Red-Bull-Krise: Neweys Befürchtungen werden wahr
Von Florian Pertsch
München - Die Dominanz ist dahin, die Bilanz ernüchternd. Nach der sensationellen Weltmeister-Saison im vergangenen Jahr ist Red Bull zurück auf dem Boden der Tatsachen.
Designer Adrian Newey macht die vielfachen Regeländerungen vor und während des Jahres dafür verantwortlich und erklärt, dass das Team bereits vor dem Start der Saison arge Bedenken hatte. ( DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)
"Es läuft in etwa so, wie wir es vor der Saison befürchtet hatten", erklärte gegenüber "Autosport.com".
Diffusor-Regelung trifft Red Bull hart
Vor allem die Reglementierungen im Bereich des Auspuffs treffen Red Bull hart, denn auf diesem Terrain war der Rennstall der Konkurrenz haushoch überlegen.
"Da wir die Technologie rund um den abgasangeblasenen Diffusor in den vergangenen zwei Jahren ziemlich stark genutzt haben, hat uns dies ziemlich hart getroffen", so Newey.
Satter Vorsprung für Alonso
Hinzu kommt die Einschränkung der Flexibilität am Frontflügel und schon steht für das Team aus Milton Keynes eine ausbaufähige erste Hälfte der Saison zu Buche.
Zwar liegen Mark Webber (124 Punkte) und Sebastian Vettel (122) auf Platz zwei und drei der Fahrerwertung, doch Fernando Alonso im Ferrari hat bereits 40 Punkte Vorsprung auf das Bullen-Duo. (DIASHOW: Die Zwischenzeugnisse)
Dahinter formieren sich bereits die hungrigen Verfolger. Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes lauert nur fünf Punkte hinter Vettel auf einen Fehler des Deutschen, und auch Iceman Kimi Räikkönen bleibt im Lotus auf Schlagdistanz zu Red Bull.
Vorteil wandelt sich zum Nachteil
Zwar gelten die Regeländerungen für alle Teams, doch die weit vorangeschrittene Entwicklungsstufe im Bereich des Diffusors wandelt sich für Red Bull nun vom Vorteil zum Nachteil.
"Wir haben es länger genutzt, als alle anderen. Es hat eine Weile gedauert, um zu verstehen, was wir tun müssen, damit wir uns davon erholen", beschreibt Newey den Prozess bei Red Bull.
Selbst Änderungen, die zunächst nur als minimales Problem eingeschätzt wurden, erweisen sich aktuell als großer Hemmschuh für das Team.
Motormapping problematisch
Nach den umstrittenen Einstellungen des Motorenmappings in Hockenheim wurde vor dem Rennen am Hungaroring auch hier eine Modifizierung vorgenommen, was Webber vor dem Start zur Marginalie degradiert. Es würde nicht mehr als 0,001 Sekunden Unterschied ausmachen spottet der Australier.
Vettel fuhr seine Abbey zwar auf den vierten Rang, doch es ist offensichtlich, dass der Deutsche den Rennspeed von Mercedes und Lotus nicht mithalten kann.
Auch hier muss Newey ein Umdenken eingestehen: "Wir haben mit Renault gearbeitet und wurden plötzlich mit einer Klarstellung konfrontiert, die auf einer anderen Interpretation als unserer beruhte. Das ist jetzt unsere Situation, jetzt müssen wir von vorne anfangen und uns etwas Neues überlegen."