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Fernando Alonso liegt in der aktuellen WM-Wertung auf dem vierten Platz © imago

Fernando Alonso fährt in den letzten Rennen konstant aufs Podium. Reicht das, um WM-Leader Vettel den Titel noch abzujagen?

Von Olaf Mehlhose

München - Der Juli stand ganz im Zeichen von Fernando Alonso.

Mit den Plätzen eins, zwei und drei in den drei Grands Prix des vergangenen Monats war der Ferrari-Star der erfolgreichste Punktesammler unter den Top-Piloten. (RENNBERICHT: Der Grand Prix von Ungarn)

Nach seinem Ausfall in Kanada schaffte er in jedem der letzten vier Rennen den Sprung aufs Podest.

Dem zweiten Teil der Saison sieht der Spanier deshalb auch äußerst zuversichtlich entgegen. "Ich denke, wir können optimistisch sein. Das Auto hat sich stark verbessert, wir kämpfen um Podiumsplätze und Pole-Positions", sagte der 30-Jährige.

Kann Alonso Vettel abfangen?

Ein wenig gleicht der bisherige Verlauf tatsächlich dem des vergangenen Jahres, als Alonso dank einer bärenstarken zweiten Saisonhälfte fast noch den Titel gewonnen hätte.

Genau wie im letzten Jahr bestach der Ferrari-Pilot zuletzt wieder durch nahezu fehlerfreies Fahren und beeindruckende Konstanz.

Aber reicht die Eichhörnchen-Taktik tatsächlich aus, um Sebastian Vettel den Titel noch streitig zu machen? Wohl eher nicht.

Im Gegensatz zum Vorjahr hat der Red-Bull-Pilot bereits einen Vorsprung von 89 Punkten auf Alonso angehäuft, das dürfte auch für einen zweimaligen Weltmeister in Bestform schwierig werden. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Domenicali: Wir kämpfen weiter

"Ohne Vettel wäre die WM total offen", räumte auch Teamchef Stefano Domenicali ein: "Aber wir werden solange um den Titel kämpfen, bis es mathematisch unmöglich ist."

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Nach Ansicht des Ferrari-Rennleiters sei vor allem beim Ungarn-Grand-Prix noch mehr für die Scuderia drin gewesen, allerdings habe das beständig schlechte Wetter den Roten einen Strich durch die Rechnung gemacht. (DATENCENTER: Rennkalender und Kurse)

"Alles in allem können wir zufrieden sein", sagte er: "Sicherlich haben wir uns etwas mehr ausgerechnet, aber es scheint, als erlebten wir gerade den nassesten Juli in der Geschichte der Formel 1. Ich weiß nicht, ob das wirklich zutrifft, aber die drei letzten drei WM-Läufe fanden alle unter Bedingungen statt, die uns am wenigsten liegen."

Genauso wie Alonso setzt Domenicali seine Hoffnungen vor allem auf den zweiten Teil der Saison: "Ich bin zuversichtlich, dass wir nach der Sommerpause beste Chance haben, gute Resultate einzufahren."

"Fernando ist der Beste"

Flavio Briatore, Entdecker und Mentor von Alonso, glaubt jedoch nicht, dass sein ehemaliger Schützling in diesem Jahr noch in den Kampf um die WM-Krone eingreifen kann.

"Ich habe schon nach dem ersten Rennen gesagt, dass Ferrari das Auto verändern muss", lamentierte der ehemalige Renault-Boss bei "Onda Cero": "Jetzt ist die WM entschieden, es sei denn, es passiert etwas Tragisches."

Ein Tatbestand, der allerdings nichts daran ändert, dass er Alonso nach wie vor für den besten Fahrer hält: "Es gibt im Moment einige gute Piloten, aber Fernando ist der Beste. Danach folgen Hamilton, Vettel, Button und Webber. Rosberg ist auch sehr gut, aber er hat kein Auto, in dem er um den Sieg kämpfen kann."

Briatore lobt Vettel

Vettel attestierte er immerhin im Moment "der Schnellste zu sein und kaum Fehler zu machen". Allerdings liege das vor allem daran, dass er in dem mit Abstand schnellsten Wagen sitze.

"Würde Fernando einen Red Bull fahren, würde er mit riesigem Abstand gewinnen. Selbst in einem Auto, das nicht so gut ist wie die von Red Bull und McLaren, vollführt er zauberhafte Dinge."

Mehr Titel als Schumi?

Der 61-Jährige traut dem ehemaligen Titelträger in Diensten von Ferrari sogar zu, den Rekord des siebenmaligen Champions Michael Schumacher zu brechen.

"Fernando hat es verdient, der beste Fahrer aller Zeiten zu werden", sagte Briatore: "Ich erwarte, dass Ferrari ihm einen Wagen hinstellt, mit dem er mehr Titel gewinnen kann als Schumacher."

In diesem Fall sollte Alonso vielleicht doch schon in diesem Jahr anfangen.

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