vergrößernverkleinern
Am Dienstag fallen die Hüllen bei Mercedes: Was ist dran am F1 W03? © getty

Vettels Team wundert sich, dass Mercedes den neuen Boliden noch nicht testet. "Sie verstecken was", ahnt Technikguru Newey.

München - Der psychologische Testsieger von Jerez heißt Mercedes. Und das nicht, weil die Silbernen mit ihren Jahreswagen an zwei der vier Testtagen die Topzeit in den Asphalt brannten. (SERVICE: Resultate aus Jerez)

Vielmehr beunruhigt die Konkurrenz, dass Michael Schumachers Team den neuen Boliden noch unter Verschluss hielt.

"Die müssen sich ziemlich sicher sein mit dem, was sie tun, wenn sie auf ein Drittel der Testtage verzichten", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner zu "Sport Bild".

Erst auf der zweiten Teststation in Barcelona will Mercedes den F1 W03 vom 21. bis 24. Februar zum Einsatz bringen.

"Etwas, das man schnell nachbauen kann"

"Ich gehe davon aus, dass sie etwas vor der Konkurrenz verstecken wollen", meint Technikchef Adrian Newey. "Und das muss etwas sein, das man schnell nachbauen kann. Denn sonst würden sie sich nicht so viel Mühe geben, es geheim zu halten."

Und auch Sebastian Vettels Boss Helmut Marko wundert sich: "Die scheinen irgendetwas Besonderes an der Front des Autos zu haben."

Während alle anderen Rennställe ihre Neuentwicklung mit mehr oder weniger buckliger Nase längst enthüllt haben, vermutet der Motorsportchef von Red Bull offenbar etwas Revolutionäres bei dem offenbar längst fertiggestellten Silberpfeil.

"Noch Potential nach oben" bei Vettel

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz setzt dagegen auf die eigene Stärke - und die von Champion Vettel.

"Er hat noch Potential nach oben, weil jetzt seine Erfahrung, seine Stabilität und seine Souveränität in verschiedenen Situationen zum Tragen kommen", hob Mateschitz den Doppel-Weltmeister im Fachmagazin "Speedweek" auf den Schild.

"Die Konzentration auf das Maximum in einer Qualifikationsrunde war schon bisher seine Stärke, aber er wird im Rennen noch stärker, weil er Ruhe und Überlegenheit ausspielen kann und die Komplexität des Sports insgesamt noch besser begreift", erläutert der Milliardär.

Mateschitz sieht Red Bull als Favorit

Trotz der Regeländerungen für die Saison 2012, die besonders die Stärken von Red Bull beschneiden, sieht Mateschitz sein Team auch in diesem Jahr noch als Messlatte (Vettel schwärmt von neuer Lady).

"Ich erwarte ähnliche Kräfteverhältnisse wie im Vorjahr", sagte der Österreicher, der in der vorigen Woche zu Vettels erstem Testtag extra mit dem Privatjet nach Jerez eingeflogen war .

"Die Vorteile, die wir anfangs letzter Saison hatten, verringerten sich immer mehr, dennoch hatten wir im Finale in Brasilien noch immer das beste Auto", sagte Mateschitz: "Und viel von den Vorteilen können wir übernehmen."

Das Ziel für 2012 ist für "Mr. Red Bull" klar: "Da haben wir eigentlich keine andere Wahl, als uns die Verteidigung beider WM-Titel vorzunehmen."

"Beide fangen wieder bei Null an"

Dem Australier Mark Webber traut Mateschitz eine bessere Saison als 2011 zu und erwartet einen engeren Kampf mit Vettel (DATENCENTER: Rennkalender 2012).

"Mark kann ihn sicher pushen. Beide fangen wieder bei Null an. Es wird sich zeigen, ob Sebastian wieder eine Dominanz aufbauen kann. Für das Team ist wichtig, dass beide schnell sind und mit gleichen Mitteln kämpfen", sagte Mateschitz.

[kaltura id="0_k5ws7pdc" class="full_size" title="Vettel stellt den RB8 vor"]

Toro-Rosso-Piloten als Webber Nachfolger

Als mögliche Nachfolger von Webber, der eventuell Ende 2012 seine Karriere beendet, sieht Mateschitz die beiden neuen Toro-Rosso-Piloten Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne als aussichtsreichste Kandidaten.

"Das Ziel ist zuerst, jemanden aus unserem Nachwuchsprogramm einzusetzen", sagte Mateschitz:

"Das ist ja auch ein Grund, warum wir die Fahrer bei Toro Rosso wechselten: Beide sind hochtalentiert und haben viel Potenzial. Aber die Frage stellt sich erst, wenn zum Beispiel Mark Webber Ende 2012 aufhören sollte."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel