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Nick Heidfeld hatte schon in Barcelona seinem brennenden Auto entsteigen müssen © dpa

Nach zwei Zwischenfällen in kurzer Zeit schreibt Renault Heidfelds Chassis ab und "leitet Schritte ein". Die FIA wird hellhörig.

München - Ein Riss im Auspuff war offenbar die Ursache für den Feuer-Unfall von Nick Heidfeld beim Rennen in Budapest 436489(Bilder). Dies erklärte Renault-Technikchef James Allison.

Während das Chassis des ausgebrannten Wagens Schrott ist, mehren sich nun die Sicherheitsbedenken hinsichtlich des Boliden der "Equipe jaune".

Nachdem Heidfelds Auto zum zweiten Mal innerhalb von 72 Tagen in Flammen aufgegangen war, werde man nun "Schritte einleiten, um die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Feuers zu reduzieren", erklärte das französische Team.

Der deutsche Routinier stieg beide Male unverletzt aus seinen Boliden (BERICHT: Feuer-Schock für Heidfeld).

Bericht an die FIA

Der Weltverband FIA habe sich bei Renault informiert, wie denn die Zwischenfälle zu erklären seien, bestätigte Allison: "Wir stehen mit ihnen in Kontakt, um ihnen einen vollständigen Bericht des Zwischenfalls zu übermitteln und ihnen zu erklären, was wir unternehmen, um eine Wiederholung zu verhindern."

Die ersten Vermutungen, es handele sich um eine Explosion der KERS-Batterie bestätigte sich aber nicht. Vielmehr sei ein Druckluftbehälter explodiert, ließ das Team wissen.

Das Feuer in Budapest sei auf eine "Kombination verschiedener Faktoren" zurückzuführen. Eine veränderte Motoreinstellung im Qualifying habe bereits zu etwas heißeren Auspuffgasen geführt und damit wohl einen ersten kleinen Riss im Auspuffrohr verursacht.

"Ein moderates Feuer"

Der Boxenstopp in Runde 24 habe schließlich länger gedauert als geplant.

"Der Motor lief 6,3 Sekunden bei hoher Drehzahl, während der Reifenwechsel im Gange war. Unter diesen Bedingungen landet immer viel überschüssiges Benzin im Auspuff und die Temperatur dort steigt um ungefähr 100 Grad pro Sekunde an. Dieser Temperaturanstieg war genug, um das teilweise schon defekte Auspuffrohr zum Kollabieren zu bringen und unter der Karosserie ein moderates Feuer auszulösen", erklärte Allison.

Kritik von Jordan

Ex-Teamchef Eddie Jordan, mittlerweile Experte für die britische "BBC", übte nach der Havarie scharfe Kritik an Renault.

"Zwei Feuer an zwei verschiedenen Rennwochenenden sind inakzeptabel. Irgendetwas stimmt da nicht."

"Du hast einmal ein Feuer, okay. Das sollte es dann aber gewesen sein, weil du dir alle Möglichkeiten anschaust, wie es dazu kommen konnte. Aber dass es ein zweites Mal auftritt, ist für die Formel 1 nicht normal. Die Menschen hier sind normalerweise in der Lage, solche Defekte auszubessern", so Jordan.

Umbau für Spa

Mittlerweile wird vermutet, dass die Feuerunfälle von Barcelona und nun Budapest zumindest indirekt auf Renaults einzigartiges Auspuffkonzept zurückzuführen sind.

Bis zum nächsten Rennen im belgischen Spa Ende August wird man das System jedenfalls überdenken. Zudem soll der in Budapest explodierte Druckluftbehälter, der für die Ventilsteuerung benötigt wird, besser geschützt werden.

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