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Martin Whitmarsh ist seit 2009 Teamchef des McLaren-Rennstalls © dpa Picture Alliance

Für McLaren verläuft der Belgien-GP turbulent. Teamchef Whitmarsh will weiter um die WM kämpfen. Hamilton entschuldigt sich.

Von Marc Ellerich

München - Jenson Buttons spektakuläre Aufholjagd vom 19. bis auf den dritten Platz und eine verhängnisvolle Kollision von "Crash Kid" Lewis Hamilton in Runde 13. (Bericht: Comeback des Dominators)

Der Belgien-Grand-Prix hielt für das englische McLaren-Team jede Menge Turbulenzen bereit, der Pulsschlag dürfte bei vielen im Team am Rennsonntag deutlich erhöht gewesen sein.

Die Hoffnungen der Engländer auf den Titel haben durch Sebastian Vettels siebten Saisonsieg in Spa allerdings einen weiteren Dämpfer erhalten. Button fehlen nach dem zwölften Saisonrennen 110 Punkte auf den führenden Weltmeister, er ist derzeit Vierter der WM.

Sein Teamkollege Hamilton liegt drei Punkte dahinter auf der fünften Position. (Nachbericht: Vettel kann den Sekt kaltstellen)

Whitmarsh kämpferisch

Ihr Teamchef Martin Whitmarsh will sich im Rennen um die WM-Krone trotz der deutlichen Rückstände allerdings immer noch nicht geschlagen geben. (447008DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

Natürlich seien die Aussichten auf den Titel enttäuschend, räumte der Engländer ein: "Aber wenn Ferrari und wir jetzt sagen, wir schalten in den Leerlauf, wäre das meines Erachtens nicht die richtige Botschaft. Die Fans haben einen härteren Titelkampf verdient." (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Und obwohl sich McLaren bereits auf den Rennwagen für die kommende Saison konzentriere, könne der aktuelle MP4-26 immer noch schneller gemacht werden, so Whitmarsh. "Es ist eine Schwäche von McLaren und auch von mir, dass wir das Verlieren nicht mögen", sagte er.

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"Mathematisch immer noch möglich"

Aus diesem Grund treibe er seine Ingenieure immer wieder aufs Neue an: "Wie machen wir das Auto nächste Woche schneller?", sagte Whitmarsh: "Mathematisch ist es immer noch möglich, und deshalb müssen wir weiterkämpfen."

Widerspruch kam ausgerechnet von Hamilton, der sich am Tag nach seinem Crash mit dem japanischen Sauber-Piloten Kamui Kobayashi via "Twitter" zu Wort meldete. "Die Meisterschaft war ohnehin nicht mehr in unseren Händen", zwitscherte Hamilton, der sich gleichzeitig die Schuld für die Kollision mit Kobayashi auf seine Kappe nahm.

Hamilton: Meine Schuld

"Es war meine Schuld, hundertprozentig", schrieb Hamilton, der in diesem Jahr bereits mehrfach für Unruhe gesorgt hatte und in Kanada sogar mit dem eigenen Teamkollegen zusammengestoßen war: "Ich habe Kamui nicht genug Platz gelassen, ich dachte, ich wäre vorbei."

Hamilton weiter: "Entschuldigung an Kamui und an mein Team. Sie haben Besseres von mir verdient."

Bereits im Qualifying war der Weltmeister von 2008 mit dem Venezolaner Pastor Maldonado im Williams aneinandergeraten, allerdings mit einem blauen Auge davon gekommen. Hamilton wurde verwarnt, Maldonado strafversetzt.

Whitmarsh nahm seinen Fahrer wie schon häufiger in diesem Jahr in Schutz: "Lewis Hamilton macht die Formel 1 interessanter. Wir sollten also hoffen, dass er einer der aufregendsten Rennfahrer bleibt, die jeder von uns gesehen hat. Ich möchte nicht, dass er sich ändert."

Button zurückhaltend

Button, der "Pilot des Tages", wie ihn Whitmarsh nach seiner furiosen Fahrt durchs Feld taufte, hielt sich anschließend aus den Diskussionen über Hamilton oder den WM-Titel heraus.

Er, der im Qualifying nur 13. geworden war und in der turbulenten Startphase des Rennens noch weiter zurückfiel, lobte die "phänomenale Balance" seines Rennwagens: "Es hat sich angefühlt, als hätten wir seit Ungarn einen Schritt nach vorne gemacht. Nur Dritter zu werden, ist deshalb enttäuschend."

Buttons Trost: "Ein Missverständnis im Qualifying hat uns viele Punkte gekostet. Wenn wir diese kleinen Fehler ausmerzen, können wir Rennen gewinnen."

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