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Der Brite Lewis Hamilton wurde 2008 Weltmeister in der Formel 1 © getty

Der 27-Jährige feiert ausschweifend und verärgert Ecclestone sowie seinen Rennstall. Updates sollen für einen Aufschwung sorgen.

Von Felix Götz

München - Das Heimrennen in Silverstone war für McLaren mit Rang acht für Lewis Hamilton und dem zehnten Platz von Jenson Button eine riesige Enttäuschung.

Anschließend sorgte Hamilton auch noch für Wirbel.

Der 27-Jährige hatte sich in London im Rapper-Outfit mit gestrecktem Mittelfinger ablichten lassen, danach wurde laut übereinstimmenden Medienberichten offenbar eine ausschweifende Party in einer noblen Hotelsuite gefeiert.

Seither geistert sein Name permanent durch die englischen Boulevardblätter.

Laut "The Sun" brachte ihm die Aktion nicht nur Ärger mit Freundin Nicole Scherzinger, sondern auch mit McLaren und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ein.

Der 81-Jährige hält Hamiltons Lebenswandel laut "Daily Mail" für "ein Desaster".

Ist der Manager schuld?

Einen Schuldigen hat Ecclestone bereits ausgemacht - Simon Fuller, der vor gut einem Jahr Hamiltons Vater Anthony als Manager des Rennfahrers ablöste.

"Ich glaube, er ist Menschen in die Hände gefallen, die nicht gut für ihn sind", wird Ecclestone zitiert: "Als sein Dad noch auf ihn aufgepasst hat, hat das Lewis nicht geschmeckt. Er hat nicht gewürdigt, was für eine große Hilfe sein Vater war."

Nun wird sogar darüber spekuliert, ob Hamiltons Verhalten McLaren davon abhalten könnte, den am Saisonende auslaufenden Vertrag mit dem Briten zu verlängern.

Eine endgültige Entscheidung darüber könnte bereits in der nach dem Ungarn-Grand-Prix beginnenden Sommerpause fallen.

Großer Rückstand auf Alonso

Sicher ist jedenfalls, dass McLaren aufgrund der schlechten sportlichen Situation derzeit genügend andere Probleme zu lösen hat.

Hamilton liegt auf Platz vier der WM-Fahrerwertung, sein Rückstand auf den Führenden Fernando Alonso beträgt 37 Zähler. Button hat sogar 79 Punkte weniger als der Ferrari-Pilot auf dem Konto (DATENCENTER: Der WM-Stand).

Das große Problem ist neben teils schlechten Boxenstopps und so manchem Fahrer-Fehler, dass der MP4-27 insgesamt einfach nicht konstant schnell genug ist (BERICHT: McLaren ohne Speed und ohne Ideen).

Kein grundsätzliches Desaster

"Natürlich waren zuletzt einige Teams schneller als wir", räumte der technische Direktor des britischen Rennstalls, Paddy Lowe ein.

Allerdings wehrte er sich auch gegen die zuletzt stärker aufkommende Kritik: "Aber man kann nicht sagen, dass das Auto grundsätzlich ein Desaster ist."

Lowe hält die Konstanz für das Hauptproblem und verweist zurecht darauf, dass die Boliden in Silverstone zumindest auf Regenreifen einen sehr ordentlichen Eindruck hinterließen.

Bringen Updates die Wende?

Trotzdem soll sich nun etwas zum Positiven entwickeln, möglichst schon beim Deutschland-Grand-Prix in Hockenheim am kommenden Sonntag.

"Wir verfolgen ein großes Update-Programm für die nächsten beiden Rennen. Das wird sehr hektisch, denn vor der Sommerpause wird jeder noch einmal einen Gang zulegen", erklärte Lowe.

Der Plan: In Hockenheim soll eine "am Heck deutlich veränderte Karosserie" zum Einsatz kommen. Eine Woche später beim Ungarn-Grand-Prix in Budapest werden dann "Updates an der Röhre" auf die Strecke gebracht.

"Wir sind fest entschlossen, unsere aggressive Entwicklungsstrategie über den Sommer weiter fortzuführen", kündigte Teamchef Martin Whitmarsh an: "Außerdem möchten wir den Rückstand auf die WM-Spitze noch vor der Sommerpause verkürzen."

"Unsere Möglichkeiten nutzen"

Button sieht es ähnlich wie sein Boss: "Nach den enttäuschenden Rennwochenenden ist es wichtig, dass wir in Deutschland und Ungarn unsere Möglichkeiten nutzen."

Der 32-Jährige will im zehnten Grand Prix der Saison endlich mal wieder "das Optimum aus dem Auto herausholen".

"Die Rennen in Valencia und Silverstone spiegeln nicht unsere wahre Pace wieder", so Button.

Jubiläum für Hamilton

Hamilton hat beim Rennen in Baden-Württemberg übrigens erneut einen Grund zu feiern - er bestreitet den 100. Grand Prix seiner Formel-1-Karriere.

"Das ist unglaublich", sagte er dazu: "Es kommt mir wie gestern vor, dass ich mein erstes Rennen bestritten habe."

McLaren wird hoffen, dass nach dem Deutschland-Grand-Prix die englischen Zeitungen erneut voll mit Bildern von Hamilton sind. Nur der Grund sollte diesmal ein anderer sein.

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