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Button (M., mit Hamilton (l.) und Turvey) wurde in der Saison 11/12 Vize-Weltmeister © imago

Bei der Präsentation des neuen Boliden bläst McLaren zur Attacke auf Red Bull. Für Button bleibt das Weltmeisterteam Favorit.

Woking - Mit McLaren auf der Pole Position, bei Kumpel Adrian Sutil unten durch:

Bevor Lewis Hamilton zusammen mit Vize-Weltmeister Jenson Button seinen neuen Chrompfeil für die Formel-1-Saison 2012 enthüllte, hatte ihm Sutil die Freundschaft gekündigt (Bericht).

"Lewis ist ein Feigling, ich will mit so jemandem nicht befreundet sein. Er ist für mich kein Mann", sagte Sutil der "Bild"-Zeitung nach seiner Verurteilung zu 18 Monaten auf Bewährung.

Bei dem Prozess gegen Sutil in München hatte Hamilton nicht persönlich als Zeuge ausgesagt, sondern nur schriftlich mitgeteilt, dass er nichts gesehen habe.

Dabei hatte er an jenem Abend im April 2011 gemeinsam mit Sutil in der besagten Disco in Schanghai seinen Sieg beim China-GP gefeiert.

Hamilton macht Scherze

Als McLaren am Mittwoch in seinem Hauptquartier in Woking vor den Toren von London als erstes der Top-Teams den neuen MP4-27 präsentierte und die Jagd auf Weltmeister Sebastian Vettel eröffnete, gab sich Hamilton ganz entspannt und war zu Scherzen aufgelegt.

"Felipe wird sehr froh sein", meinte Hamilton mit einer Anspielung auf seine zahlreichen Kollisionen mit Ferrari-Pilot Felipe Massa in der vorigen Saison über die neue Fahrzeugnase seines Boliden, die den Fahrern eine bessere Sicht auf den Frontflügel ermöglicht.

Auch der Rekordweltmeister bekam von Hamilton einen kleinen Seitenhieb 513730(DIASHOW: MP4-27: McLarens Zauberformel gegen Vettel).

Auf die Frage, ob die künftig präziseren Überholregeln mit nur noch einem Spurwechsel für die McLaren-Piloten ein Problem sein könnten, meinte er: "Für uns nicht, vielleicht für Michael Schumacher."

Jagd auf Vettel

Lieblingsgegner der McLaren-Piloten auf der Strecke soll aber Vettel werden.

"Wir haben nur ein Ziel", sagte Vize-Weltmeister Button, der wie Hamilton den Red-Bull-Piloten nach zwei Jahren an der Spitze der Königsklasse vom Thron stoßen will.

Bescheidenheit gab es auch bei Teamchef Martin Whitmarsh nicht. "Es ist keine Überraschung, dass wir beide WM-Titel gewinnen wollen. Das ist in jedem Jahr unser Ziel", sagte der Brite:

"Wir mögen es nicht, zu verlieren. Nach zwei Jahren auf Platz zwei sind wir schon ein bisschen frustiert."

"Das Auto sieht fantastisch aus"

Gemeinsam zogen die beiden Ex-Champions Button (2009) und Hamilton (2008) in Woking um 11.02 Uhr Ortszeit (12.02 Uhr MEZ) ein weißes Tuch von ihrem neuen Dienstwagen und gerieten gleich ins Schwärmen.

"Das Auto sieht fantastisch aus, das vielleicht raffinierteste Auto seit langem", meinte Hamilton. "Es ist ein sehr schönes Auto. Mal schauen, wie es sich auf der Strecke anfühlt", meinte Button.

Die ersten Testfahrten beginnen am 7. Februar in Jerez.

Vorher wird der Brite Oliver Turvey, neben Mercedes-DTM-Pilot Gary Paffett zweiter McLaren-Testfahrer, beim Roll-out im Rahmen eines Aerodynamik-Tests die ersten Meter mit dem neuen Auto fahren.

Mercedes lässt sich Zeit

In Jerez wird es das erste Aufeinandertreffen mit der Konkurrenz geben. Red Bull zeigt am kommenden Montag (6. Februar) erste Bilder vom RB8, der tags darauf in Südspanien mit Vettels Teamkollegen Mark Webber am Steuer die ersten Runden drehen wird.

Ferrari enthüllt die neue "rote Göttin" für Fernando Alonso und Massa schon am Freitag auf der Hausstrecke in Fiorano.

Allein Nico Rosberg und Rekordweltmeister Schumacher müssen noch ein zwei Wochen länger auf ihren neuen Silberpfeil warten.

Mercedes präsentiert das neue Auto erst zu Beginn des zweiten Tests am 21. Februar in Barcelona (NEWS: Alles zum Motorsport).

"In der Weiterentwicklung das stärkste Team"

In Jerez könne man schon erste kleine Eindrücke von den künftigen Kräfteverhältnissen bekommen, meinte Button.

"Man bekommt ein gutes Gefühl beim ersten Test", sagte der Brite: "Auch wenn ich im letzten Jahr nach dem ersten Test nicht gedacht hätte, dass wir Rennen gewinnen würden."

Insgesamt wurden es dann aber doch jeweils drei Siege für Button und Hamilton, weil McLaren sich immens steigerte.

"Wir sind in der Weiterentwicklung das stärkste Team", meinte Hamilton, der jetzt darauf hofft, zu Saisonbeginn näher an Vettels Red-Bull-Team zu sein.

Red Bull ist Favorit

Die "Bullen" sind für Button allerdings schon wieder Favorit.

"Sie werden wieder stark sein, schließlich haben sie in den letzten beiden Jahren die WM gewonnen. Wir konzentrieren uns auf das, was wir tun müssen", sagte er.

Button und Hamilton sind zwei von insgesamt sechs Weltmeistern, die 2012 in der Königsklasse antreten.

Neben ihnen und Vettel sind das noch Schumacher (Mercedes) und die beiden früheren McLaren-Piloten Fernando Alonso (Ferrari) und Rückkehrer Kimi Räikkönen (Lotus).

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