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Red Bull führt zu Saison-Halbzeit die Team-Wertung vor Ferrari und McLaren an © getty

Noch vor dem Ungarn-GP präzisiert der Weltverband das Motoren-Reglement. Der Hockenheim-Kniff der Bullen wird verboten.

Von Tobias Wiltschek

München - Den Mechanikern von Red Bull steht am Rande von Budapest ein stressiges Wochenende bevor.

Das umstrittene Motormapping, mit dem das Team von Weltmeister Sebastian Vettel noch am vergangenen Wochenende in Hockenheim angetreten war, ist für den Grand Prix von Ungarn (Freies Training, Fr., ab 10 Uhr im LIVE-TICKER) verboten worden.

Das bestätigte der Automobil-Weltverband FIA laut "BBC" in einer Reglementklarstellung.

Anpassung an die Kurse

Bislang wurde es den Teams erlaubt, ihre Motoreneinstellung den jeweiligen Kursen anzupassen. Jetzt ist genau festgelegt worden, wie groß diese Anpassung sein darf.

Die Rennställe müssen eines der Motorenmappings der ersten vier Saisonrennen als Referenz nominieren. Von dieser Referenz wiederum darf das maximale Drehmoment um nicht mehr als zwei Prozent abweichen.

Diese Präszisierung klingt kompliziert. Doch damit ist es der FIA gelungen, ein Schlupfloch zu schließen, durch das Red Bull am vergangenen Wochenende in Hockenheim noch hindurchschlüpfen konnte.

Künstliche Reduzierung

Auch beim Deutschland-GP wurde der neueste Technik-Kniff von Chefdesigner Adrian Newey zunächst für regelwidrig erklärt, weil durch die künstliche Reduzierung des Drehmoments der Diffusor angeblasen werde, was zusätzlichen Abtrieb bringt.

Dies war bereits im vergangenen Jahr ein großes Streitthema und wurde zu Beginn der laufenden Saison verboten.

In Hockenheim hatten die Rennkommissare in letzter Sekunde doch noch das Okay für das Motorenmapping gegeben, weil die Regeln in diesem Bereich noch nicht genau genug festgelegt waren.

Formel-1-Experte Hans-Joachim Stuck hatte schon vor der Klarstellung bei SPORT1 gefordert: "Regeln sind dazu da, eingehalten zu werden. Sonst braucht man keine Regeln zu machen.

Red Bull zurückgepfiffen

Allerdings räumte er auch ein: "Man kann sie bis zu einem gewissen Punkt ausschöpfen." Die "Bullen" sind nun offensichtlich schon zum dritten Mal in der laufenden Saison über diesen Punkt hinausgeschossen.

Schon die Löcher im Unterboden und eine illegalen Luftführung in den Radnaben hatten die FIA-Regelhüter nachträglich verboten.

Diese aktuelle Umrüstung sollte zwar relativ leicht durchzuführen sein, doch die Arbeiten würden für den Rennstall aus Milton Keynes in der Vorbereitung auf den letzten GP vor der Sommerpause eine zusätzliche Belastung bedeuten.

Marko: "Innerhalb des Reglements"

Bei Red Bull war man vor der Klarstellung noch davon ausgegangen, die Motoreneinstellungen nicht ändern zu müssen und verwies auf die Starterlaubnis in Hockenheim.

"Wir sind nicht aus Mangeln an Beweisen freigesprochen worden, sondern weil wir innerhalb des Reglements sind", betonte Team-Berater Helmut Marko bei "Servus TV". Außerdem gehe es nicht an, dass man von heute auf morgen sage: "Einmal machen wir es grün, einmal machen wir es blau."

Die FIA folgte dieser Argumentation nicht.

Vettel will zurückschlagen

Weltmeister Vettel will sich derweil von solchen Diskussionen nicht von seinem Ziel abbringen lassen, im Kampf um die WM-Krone zurückzuschlagen.

"Wir werden uns für die nächsten Rennen noch mehr ins Zeug legen und darauf achten, nichts mehr zu tun, was unsere Platzierung auch nur irgendwie gefährden würde", erklärte der Heppenheimer (BERICHT: Vettel muss Strafe akzeptieren).

44 Punkte hinter Alonso

Vettel liegt in der WM-Wertung als Dritter schon 44 Punkte hinter Spitzenreiter Fernando Alonso, nachdem er wegen eines unerlaubten Überholmanövers gegen Jenson Button beim Deutschland-GP noch auf Platz fünf zurückgestuft wurde.

Gleichwohl kündigte er an, noch ein bisschen aggressiver zu fahren. Dabei muss er wieder ohne den neuesten Techniktrick von Adrian Newey auskommen.

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