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Michael Schumacher und Nico Rosberg fahren seit 2010 für Mercedes GP © getty

Der Zweikampf zwischen Rosberg und Schumacher spitzt sich zu. Für Schumi ist es reizvoller Mercedes an die Spitze zu führen.

Von Olaf Mehlhose

München - 17 Rennen ist die Formel-1-Saison alt - doch einen Platz auf dem Podest hat Mercedes GP noch nicht ergattert.

Läuft bei den Branchenführern alles nach Plan, ist Platz sieben das höchste der Gefühle. (DATENCENTER: WM-Stand Teams)

Zumindest in diesem Jahr sind die Silberpfeile auf Patzer der Top-Teams Red Bull, McLaren und Ferrari angewiesen, um weiter vorne zu landen.

So geschehen beim Großen Preis von Indien (Rennbericht), als Michael Schumacher und Nico Rosberg Nutznießer einer Karambolage von Lewis Hamilton und Felipe Massa wurden und die Plätze fünf und sechs belegten. (475268DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

Zuversichtlich nach Abu Dhabi

Doch die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt, und so rechnen sich die beiden Silberpfeil-Piloten auch vor dem Abu-Dhabi-Grand-Prix (1. Training, Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) noch Chancen aus, erstmalig in dieser Saison auf das Podium zu fahren.

"Ich hoffe, dass wir den Spitzenteams noch etwas näher kommen können - wir geben alles, um dieses Ziel zu erreichen", sagte Rosberg.

Und auch Schumacher fiebert dem "spektakulären Rennen auf dem Yas Marina Circuit" entgegen. Der Altmeister betont, dass er "dort gerne weitere Punkte erzielen würde".

Prickelndes Duell

Punkte, die er im Duell mit Rosberg sicherlich gut gebrauchen könnte. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Es ist unbestritten, dass Schumacher einen Teil seiner Motivation auch aus dem immer prickelnder werdenden Zweikampf mit dem mehr als 16 Jahre jüngeren Teamkollegen zieht, der in der WM-Wertung nur noch fünf Punkte vor ihm rangiert.

Das könnte sich aber schon in Abu Dhabi ändern.

Schumi holt auf

In den ersten eineinhalb Jahren ihrer gemeinsamen Zeit bei der "deutschen Nationalmannschaft der Formel 1", waren die Rollen noch klar verteilt gewesen: Rosberg dominierte seinen berühmten Mercedes-Kollegen nahezu nach Belieben. (BERICHT: "Es stimmt nicht, dass er schneller war")

In der zweiten Saisonhälfte hat der Altmeister jedoch einigen Boden gut gemacht.

Rosberg ist in der Quali immer noch der Schnellere - doch auf der Strecke war der siebenmalige Weltmeister dank einiger brillanter Auftritte bereits mehrere Mal in der Lage, seinen Rivalen in die Schranken zu verweisen. (BERICHT: Meister der ersten Runde)

Nur an Siegen interessiert

Beim Regenrennen in Kanada wäre Schumacher sogar beinahe der Sprung aufs Podium geglückt, doch Schumacher wurde in den Schlussrunden noch auf Platz vier durchgereicht.

Nach eigenem Bekunden hätte eine Platzierung unter den Top drei für ihn aber ohnehin keinen besonderen Wert gehabt. In diesem Stadium seiner Karriere sei er nur noch an Siegen interessiert, und an der Möglichkeit das Team voranzubringen, erklärte Schumi seinerzeit.

Und auch wenn er in Abu Dhabi an seinem Teamkollegen vorbeiziehen sollte, wäre das für den einmaligen Grand-Prix-Gewinner wahrscheinlich nur eine Randnotiz.

"Mit Uhren kenne ich mich aus"

Denn so reizvoll das teaminterne Duell auch sein mag, die größte Herausforderung bestehe darin, den mit so großen Ambitionen zurückgekehrten Mercedes-Rennstall wieder an die Spitze der Königsklasse zu führen, stellte Schumi klar.

Er sei durchaus zuversichtlich, dass ihm das gelingen werde. "Ein Formel-1-Team funktioniert wie ein Uhrwerk, bei dem eins ins andere greifen muss. Mit Uhren kenne ich mich ein bisschen aus", gab der 42-Jährige gegenüber der "Neue Zürcher Zeitung" zu Protokoll.

Top an der Box

Und es gibt erste Anzeichen dafür, dass sich sein Team mittlerweile auf einem guten Weg befindet. In der Boxengasse ist Mercedes bereits top.

Aus einer Analyse des Mercedes-Teams geht hervor, dass die Silbernen in dieser Saison zusammen mit Weltmeister-Team Red Bull im Schnitt die schnellsten Boxenstopps ausführten.

Wegen der deutlich angestiegenen Frequenz der Stopps - inzwischen gibt es aufgrund von DRS und der weniger haltbaren Pirelli-Pneus durchschnittlich 58 Stopps pro Rennen - ist Effizienz in der Boxenarbeit ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil für die Rennställe.

Und vielleicht klappt es ja doch noch mit einem Podiumsplatz. Dagegen würde sich wahrscheinlich auch Schumi nicht wehren.

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