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Nick Heidfeld hat in 183 Formel-1-Starts noch keinen Sieg errungen © getty

Dem Mönchengladbacher droht die Ablösung und damit wohl auch das Formel-1-Aus. Zwei schwerwiegende Gründe sprechen gegen ihn.

Von Dustin Werk

München - Steht Nick Heidfelds Formel-1-Karriere vor dem Aus?

Nach der zuletzt scharfen Kritik von Renault-Eigner Gerard Lopez und Teamchef Eric Boullier steht der Mönchengladbacher vor dem Rauswurf bei Lotus-Renault (BERICHT: Boullier kritisiert Heidfeld).

Schon beim kommenden Grand Prix in Spa soll der 34-Jährige durch Bruno Senna ersetzt werden Das behauptet zumindest Eddie Jordan, ein Vertrauer Heidfelds nach deren gemeinsamer Zeit bei Jordan 2004, in seiner BBC-Kolumne.

Ein Vertrag mit Senna bis zum Saisonende soll bereits beschlossene Sache sein. Eine Entscheidung fällt vermutlich erst Stunden vor dem am Freitag beginnenden 1. Freien Training (Freitag ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Hoffnung lebt

Heidfeld will sich jedoch mit dem Rauswurf nicht abfinden. Laut "Daily Telegraph" plant er eine Klage gegen die vorzeitige Entlassung.

Gerade zum Grand Prix in Spa hatte er sich noch einiges ausgerechnet und hofft, die Ergebnisse liefern zu können, die das Team vom ihm erwartet:

"Ich habe das Gefühl, es muss dieses Mal funktionieren. Wir haben schon seit ein paar Rennen gesagt, dass wir das Problem verstanden und wir Fortschritte gemacht haben", sagte er nach dem Ungarn-GP bei "Autosport.com" und fügte noch an:

"Das wird das erste Mal sein, dass wir was wirklich Großes haben."

Kredit verbraucht

Doch der Kredit Heidfelds scheint verbraucht.

Zu schlecht waren seine Leistungen vor allem in den Qualifyings mit denen er sich auch um bessere Platzierungen im Rennen brachte.

Zwar hat er zwei Zähler mehr als Teamkollege Witali Petrow, doch dieser ist erst in seiner zweiten F1-Saison und bekommt vom Team noch Youngster-Bonus (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

"Gut, aber nicht gut genug"

Boullier sagte über die Leistungen Heidfelds in der ersten Saisonhälfte. "Gut, aber nicht gut genug. Der Sonntag ist gut, der Speed ist gut, aber offensichtlich sind die Chancen dann besser, wenn wir in der Startaufstellung weiter vorne stehen."

Auch Finanzen ein Part

Die sportlichen Gründe sprechen gegen Heidfeld.

Kommt Senna als Nachfolger ins Gespräch, steht auch der finanzielle Part auf der Contra Seite.

Während Heidfeld dem Renault-Team Gehalt kostet, bringt Senna Sponsoren-Millionen mit. Die scheinen entscheidender zu sein, als die kostbare Entwicklungsarbeit, die Heidfeld geleistet hat.

"Ich bin mit Nicks Saisonvorbereitungen zufrieden, denn er hat uns sehr geholfen, das Auto zu entwickeln und die damit verbundenen Komplikationen zu meistern. Der erste Saisonabschnitt war okay", lobte Lopez bei "ESPNF1" zumindest teilweise.

Zukunft ungewiss

Heidfelds Zukunft im französischen Rennstall über die Saison hinaus stand ohnehin in den Sternen. Denn Petrow steht als Fahrer für 2012 wohl fest.

Die Genesungsfortschritte von Robert Kubica nach seinem Horror-Unfall gehen gut voran. Ein Comeback zum Saisonbeginn scheint derzeit mehr als möglich.

Da macht es aus Renault-Sicht durchaus Sinn, die brasilianischen Senna-Millionen noch einzukassieren und dafür vielleicht ein paar Punkte weniger zu holen.

Heidfeld kämpft um seinen Platz im Lotus-Team, und um seine wohl letzte Chance in der Formel 1.

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