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Lotus-Renault-Pilot Nick Heidfeld startete bisher bei 183 Formel-1-Rennen © dpa

Dass "Quick Nick" 2012 für Lotus Renault startet, ist unwahrscheinlich. Teameigner Lopez bemängelt Heidfelds Führungsqualitäten.

Von Olaf Mehlhose

München - Die Tage von Nick Heidfeld bei Lotus Renault sind anscheinend gezählt.

Nachdem bereits Teamchef Eric Boullier Kritik am 34-Jährigen geäußert hatte, gab nun auch Mehrheitseigner Gerard Lopez zu verstehen, dass Heidfeld die Erwartungen des Teams nicht erfüllt habe. (BERICHT: Boullier kritisiert Heidfeld)

"Ich bin mit Nicks Saisonvorbereitungen zufrieden, denn er hat uns sehr geholfen, das Auto zu entwickeln und die damit verbundenen Komplikationen zu meistern. Der erste Saisonabschnitt war okay", sagte Lopez bei "ESPNF1".

Der Entrepreneur aus Luxemburg machte aber gleichzeitig die Einschränkung, dass er mit den "Führungsqualitäten und der Leistung im Team nicht zufrieden" sei. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Insgesamt habe "Quick Nick" trotz seiner Podiumsplatzierung in Malaysia "nicht konstant die Leistung gebracht, die wir uns von einem erfahrenen Piloten wie ihm erwartet hatten."

Dass Heidfeld, der nach dem lebensbedrohlichen Rallye-Unfall von Robert Kubica als Ersatzmann verpflichtet worden war, auch 2012 für den französischen Rennstall startet, ist demnach mehr als unwahrscheinlich. (Bericht: "Quick Nick" auf der Kippe)

Kubica im Simulator?

Die Hoffnungen der Schwarz-Goldenen ruhen vor allem auf Kubica, dessen Gesundheitszustand sich nach Auskunft seines Arztes Riccardo Ceccarelli weiter verbessert haben soll.

Der 26-Jährige sei Ende September wieder in der Lage, in einen Formel-1-Simulator zu steigen, gab der Mediziner zu Protokoll.

Einen bedeutsamen Fortschritt verspricht sich der Doktor von einem Eingriff am rechten Ellbogen Kubicas. Bislang hatte die Feststellung des Armgelenks den Bewegungsspielraum des Polen eingeschränkt.

"Mit dem blockierten Ellbogen hatten wir nicht die Chance, das Rehabilitationsprogramm in vollem Umfang zu nutzen", erklärte Ceccarelli bei "autosport.com": "Wir haben allerdings versucht, in den anderen Bereichen seines Arms für die größtmögliche Flexibilität zu sorgen, damit bereits Muskelmasse vorhanden ist, sobald die Blockierung aufgehoben wird."

Kein Comeback in diesem Jahr

Eine Rückkehr in dieser Saison schloss Lopez trotz des gut verlaufenden Heilungsprozesses aus.

"Ich bin davon überzeugt, dass wir ihn wieder in einem Formel-1-Auto sehen", sagte der Lotus-Renault-Boss: "Ich glaube aber nicht, dass es noch in dieser Saison passieren wird."

Sorgen macht Lopez vor allem die physische Verfassung seines Top-Fahrers - ein Kopfproblem befürchtet er dagegen nicht: "Es ist ein harter Kampf, aber wenn es einer schaffen kann, dann er. Wir kennen seine mentale Stärke, doch wir müssen schauen, wie lange es dauert, bis er körperlich wieder hergestellt ist."

Petrow mit guten Chancen

Ob mit oder ohne Kubica: Witali Petrows Chancen, 2012 ein Cockpit beim französischen Rennstall zu ergattern, stehen allem Anschein nach deutlich besser als die von Heidfeld.

Außer ein paar schlechten Rennen habe der Russe die Erwartungen des Teams erfüllt, unterstrich Lopez: "Er war einmal auf dem Podium und hat es im Qualifying fast immer unter die ersten Zehn geschafft."

Im Gegensatz zu Heidfeld will er dem 26-Jährigen offenbar noch Zeit zur Entwicklung zu geben.

"Man muss immer bedenken, dass er erst seit eineinhalb Jahren in der Formel 1 fährt. In Sachen Renngeschick und Management des Überrundungsverkehrs kann er sich noch verbessern. Aber das kommt mit der Erfahrung", stellte der Renault-Besitzer klar.

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