste abrupt bremsen, aber an einem normalen Freitag ist ein bisschen Aufregung ja auch willkommen."

Auf der Strecke hatte der Spanier den Deutschen noch mit dem Autofahrer-Gruß bedacht.

Warten auf Fehler von Red Bull

Aber Ferraris Nummer eins hat im Moment andere Probleme, als sich über den alternden deutschen Mercedes-Star aufzuregen.

Denn was den Titelgewinn angeht, ist Alonso weiterhin skeptisch: "Da haben wir in diesem Jahr Schwierigkeiten, wegen der Punkte, die wir vorher verloren haben", meinte er: "Aber wir werden nicht aufgeben. Wir werden versuchen, Rennen zu gewinnen und auf Fehler von Red Bull zu warten. Und wenn dann die entscheidende Phase der Meisterschaft gekommen ist, werden wir sehen, ob wir immer noch zu weit weg sind."

Alonso verspricht Risiko-Strategie

Für den Grand Prix auf dem Nürburgring kündigte er "eine aggressive Strategie" an. "Wir haben nichts zu verlieren, wir werden Risiken auf uns nehmen."

Und sich nach Möglichkeit Verbündete gegen Vettel suchen.

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