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Mercedes-Star Nico Rosberg fährt in den nächsten vier Jahren für die Silbernen © imago

Nico Rosberg bindet sich langfristig an Mercedes. Für seine Dienste wird der 26-Jährige von den Silbernen fürstlich entlohnt.

Von Olaf Mehlhose

Abu Dhabi - Nico Rosberg bleibt den Silberpfeilen treu.

Der Mercedes-Pilot hat seinen Vertrag bei Mercedes vorzeitig und langfristig bis über das Ende der Saison 2013 hinaus verlängert. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Das gab der Rennstall am Donnerstag im Vorfeld des Großen Preises von Abu Dhabi bekannt, nannte aber keine genaue Laufzeit der Vereinbarung.

Nach Informationen der "Bild" bleibt Rosberg aber offenbar bis 2015 bei Mercedes und soll für seine Dienste mit 12 Millionen Euro jährlich entlohnt werden. Das wären 48 Millionen über die gesamte Laufzeit des Vertrages.

"Höhepunkt meines Lebens"

Rosberg sitzt wie sein Teamkollege Michael Schumacher seit 2010 im Silberpfeil. Der Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg fuhr in der Formel 1 bislang 106 Rennen, wartet aber nach wie vor auf seinen ersten Sieg.

Doch der 26-Jährige ist jedoch zuversichtlich, diesen in nicht allzu ferner Zukunft unter Dach und Fach zu bringen. Seinen Premierenerfolg für Mercedes zu erringen, wäre ihm eine ganz besondere Genugtuung.

"Ich bin sehr glücklich, meinen Vertrag verlängert zu haben. Wenn ich mein erstes Rennen in einem Silberpfeil gewinne, wird dies einer der Höhepunkte in meinem bisherigen Leben sein. Ich freue mich sehr, dabei zu helfen, unser Team an die Spitze der Formel 1 zu führen", sagte Rosberg.

Schumacher bezeichnete die Vertragsverlängerung seines Teamkollegen als "eine absolut vernünftige und gute Entscheidung. Ehrlich gesagt, habe ich auch nichts anderes erwartet."

Schnell, talentiert, konstant

Bei den Verantwortlichen des Mercedes-Rennstalls war die Zufriedenheit ebenfalls groß.

"Wir sind hocherfreut, unseren Vertrag mit Nico verlängert zu haben, weil wir wissen, dass er ein Fahrer ist, der Rennen und Weltmeisterschaften gewinnen kann", sagte Teamchef Ross Brawn und lobte Rosbergs "außergewöhnlich gute Leistungen" und seine "exzellente Arbeitseinstellung".

Für Mercedes-Sportchef Norbert Haug ist Rosberg "einer der schnellsten, talentiertesten und konstantesten Fahrer im Feld, und seine Professionalität ist unübertroffen".

Hängepartie beendet

Dass Rosberg im Jahr 2012 für die Silbernen fährt, war ohnehin klar, die langfristige Ausdehnung seines Vertrages hatte sich aber zuletzt zu Hängepartie entwickelt.

Der Mercedes-Star hatte offenbar Zweifel, ob sein Team in der kommenden Saison den Anschluss an die anderen Spitzenteams schafft. Hinzu kam das offenkundige In Interesse anderer namhafter Rennställe.

Der WM-Siebte wurde immer wieder mit Ferrari in Verbindung gebracht und hatte angeblich auch ein lukratives Angebot von Renault vorliegen. Doch Brawn ist es ganz offenbar gelungen, die Zweifel seines Angestellten erfolgreich zu zerstreuen.

"Ich habe das volle Vertrauen, dass das Team mir ein siegfähiges Auto zur Verfügung stellen wird und dass wir das fantastische Erbe der Silberpfeile fortführen können", sagte der in Wiesbaden geborene Rennfahrer.

Bleibt Schumi?

Tatsächlich ist bei Mercedes ein klares Bestreben zu erkennen, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Spätestens 2013, möglichst aber schon im kommenden Jahr, wollen die Silbernen den arrivierten Teams Paroli bieten.

Dazu passt, dass Schumi der "deutschen Nationalmannschaft" ebenfalls erhalten bleiben soll.

Die "Sport Bild" vermeldete, dass sich der 42-Jährige mit Brawn per Handschlag auf eine Verlängerung seines 2012 auslaufenden Vertrages bis 2013 geeinigt habe. (BERICHT: Schumi bleibt bis 2013).

"Nicht der Zeitpunkt"

Schumi selbst dementierte zwar, dass es bereits zu einer handfesten Vereinbarung gekommen sei, machte aber auch keine gegenteiligen Aussagen.

"Es ist nicht der Zeitpunkt, um darüber zu reden. Ob und um wieviel ich meine Zukunft in diesem Sport verlängern möchte, muss ich zu gegebener Zeit für mich selbst entscheiden", stellte der siebenmalige Champion klar.

Mercedes rüstet auf

Auch wenn der Vollzug bei der Personalie Schumacher noch aussteht, der Tatendrang ist bei Mercedes unverkennbar.

Beim Personal noch einmal deutlich nachgebessert: Mit der Verpflichtung von Aldo Costa, dem ehemaligen Technikchef von Ferrari, und Geoffrey Willis, von 2007 bis 2009 Technischer Direktor bei Red Bull, gab es zwei namhafte Verstärkungen auf der Führungsebene. (BERICHT: Mercedes tunt Technik-Crew)

Und auch die Belegschaft im Werk in Brackley wurde nach der von Mercedes-Boss Brawn vorgegebenen Maxime "bis ans Limit zu gehen" aufgestockt. (BERICHT: "Wir müssen ans Limit gehen")

"Wir stärken unser Team weiter für die Zukunft", erklärte der 57-Jährige: "Wir wollen Nico ein Auto zur Verfügung stellen, mit dem er an der Spitze des Feldes mitfahren und seinen verdienten ersten Formel-1-Sieg erzielen kann."

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