"Megafortschritt": Rosberg träumt vom Titel
Von Felix Götz
München - Insgesamt 67 Punkte hat Nico Rosberg von den Grands Prix in China, Bahrain, Spanien, Monte Carlo und Kanada mitgenommen.
Damit ist der Mercedes-Pilot gemeinsam mit Weltmeister Sebastian Vettel der erfolgreichste Fahrer der vergangenen fünf Rennen und liegt mit 21 Zählern hinter dem WM-Führenden Lewis Hamilton auf Rang fünf ( DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).
Kein Wunder also, dass der 26-Jährige nur so vor Selbstvertrauen strotzt. "Ich habe das Gefühl, bei jedem Rennen gewinnen zu können", sagte Rosberg.
Selbst der WM-Titel ist für den Wiesbadener, der mit null Zählern aus den ersten beiden Rennen einen schwachen Saisonstart erwischt hatte, ein Thema: "Alles ist möglich."
Platz sechs in Montreal
Beim letzten Grand Prix in Montreal reichte es für den WM-Siebten von 2011 zwar nur zu Platz sechs, dennoch ist er von seinem Mercedes-Boliden überzeugt (DIASHOW: Bilder des Rennens in Montreal).
"Kanada war zwar ein kleiner Rückschritt", so Rosberg: "Aber wir haben absolut das schnellste Auto."
Ob Mercedes tatsächlich das schnellste Auto hat, darf allerdings bezweifelt werden.
Nur in Monaco erreichte Rosberg die höchste Geschwindigkeit aller Piloten und nur bei seinem ersten und einzigen Grand-Prix-Sieg in Schanghai holte er im Qualifying die Pole.
Sieg in Valencia?
Dennoch ist Rosbergs Optimismus insgesamt begründet. Die Ergebnisse sprechen für ihn und seinen Boliden.
Deshalb reist der frühere Williams-Pilot am kommenden Wochenende auch hoch motiviert zum Europa-Grand-Prix nach Valencia.
"Wir können in Valencia gewinnen", sagte Rosberg dem "Motorsport-Magazin": "Das Streckenlayout ähnelt jenem von Kanada und sollte unserem Auto entgegenkommen."
"Haben Megafortschritte gemacht"
Große Probleme hatte Mercedes zu Saisonbeginn mit den Reifen gerade bei hohen Temperaturen. Und beim Rennen auf dem Valencia Street Circuit ist es traditionell sehr heiß.
Für Sonntag sagen die Meteorologen 30 Grad Celsius voraus. Gut möglich, dass die Streckentemperatur dann über 40 Grad beträgt.
Ein Problem? "Nein", glaubt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Nicos Rennen und seine Rundenzeiten in Kanada bei Streckentemperaturen von über 40 Grad haben gezeigt, dass unser Auto bei entsprechender Abstimmung gut mit solchen extremen Gegebenheiten zurechtkommen kann."
Rosberg stimmte seinem Chef zu: "Wir haben gerade in dieser Hinsicht Megafortschritte gemacht."
Schumi ist optimistisch
Bei Rosberg sieht es also gut aus. Aber was ist mit Michael Schumacher, dem angesichts von fünf Ausfällen in sieben Rennen das Pech in dieser Saison bisher regelrecht an den Reifen zu kleben scheint ( BERICHT: Ausfall-König Schumi).
"Ich bin sicher, dass wir alle besonders motiviert sind, nachdem Kanada nicht so lief, wie wir es uns erhofft hatten", meinte Schumi.
Und der Rekordweltmeister weiter: "Die Devise zuletzt war: Ärmel hochkrempeln. Das beherzigen alle im Team, sodass wir guten Mutes nach Valencia fahren können."
Auto endlich zuverlässig?
Den Mercedes-Verantwortlichen ist es mittlerweile offenbar schon peinlich, dass sie Schumacher von Rennen zu Rennen in einem Auto auf die Strecke schicken, das jederzeit den Geist aufgeben kann.
Zuletzt entschuldigten sie sich gleich mehrfach beim 43-Jährigen.
Deshalb forderte Haug von seiner Crew: "Wir müssen bei Michaels Auto die gleiche Zuverlässigkeit sicherstellen, die wir in diesem Jahr an Nicos Auto erlebt haben." (DIASHOW: Schumis Knockouts)
Bei mageren zwei Pünktchen wird es dafür aber auch wirklich langsam Zeit.