Schumi heiß auf Hockenheim: "Anlass zum Feiern geben"
Von Felix Götz
München - Bei einem von seiner Frau Corinna veranstalteten Turnier im Western-Reiten musste sich Michael Schumacher am Wochenende noch mit Platz zwei hinter der Pop-Sängerin Sarah Connor begnügen.
Läuft es für den Rekord-Champion am kommenden Sonntag beim Deutschland-Grand-Prix auf dem Hockenheimring besser?
Sicher ist nur: Schumi, 2006 im Ferrari bisher letzter deutscher Sieger auf der badischen Rennstrecke, hat beim Mercedes-Heimrennen viel vor ( BERICHT: Schumi "noch nicht gesättigt").
"Wir werden hoffentlich viele Mercedes-Mitarbeiter auf den Tribünen haben, die wir extra-glücklich machen wollen", sagte der 43-Jährige, der zwar keinen Heimvorteil, aber durchaus Heimatgefühle erwartet.
Und weiter: "Wir haben uns fest vorgenommen, dass wir allen über das Wochenende Anlass zum Feiern geben werden."
Zu wenig Punkte
Nach dem nicht zufriedenstellenden Auftritt in Silverstone mit Platz sieben für Schumacher und Rang 15 für Nico Rosberg brauchen die Silberpfeile mehr denn je möglichst viele Punkte.
Schließlich sind die 23 Zähler, die Schumacher als Zwölfter in der WM-Fahrerwertung auf der Habenseite hat, ausbaufähig ( DATENCENTER: Der WM-Stand).
Und auch die 75 Punkte des sechstplatzierten Rosberg bedeuten bereits einen Rückstand von 54 Zählern auf den Führenden Fernando Alonso.
"Strecke sollte uns liegen"
Schumacher ist zuversichtlich, dass der Abstand bald verringert werden kann: "Wir sind in diesem Jahr zum ersten Mal als Mercedes-Werksteam in der Lage, immer wieder mal da vorne rein zu fahren."
Bei Mercedes sind sich alle einig, dass die Hochgeschwindigkeitsstrecke in Hockenheim mit ihren beiden schnellen Kurven und den zahlreichen Überholmöglichkeiten dem Team entgegenkommt.
"Die Strecke sollte uns zumindest mehr liegen als Silverstone", meinte Rosberg.
Rosbergs emotionale Erlebnisse
Der frühere Williams-Pilot verbindet mit dem Hockenheimring große Emotionen, die er als zehnjähriger Knirps gemeinsam mit seinem Vater Keke erleben durfte.
"Ich werde das letzte DTM-Rennen meines Vaters dort im Jahr 1995 niemals vergessen", erklärte Rosberg:
"Ich saß mit ihm auf dem Dach seines Autos und fuhr durch das Motodrom. In diesem Moment entschloss ich mich, wie er Rennfahrer zu werden."
Mercedes mit mehreren Updates
Der anstehende Grand Prix ist also weder für Rosberg noch für Schumacher ein Rennen wie jedes andere.
Und um den Fahrern ein positives Ergebnis zu ermöglichen, werden mehrere Updates eingeführt.
Um welche Neuerungen es sich konkret handelt, wollte Mercedes aber noch nicht verraten.
Brawn fordert mehr Konstanz
Sicher ist nur, welche Wirkung sich Mercedes davon verspricht - nämlich mehr Konstanz.
Schumacher blieb in fünf von neun Rennen ohne Punkt, Rosberg ging drei Mal leer aus. Für den Geschmack der Verantwortlichen sind das deutlich zu viele Ausfälle.
"Unsere Formkurve war zuletzt ein Auf und Ab", stellte Teamchef Ross Brawn fest: "Wir müssen hart daran arbeiten, unsere Konstanz und Wettbewerbsfähigkeit an der Spitze des Feldes zu steigern."
Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug gibt die Richtung ganz klar vor: "Wir wollen an die Leistungen anknüpfen, die wir bei Nicos Sieg vor drei Monaten in China, einen Monat später mit Rang zwei in Monaco und bei Michaels Podiumsplatz beim vorletzten Rennen in Valencia gezeigt haben."