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Adrian Sutil (l.) und Nico Hülkenberg sind seit dieser Saison Teamkollegen bei Force India © imago

Adrian Sutil findet die späte Entscheidung über die Fahrerpaarung für 2012 richtig. Ihn verwundern die anderen Teams.

Von Olaf Mehlhose

München - Hängepartie bei Force India.

Trotz starker Vorstellungen in den bisherigen Rennen wird Adrian Sutil, die Saison in Ungewissheit über seinen künftigen Arbeitsplatz zu Ende fahren. (BERICHT: Drei Deutsche hängen in der Luft)

Vijay Mallya, Teamchef des indischen Rennstalls Force India, kündigte an, die Fahrerpaarung für das kommende Jahr erst am 15. Dezember bekannt zu geben.

Sutil kann mit dieser Situation aber offenbar sehr gut leben. Neu sei die Lage für ihn jedenfalls nicht: "Es ist vergleichbar mit dem letzten Jahr, aber man weiß ja auch vorab schon immer ein bisschen."

Sutil sieht Vorteile

Auf der anderen Seite habe die späte Entscheidung aber auch ihre Vorteile.

"Bis nach Saisonende zu warten, ist keine so schlechte Sache, denn nach der ersten Saisonhälfte ist nicht unbedingt alles festgelegt", stellt der 28-Jährige klar.

Seiner Meinung nach sei es eigentlich "unlogisch, dass die Teams ihre Fahrer bereits so früh in der Saison bestätigen, denn man muss eine Saison ja immer im Gesamtdurchschnitt betrachten."

"Schnelllebiges Geschäft"

Nachfragen zu seiner Zukunft seien deshalb deutlich verfrüht.

"Es ist immer noch Saisonmitte. Eigentlich will ich diese Dinge nicht einmal kommentieren, denn die Formel 1 ist so ein schnelllebiges Geschäft. Ein gutes Resultat - und man ist der Held", erklärte der gebürtige Starnberger. (DATENCENTER: Rennkalender und Kurse)

Andrerseits reiche "ein Fehler und man ist wieder auf dem Boden."

Kein Freifahrtschein für Sutil

Doch auch Sutil ist sich bewusst, dass er bei seinem Rennstall keinesfalls einen Freifahrtschein für die kommende Saison besitzt.

"In diesem Geschäft muss man seine Augen und Ohren immer offen halten. Ich bin eine loyale Person und mag das Team, daher rede ich in erster Linie immer erst einmal mit ihnen und schaue, was sie so denken", erklärte der WM-Elfte der vergangenen Saison: "Wenn sie mir sagen, dass sie einen anderen Fahrer wollen, weiß ich, was ich zu tun habe."

Konkurrenz aus dem eigenen Lager

Gründe, sich große Sorgen zu machen, gibt es für den 82-maligen Grand-Prix-Starter ohnehin nicht. Immerhin stehen für ihn in dieser Saison bereits vier Top-Ten-Platzierungen zu Buche.

In der WM-Wertung liegt mit 18 Punkten auf Rang zwölf und steht damit drei Plätze besser da als Teamkollege Paul di Resta. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Die größte Konkurrenz könnte ihm aus dem eigenen lager erwachsen. Landsmann Nico Hülkenberg, der im Moment als Testfahrer für Force India im Einsatz ist, spekuliert für 2012 ebenfalls auf ein Cockpit beim indischen Team.

Hülkenberg will ein Cockpit

Der 23-Jährige ist voller Zuversicht, einen festen Startplatz ergattern zu können, auch wenn sich die beiden aktuellen Piloten zuletzt in blendender Verfassung präsentierten.

"Natürlich kannst du nie zu 100 Prozent sicher sein, bis du offiziell bestätigt wurdest", sagte "Hülk" bei Auto Motor und Sport": "Aber basierend auf dem Feedback vom Team bin ich sehr selbstbewusst."

Hülkenberg räumte aber auch ein, dass die Hängepartie schon ein wenig an seinen Nerven zerre: "Natürlich würde ich gerne vorher Bescheid wissen, aber es macht nichts. Ich muss einfach abwarten und ruhig bleiben."

Gute Ausgangsposition

Gar nicht so einfach, denn Sutil und di Resta befinden sich zurzeit in der eindeutig besseren Ausgangsposition.

Zum einen ist der Aufschwung in der Saisonmitte eng mit ihren Namen verbunden, zum anderen können sie die Entscheidung des Teams bis zum Saisonende noch aktiv beeinflussen. (DATENCENTER: Die WM-Stand Teams)

Und Hülkenbergs Chancen werden mit jedem guten Resultat ein bisschen kleiner.

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