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Ferrari liegt in der Konstrukteurs-WM hinter Red Bull und McLaren auf Rang drei © getty

Die Scuderia schreibt den Titel ab - und arbeitet bereits am neuen Boliden. Domenicali kündigt ein "sehr innovatives Auto" an.

Von Olaf Mehlhose

München - Ferrari musste sich in der aktuellen Saison den Vorwurf gefallen lassen, nicht genügend riskiert zu haben.

Experten beurteilten das Design des F150 Italia schon früh in der Saison als zu konservativ - und sollten recht behalten. ( DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Die Quittung bekam Ferrari auf der Rennstrecke: Den einzigen Saisonsieg feierte Fernando Alonso beim Grand Prix von Silverstone, die Chancen in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM sind nach elf Saisonläufen eigentlich nur noch theoretischer Natur.

Für das Anspruchsdenken des erfolgsverwöhnten Traditions-Rennstalls auf jeden Fall viel zu wenig. (Note 7: Alonsos Zeugnis für Ferrari)

"Sehr innovatives Auto"

Deshalb arbeitet die Scuderia bereits mit Hochdruck an der "Roten Göttin" für 2012, die dem Team die heißersehnten Siege einfahren soll.

Der Vorhaltung, zu wenig gewagt zu haben, hat die Roten offenbar zu einem Umdenken bewogen. Ferrari kündigte an, dass das Auto für 2012 genau in die andere Richtung gehen werde.

"Ich kann nach den ersten Eindrücken vom Windkanalmodell und der Arbeit im Designbüro jetzt schon sagen, dass es ein sehr innovatives Auto wird", sagte Teamchef Stefano Domenicali auf der offiziellen Webseite des Rennstalls aus Maranello. (DATENCENTER: Rennkalender und Kurse)

Titel abgeschrieben

Der aktuelle Wagen dagegen hat seine Möglichkeiten offenbar ausgereizt: Der Italiener räumte ein, dass die Entwicklung des Autos für 2011 "am Ende der Straße" angekommen sei.

"Die Arbeit wurde aber noch nicht komplett eingestellt. Allerdings arbeiten wir schon mit Vollgas am Auto für 2012", erklärte Domenicali: "Da es bis auf den Auspuff nicht viele Regeländerungen gibt, kann das 2012er Auto als Weiterentwicklung des aktuellen Modells beschrieben werden."

[kaltura id="0_0iqq6lvi" class="full_size" title="Eine Runde mit Sebastian Vettelin Spa"]

Auch wenn das Wort "aufgeben" im Sprachschatz der Roten nicht existiert und Alonso gebetsmühlenartig bekundet, dass keiner im Team das Handtuch werfen werde - den WM-Titel hat Ferrari vor dem Großen Preis von Spa (Freies Training, Freitag, ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) offensichtlich abgeschrieben.

Klare Zielvorgabe für 2012

Der Ferrari-Boss zumindest machte einen wenig kämpferischen Eindruck.

"Unser realistisches Ziel für die letzten acht Rennen ist es, Siege und so viele Punkte wie möglich einzufahren", stellte Domenicali klar: "Wir sollten nicht auf das Klassement schauen. Wir wissen, dass der Titelgewinn bei dem aktuellen Rückstand sehr schwer wird. Aber warten wir mal ab, wie es in ein paar Rennen aussieht."

Im Klartext: Sollte sich der WM-Stand in den kommenden WM-Läufen nicht dramatisch ändern, gilt die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der nächsten Saison.

"Schließlich lautet unser erstes Ziel für 2012 vom Beginn an konkurrenzfähig zu sein", so Domenicali.

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