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Kimi Räikkönen fuhr 2010 und 2011 um die Rallye-Weltmeisterschaft © imago

Räikkönen bemängelt die Quali-Performance seines Boliden. Ex-Champion Villeneuve sieht den Lotus-Piloten auf dem absteigenden Ast.

Von Björn Seitner

München - Lotus ist in dieser Saison die dritte Kraft in der Königsklasse.

Mercedes halten die Briten konstant auf Distanz. Sowohl Kimi Räikkönen wie auch Romain Grosjean fuhren jeweils zwei Mal aufs Podium.

Mit 55 beziehungweise 53 Punkten liegt das Duo in der Fahrerwertung auf Augenhöhe (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Alles im Lot bei Lotus könnte man also meinen. Doch Räikkönen ist mit einer Sache gar nicht zufrieden: dem Qualifying.

Quali-Bilanz spricht klar für Grosjean

Mit 2:5 spricht die Quali-Bilanz im internen Duell mit Grosjean klar gegen den Finnen. Der vierte Platz in Spanien war sein bisher bestes Samstags-Ergebnis (SERVICE: Die Quali-Duelle 2012).

"Ich war schon immer derjenige, der sich auf das Wichtigste konzentriert hat", so Räikkönen nach der Kanada-Quali lapidar.

Mit Rang zwölf am vergangenen Samstag war aber auch der 32-Jährige alles andere als zufrieden.

Auto im Rennen "viel besser"

"Die Quali war nicht gut, daran müssen wir arbeiten. Wenn man weiter vorne startet, kann man natürlich auch leichter in die Punkte fahren", so das Fazit des Weltmeisters von 2007.

Hinzu kam, dass der 18-malige Grand-Prix-Sieger im Qualifying mit einem Hydraulikproblem zu kämpfen hatte.

"Das Auto war im Rennen viel besser. Insgesamt hätten wir mehr aus diesem Wochenende machen können", erklärte der enttäuschte Räikkönen (571411DIASHOW: Bilder des Rennens in Montreal).

Villeneuve: Räikkönen könnte fallengelassen werden

Dass Youngster Romain Grosjean, der ohne seine oft zu ungestüme Fahrweise und den bisher drei selbstverschuldeten Ausfällen wohl deutlich vor Räikkönen liegen würde, den Finnen im Qualifying regelmäßig abhängt, ist für Jaques Villeneuve ein erstes Zeichen seines Abstiegs.

"Dass er im Bezug auf die reine Performance üblicherweise hinter Grosjean liegt, lässt mich glauben, dass Räikkönen bald fallengelassen werden könnte", erklärt der Champion von 1997 dem französischen Fachmagazin "Auto Hebdo".

Der Kanadier sieht die Schwäche grundsätzlich bei dem Lotus-Piloten und nicht beim schwarz-goldenen Boliden: "Wenn Hamilton, Alonso oder Vettel im Auto gesessen hätten, hätten sie vielleicht jedes Rennen gewonnen", so seine gewagte These.

Grosjean überrascht immer wieder

Während Räikkönen in Kanada nur Achter wurde, fuhr Grosjean mit einem überragenden zweiten Platz auf das Podest und brachte Lotus-Teamchef Eric Boullier ins Schwärmen.

"Er überrascht mich immer wieder. Ein harter Arbeiter, der zuhören kann. Er hat das Tempo und kann es über eine volle Renndistanz gehen", so der Franzose über seinen Landsmann und amtierenden GP2-Champion.

Bei Räikkönen, der sich in seinem zehnten Formel-1-Jahr befindet, hört es sich so an, als erfülle der Routinier vor allem die Funktion, das Team weiterzubringen: "Wir brauchen Kimis Hilfe, er hat einen anderen Fahrstil", meint Boullier.

"Kimi ist glücklich mit dem Team"

Auf die Villeneuve-Kommentare reagierte das Lotus-Team per Twitter: "Kimi ist glücklich mit dem Team, und das Team ist glücklich mit ihm."

Im Qualifying von Valencia (24. Juni) will Boullier jedenfalls angreifen: "Wir haben schon einige Ideen. Ich sage nicht, dass wir um die Pole-Position kämpfen werden, aber wir werden uns definitv weiter vorne platzieren."

Sollte das auch Räikkönen gelingen, wäre sicher auch der verschnupfte Iceman wieder besser gelaunt.

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