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Ferrari beendete die Saison in der Team-Wertung nur auf Platz drei © getty

Für Felipe Massa endet die Saison mit einer Demütigung. Auch Fernando Alonso hadert, ist aber für das kommende Jahr zuversichtlich.

Von Tobias Wiltschek

München - Das letzte Rennen war noch einmal ein Abbild der gesamten Saison.

Solide hielten sich Fernando Alonso und Felipe Massa im Vorderfeld, doch zu den beiden Top-Teams fehlte Ferrari auch in Sao Paulo mehr als nur eine Reifenlänge (488560DIASHOW: Bilder des Rennens).

Und als ob sie das schon vorher geahnt hätten, zog man in Maranello bereits vor dem Jahresabschluss ein ernüchterndes Fazit.

"Wir hatten in dieser Saison einige Enttäuschungen zu verkraften", sagte Felipe Massa. "Wir hatten einfach nicht das Auto, das wir erwartet hatten." Für den Brasilianer reichte es folglich auch bei seinem Heim-Grand-Prix nur zu Rang fünf.

Ein Jahr ohne Podium

Eine bessere Platzierung ist ihm in diesem Jahr nicht geglückt, was für Massa einen unangenehmen Eintrag in die Annalen der Scuderia zur Folge hat. Er bleibt als erster Ferrari-Pilot seit 1992 ein Jahr lang ohne jegliche Podiumsplatzierung.

Damals war es der bemitleidenswerte Ivan Capelli, der in den 14 Rennen bis zu seiner Entlassung nach dem Grand Prix von Portugal vergeblich versucht hatte, einen Platz auf dem Podest zu ergattern.

Der Minus-Rekord gab offensichtlich auch Massa zu denken: "Ich weiß, dass ich mehr zeigen muss. Ich muss das Jahr 2011 einfach löschen. Hoffentlich wiederholt sich all dies nicht in der Zukunft."

Reifenprobleme stoppen Massa

In seiner Heimatstadt Sao Paulo waren es einmal mehr die Pneus, die ihn stoppten. "Bei einem meiner Reifensätze der weicheren Mischung ist ein Plattfuß aufgetreten", klagte der 30-Jährige: "Das haben wir am Samstagabend bemerkt. Deshalb konnte ich keine drei Reifenwechsel durchführen."

Dies wiederum erschwerte es dem Brasilianer, "die Reifen über die Distanz zu bringen."

Bei Alonso fällt das DRS aus

Sein Teamkollege Alonso haderte indes mit den Medium-Reifen, auf denen er die Angriffe von McLaren-Pilot Jenson Button im Kampf um Platz drei nicht länger habe abwehren können (DATENCENTER: Ergebnis Rennen) .

"Außerdem hatte ich ein Problem mit dem DRS, das sich nicht aktivieren ließ", so der Spanier, der schließlich auf Rang vier landete. In der WM-Gesamtwertung sprang für Alonso ebenfalls nur der vierte Platz heraus.

Highlight in Silverstone

Zumindest für ein Highlight in Rot konnte der Asturier sorgen, als er in Silverstone den F 150 zu Ferraris einzigem Grand-Prix-Sieg 2011 steuerte.

Ansonsten musste auch der zweimalige Weltmeister aus Oviedo anerkennen, dass McLaren und vor allem Red Bull den roten Rennern in diesem Jahr überlegen waren.

Von Alonso waren am Ende einer insgesamt verkorksten Saison allerdings auch ermutigende Töne zu hören. "Wir haben 2011 eine Menge gelernt und bereits wichtige Schritte nach vorn gemacht", erklärte er.

Reifen machen große Probleme

In diesem Jahr hatten Ferrari vor allem die neu eingeführten Pirelli-Reifen vor große Probleme gestellt.

"Wir dachten, wir hätten uns ganz gut an die Eigenschaften der Reifen gewöhnt. Doch in den Rennen sah das meistens anders aus", bestätigte Alonso. Allerdings habe man auch in dieser Hinsicht "mit jedem Rennen" dazugelernt".

Damit Ferrari 2012 wieder für Rennsiege in Frage kommt, müsse das Auto aber noch einmal entscheidend verbessert werden, das stellte Alonso unmissverständlich klar.

"Wir brauchen einfach noch sechs, sieben Zehntel. Sollten wir diese finden, dürften Felipe und ich in der nächsten Saison sehr oft auf dem Podest zu finden sein", sagte der Spanier.

Alonso: "Sehr optimistisch"

Bleibt die Frage, wie der Zeitgewinn gegenüber der Konkurrenz bewerkstelligt werden soll.

Alonsos Zuversicht speist sich vor allem aus der Tatsache, dass die Probleme im Windtunnel endlich behoben seien. Zudem würden die Umstrukturierungsmaßnahmen im Team langsam Früchte tragen.

"In den letzten fünf Monaten haben wir bei Ferrari viele Dinge geändert, um im nächsten Jahr stärker zu sein", sagte der 30-Jährige: "Deshalb bin ich für die Zukunft des Teams sehr optimistisch."

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