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Christian Horner ist mit 37 Jahren der jüngste Teamchef in der Formel 1 © getty

Vettels Chef verbittet sich forsche Forderungen seiner Piloten. McLaren und Ferrari? "In einer konkurrenzfähigen Phase".

Von Julian Meißner

München - Wer als Chef etwas auf sich hält, verbittet sich zu forsche Ansagen seiner Mitarbeiter.

Christian Horner jedenfalls, erster Mann im Weltmeister-Rennstall Red Bull Racing, lässt sich gewagte Forderungen seiner Piloten nach technischen Updates nicht so einfach gefallen.

"Wir arbeiten als ein Team, und die Fahrer müssen dem Team nicht sagen, dass wir eine Antwort geben müssen", stellte der Brite in der "BBC" klar.

Sebastian Vettel hatte seine Crew nach dem Großen Preis von Ungarn, bei dem die Konkurrenz sich endgültig auf Augenhöhe mit den Dominatoren des ersten Saisondrittels zeigte, in die Pflicht genommen.

"Müssen wieder gewinnen"

"Wir haben gesehen, wie schnell sich die Dinge verändern. Wir müssen wieder gewinnen", sprach der Champion. Man müsse anerkennen, dass McLaren und Ferrari in Sachen Rennspeed einen Schritt nach vorne gemacht haben und ergründen, warum das so sei.

"Aber wir müssen auch auf uns selbst schauen. Es gibt viel zu lernen und Dinge, die wir verbessern können, ohne auf die anderen zu achten", so Vettel.

Philosophie bleibt gleich

Für Horner ist die Wachablösung noch lange nicht vollzogen. "Ferrari und McLaren sind in einer konkurrenzfähigen Phase, aber wir sind auch immer noch voll da", wiegelte er ab: "Wir pushen mit allen Mitteln."

Und schon gar nicht werde sich etwas an der Philosophie des Teams ändern. "Wir werden in jedem einzelnen Grand Prix attackieren. Wenn du versuchst, nur noch zu konsolidieren, beginnst du Fehler zu machen."

Angesichts des gigantischen Vorsprungs in der Team- wie in der Fahrerwertung könnte man meinen, mit etwas weniger Risiko wären die Chancen auf die doppelte Titelverteidigung höher (DATENCENTER: Die Fahrer-WM).

Mindestens das Podium

Von wegen: "Unser Ziel ist es, von nun an bis zum Jahresende jedes Rennen zu gewinnen", sagte Horner: "In der Realität wird das unmöglich sein, aber wenn wir nicht gewinnen können, wollen wir Zweiter sein, und wenn wir nicht Zweiter sein können, dann wollen wir aufs Podium."

Horner verweist darauf, die beiden Hauptrivalen in Chrom und Rot seien trotz der Siegesserie seines Teams zu Beginn der Saison nie weit weg gewesen.

Vielmehr habe Red Bull es an den Rennwochenenden am besten verstanden, das Maximum aus dem Auto herauszuholen.

Vorentscheidung beim Europa-Endspurt?

Weshalb sein Team schon beim Europa-Endspurt zum vorentscheidenden Schlag ausholen könnte.

Zwei Rennen noch in Belgien und Italien, dann geht es für die Formel 1 zurück nach Asien.

Zwei starke Auftritte in Spa und Monza, und Vettel könnte sich langsam wahrhaftig mit seinem zweiten WM-Titel beschäftigen.

Keine "Bullen"-Kurse

Allerdings spielen weder der Circuit de Spa-Francorchamps noch das Autodromo Nazionale di Monza dem Red-Bull-Boliden in die Karten (DATENCENTER: Rennkalender und Kurse).

Der RB7 hat es gerne heiß, was bei kühleren Bedingungen passiert, hat man in Silverstone, auf dem Nürburgring und zuletzt in Budapest gesehen. Die Ardennen sind eher für ihr wechselhaftes Wetter als für strahlenden Sonnenschein bekannt. Und in Monza ist Highspeed gefordert - nicht des "Bullen" Stärke.

Vielleicht hatte Vettel das schon im Hinterkopf, als er sein Team anhielt, wieder mehr Gas zu geben.

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