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Titelverteidiger Red Bull führt die Team- wertung mit 383 Punkten vor McLaren (280) an © getty

Die Formel 1 geht in die Sommerpause: Vorher wird bei den WM-Favoriten fieberhaft gearbeitet. Wer muss Hausaufgaben machen?

Von Olaf Mehlhose

München - Die Sommerpause der Formel 1 wirft ihre Schatten voraus.

Bis zum kommenden Sonntag haben die Teams noch Zeit, um Verbesserungen an ihren Boliden durchzuführen - dann geht wegen der obligatorischen Schließung der Werke vorerst nichts mehr.

Aus Kostengründen müssen die Rennställe ihre Fabriken zwei Wochen lang zusperren.

Eine Ruhepause, die Fahrern und Teams nach der kraftraubenden ersten Sasionhälfte sicherlich entgegen kommt. (DATENCENTER: Rennkalender und Kurse)

Bis zum Toreschluss sind vor allem die Ingenieure und Mechaniker gefordert, die bereits seit dem Ende des Ungarn-Grand-Prix fieberhaft daran arbeiten, die besten Voraussetzungen für den letzten Saisonabschnitt zu schaffen.

Red Bull kündigte bereits an, die Spitzenposition unter den Teams in der zweiten Saisonhälfte zurückerobern zu wollen. (NACHBERICHT: Mit Sorgen in die Sommerpause)

Ferrari strebt vor allem eine Steigerung in der dritten Qualifying-Session an, Lewis Hamilton freut sich darauf, den "Kopf klar zu bekommen".

SPORT1 hat die Baustellen der der Top-Teams zusammengefasst.

Red Bull: Verbesserungen auf dem Spezialgebiet

Das Weltmeisterteam wird alles daran setzen, wieder so dominant aufzutreten wie in den ersten sechs Rennen. (Vorteil McLaren: "Vettel muss sich anstrengen")

Vor allem der angeblasene Diffusor machte den RB7 im ersten Saisondrittel zum Maß aller Dinge.

Genau hier soll der Hebel noch einmal angesetzt werden: "Da haben wir noch Luft nach oben", stellte Teamchef Christian Horner klar.

Dank eines neuen Unterbodens und einer neu gestalteten Auspuffkonstruktion verspricht sich der Vettel-Rennstall beim Grand Prix von Belgien eine Steigerung von rund drei Zehnteln pro Runde.

Allerdings wurden die Erkenntnisse bisher ausschließlich am Simulator gewonnen und müssen zunächst noch auf der Strecke bestätigt werden. Der erste Testlauf soll beim 1. Training in Spa erfolgen.

McLaren: Pause für Hamilton

Nach drei Siegen aus den letzten fünf Rennen ist McLaren so etwas wie das Team der Stunde. ("Der neue Professor": Button regiert im Regen)

Ungarn-Sieger Jenson Button sieht sein Team in Qualifying und Rennen auf Augenhöhe mit dem bisherigen Klassenprimus Red Bull.

"Sie sollten sich Sorgen machen", tönte der Weltmeister von 2009 vollmundig in Richtung des Weltmeister-Teams.

Sorgen bereitet den Silbernen derzeit eigentlich nur die Verfassung von Lewis Hamilton, der sich beim Ungarn-GP durch eigene Fehler um ein besseres Ergebnis, wahrscheinlich sogar um den Sieg brachte. Dem 26-Jährigen kommt die knapp vierwöchige Rennpause gerade recht.

"Ich bin relaxed und erleichtert", erklärte Hamilton: "Jetzt sind erst einmal Ferien, da werde ich Spaß haben. Ich freue mich darauf, meinen Kopf nach dem schwierigen Rennen wieder klar zu bekommen. Ich muss darüber nachdenken, was ich auf der Strecke falsch gemacht habe."

Ferrari: Verbesserung in Q3

Im Rennen beweist Fernando Alonso Woche für Woche seine außerordentliche Klasse. In den letzten vier Rennen hat der zweimalige Champion mehr Punkte gesammelt als jeder seiner Gegner. (Hamstert sich Alonso zum Titel?)

Im Qualifying besitzt der F150 Italia dagegen noch Steigerungsmöglichkeiten.

Um Alonsos Ausgangsposition für die Rennen zu verbessern, peilt die Scuderia einen Performance-Sprung in der entscheidenden Quali-Runde an.

"Die Leistung im Rennen stimmt", unterstrich Ferrari-Boss Stefano Domenicali: "Aber in Q3 müssen uns verbessern, da fehlt noch etwas."

Mercedes: Problem Reifen

Eigentlich wollte Mercedes in dieser Saison den Angriff auf die Spitze starten. Die Hoffnungen des Teams von Nico Rosberg und Michael Schumacher haben sich bekanntlich nicht erfüllt.

Im Gegenteil: Für die Silberpfeil-Piloten geht es eher darum, die Position als vierte Kraft zu verteidigen, anstatt die Top-Teams anzugreifen.

Immerhin herrscht laut Ross Brawn annähernd Klarheit über die Gründe für die durchwachsene Leistung.

Die Hinterreifen nutzen sich während der Rennen immer noch zu stark ab, erläuterte der Teamchef das Problem des Mercedes-teams, darüber hinaus gäbe es "ein paar mechanische Dinge, die in Kombination mit den Reifen noch nicht zu hundert Prozent funktionieren. Da haben wir noch genug Verbesserungspotenzial".

Lotus Renault: Hoffen auf Updates

Mit zwei dritten Plätzen in den ersten beiden Rennen legte der Heidfeld-Rennstall einen fantastischen Saisonstart hin. Mittlerweile ist von Euphorie beim Team in Schwarz-Gold allerdings nichts mehr zu spüren. (Kubicas langer Schatten: "Quick Nick" auf der Kippe)

Wegen einer Schließung des Windkanals während der Saison stagnierte das Auto in seiner Entwicklung. Der französische Rennstall hofft nun auf einen großen Entwicklungsschub für das Rennen in Spa, bei dem es Updates an den Flügeln, am Unterboden und an der Karosserie geben soll.

"Wir haben im Windkanal gute Fortschritte erzielt", sagte Nick Heidfeld: "Das müssen wir jetzt aber noch auf der Strecke umsetzen."

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