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Jenson Buttton konnte in seiner bisherigen Karriere elf Grands Prix gewinnen © getty

Mit seiner furiosen Aufholjagd in Spa untermauert Button seine Klasse. Sein Cockpit für 2012 ist aber noch nicht bestätigt.

Von Olaf Mehlhose

München - Jenson Button ist Weltmeister - doch die fahrerische Klasse wurde ihm bereits mehrere Male abgesprochen.

Kritiker werfen dem Briten vor, die Weltmeisterschaft nur aufgrund des damals überlegenen Brawn gewonnen zu haben.

Mit seiner furiosen Aufholjagd in Spa lieferte Button nun allerdings einen eindrucksvollen Beleg für sein Leistungsvermögen auf der Strecke ab. (447008DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

Wie schon in den vergangenen Rennen überzeugte der 31-Jährige durch große Abgeklärtheit und taktisches Geschick. Neu war allerdings der rasante Fahrstil, mit dem er beim Belgien-Grand-Prix für Aufsehen sorgte. (McLaren: Nicht in den Leerlauf schalten )

Bei seinem Sturm von Platz 13 auf Rang drei zog der McLaren-Pilot nahezu problemlos an so ausgebufften Fahrern wie Michael Schumacher, Nico Rosberg und Fernando Alonso vorbei.

"Pilot des Tages"

Zusammen mit der Gala-Vorstellung Schumachers, der insgesamt 19 Plätze gutmachte, gehörte Buttons Fahrt zu den Höhepunkten des Rennwochenendes auf dem Circuit de Spa-Francorchamps. (RENNBERICHT: Comeback des Dominators)

Das Team war von Buttons Parforceritt auf jeden Fall begeistert: McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh kürte seinen Angestellten kurzerhand zum "Pilot des Tages".

Umso erstaunlicher ist, dass das Cockpit des derzeitigen WM-Vierten für die kommende Saison noch nicht bestätigt ist.

Noch kein Vertrag für 2012

Als einziger Fahrer der drei Spitzenteams Red Bull, Ferrari und McLaren besitzt Button noch keinen gültigen Kontrakt für 2012. Sein Rennstall besitzt zwar die Option für ein weiteres Jahr, hat diese bisher aber noch nicht gezogen.

Der elfmalige Grand-Prix-Gewinner erklärte gegenüber der englischen Sportzeitung "Sporting Life", dass er gerne ein weiteres Jahr für die Chrom-Pfeile fahren würde, das Zustandekommen eines neuen Deals läge nun aber in den Händen von Teamchef Martin Whitmarsh.

"Er muss nur die Option ziehen", sagte Button: "Er muss nur 'Ja' sagen. Ich werde ohnehin 'Ja' sagen, weil ich auch nächstes Jahr hier sein will. Es ist die Sache des Teams, wann sie auf mich zuzukommen."

[kaltura id="0_0iqq6lvi" class="full_size" title="Spa Die Strecke"]

Gegenpol zum heißblütigen Hamilton

Eine Verlängerung ist also offenbar nur noch eine Frage der Zeit, zumal Button nicht nur durch seine Leistungen auf der Strecke Punkte sammelt. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Mit seinem ruhigen Naturell gilt der Routinier als ideale Ergänzung zu seinem heißblütigen Teamkollegen Lewis Hamilton.

Während Hamilton mit seinem Alles-oder-Nichts-Fahrstil auf der Strecke immer wieder in Eskapaden gerät, neigt Button eher zur Risiko-Vermeidung. Für McLaren hat das den Vorteil, immer zwei Eisen im Feuer zu haben.

Rückendeckung für den Teamkollegen

Eine durchaus erfolgreiche Strategie, wie er bei den Siegen in Montreal und Budapest, aber auch bei seiner Gala-Vorstellung Spa-Francorchamps nachhaltig unter Beweis stellte.

Dass Hamilton in Spa mit Sauber-Pilot Kamui Kobayashi zusammenrasselte, sei allerdings nicht auf zu hohe Risikobereitschaft zurückzuführen, nahm Button seinen McLaren-Kollegen in Schutz, sondern der Situation geschuldet, in der sich Vettels Verfolger allesamt befänden.

"Lewis, Mark, Fernando und ich können uns den Luxus, uns aus allem rauszuhalten und gute Platzierungen einzufahren, nicht leisten", erklärte der Ex-Weltmeister: "Manchmal endet das in einer Barriere. Das ist nicht schön, aber so muss es sein."

Kontrollierte Offensive mit "sauberer Nase"

Auf der anderen Seite stellte der Brite aber auch klar, dass es wichtig sei "eine saubere Nase zu behalten, wenn man um die Weltmeisterschaft kämpft".

Eine Einsicht die ihn dann doch sehr von seinem Landsmann unterscheidet.

Auch in den letzten Saisonrennen will Button weiter auf kontrollierte Offensive setzen. Selbst wenn es mit dem angepeilten WM-Titel nicht mehr klappen sollte, sei die Chance, Rennen zu gewinnen, durchaus vorhanden.

Hoffen auf das Motivationsloch

Der "Schleicher" setzte vor allem darauf, dass WM-Leader Sebastian Vettel nach der so gut wie feststehenden Titelverteidigung in ein kleines Motivationsloch fällt.

"Hoffentlich keines mehr", antwortete Button bei "Motorsport Aktuell" auf die Frage, wie viele Rennen Red Bull in dieser Saison noch gewinnen werde und fügte grinsend hinzu: "Bei dem Vorsprung den Seb nun in der WM hat, darf man das Ganze nicht mehr so verbissen sehen."

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