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Michael Schumacher startete vor seinem Comeback bei 287 Grand-Prix-Rennen © getty

Als letztes Top-Team stellt Mercedes am Dienstag in Barcelona das neue Auto für Schumacher und Rosberg und vor.

Barcelona - Als letztes Top-Team stellt Mercedes beim Beginn der zweiten Formel-1-Testwoche in Barcelona ab Dienstag den neuen W03 von Nico Rosberg und Rekordweltmeister Michael Schumacher vor.

Mit dem Silberpfeil 2012 soll es zumindest in der Konstrukteurswertung von Platz vier weiter nach vorne gehen.

Einen ersten Eindruck konnten sich die beiden deutschen Piloten schon verschaffen.

Vergangenen Donnerstag saßen sie für jeweils 50 Kilometer bei privaten Filmdrehs auf der Strecke in Silverstone im Auto. "Michael und Nico waren zufrieden", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug (BERICHT: Unsichtbar beim Rollout).

Lieber länger Basisarbeit

Teamchef Ross Brawn hatte sich sehr bewusst für eine späte Präsentation entschieden, um so viel Zeit wie möglich in die Entwicklung des neuen Autos zu investieren.

"Es ist immer die gleiche Frage: Wie lange gibst du dem neuen Auto Zeit, sich zu entwickeln, bevor du es zusammenbaust. Gewisse Teile sind dann nämlich fix für den Rest des Jahres", erklärte Schumacher bei den ersten Testfahrten in Jerez (SERVICE: Resultate aus Jerez), wo Mercedes noch mit dem Vorjahresmodell unterwegs war:

"Wir wollten so lange wie möglich an der Basis arbeiten."

Newey wittert Taktik

Eine ähnliche Strategie hatte in früheren Jahren auch Red Bulls Design-Guru Adrian Newey erfolgreich praktiziert.

Vielleicht auch deshalb wittert der Brite, der Sebastian Vettels Weltmeister-Autos baut, Taktik hinter der späten Präsentation (BERICHT: Vettel schwärmt von neuer Lady).

"Ich habe von vielen Insidern gehört, dass ihr Auto längst fertig ist", sagte der 53-Jährige:

"Möglicherweise haben sie irgendwas Neues, was sie so lange wie möglich vor der Konkurrenz geheimhalten wollen."

Acht Testtage bis Saisonauftakt

Dass die drei in Jerez ausgelassenen Testtage am Ende fehlen könnten, befürchtet Schumacher nicht: "Wir haben gute Simulationsprogramme. Deshalb ist nicht jeder Kilometer nötig, um das Auto zuverlässig zu bekommen."

Nach einem Einrolltag am Montag hinter verschlossenen Türen stehen für Schumacher, der am Dienstag die offizielle Jungfernfahrt im neuen Silberpfeil übernimmt, und Rosberg noch insgesamt acht Testtage in Barcelona an (21. bis 24. Februar und 1. bis 4. März), bevor es zum Saisonauftakt nach Melbourne (18. März) geht (DATENCENTER: Rennkalender 2012).

Kleiner Nasenhöcker

Dass Mercedes trotz harter Arbeit und vielleicht der einen oder anderen neuen Idee - gemunkelt wird unter anderem von einem F-Schacht für den Frontflügel - auf einen Schlag von Position vier ganz nach vorne springen und ein Weltmeister-Auto an den Start schicken könnte, erwartet Schumacher nicht unbedingt:

"Wir müssen da langsam hinkommen, einen Schritt nach dem anderen machen."

Ob sein neues Auto schön ist oder wie die meisten Konkurrenten einen hässlichen Nasenhöcker trägt - auf ersten Fotos war zumindest ein kleiner erkennbar - ist Schumacher ziemlich egal.

"Für mich ist das, was auf der Uhr passiert, schön oder eben nicht schön", sagte er: "Wir müssen schauen, inwiefern wir unsere harte Arbeit auf dem Zeitenmonitor wiedererkennen können."

Personell kräftig aufgestockt

Mercedes hatte zuletzt personell kräftig aufgestockt und gleich mehrere frühere Technikchefs wie Bob Bell, Also Costa und Geoff Willis verpflichtet. Schumacher verriet aber schon, dass der neue Mercedes sich in Sachen Aerodynamik nicht sehr von der Konkurrenz unterscheiden wird.

"Alle außer McLaren haben hier eine ähnliche Philosophie. Unser Auto wird eher dem Strom entsprechen als völlig anders zu sein", sagte Schumacher.

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