Mercedes-Ausstieg? "Das Beste oder nichts"
Von Felix Götz
München - Der Belgien-Grand-Prix (Qualifying, Sa. ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) steht vor der Tür, und die Statistiker streiten sich.
Fährt Michael Schumacher in Spa tatsächlich sein 300. oder aufgrund eines Ausfalls in der Einführungsrunde in Frankreich 1996 erst sein 299. Rennen?
Die FIA hat sich eingeschaltet, Rennleiter Charlie Whiting eine offizielle Untersuchung angeordnet.
Bedeutender ist ein anderes Thema, das in den Fokus rückt. Es gibt erneut Gerüchte um einen Formel-1-Ausstieg von Mercedes.
Bald nur noch Motorenlieferant?
Derzeit scheint von einer Umstrukturierung des Mercedes-GP-Teams zu einem reinen Motorenlieferanten bis hin zu einem kompletten Ausstieg alles möglich.
Mercedes-Boss Dieter Zetsche bekräftigte einmal mehr, dass man sich an die Statuten des Daimler-Konzerns halten werde.
Darin heißt es sinngemäß: "Daimler duldet keine unmoralischen oder korrupten Praktiken durch Mitarbeiter oder seitens der Geschäftspartner."
Wird Formel-1-Boss Bernie Ecclestone also aufgrund der Schmiergeldaffäre rund um den Ex-Banker Gerhard Gribkowsky der Bestechung angeklagt, dann müsste Ecclestone seinen Posten räumen oder Mercedes müsste sich zurückziehen.
Zetsche zitiert Gottlieb Daimler
Nun berichtet die "tz" allerdings, dass der Mercedes-Konzernzentrale die Schmiergeldaffäre willkommen sei, weil den Verantwortlichen dort ein Formel-1-Ausstieg gar nicht ungelegen käme.
Ein wichtiger Grund: Der sportliche Erfolg lässt auf sich warten. "Wir können nicht zufrieden sein", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.( DATENCENTER: WM-Stand Teams)
Zetsche zitiert gerne den Konzerngründer: "Wir orientieren uns an der Maxime von Gottlieb Daimler: 'Das Beste oder nichts'."
Zwei Ausstiegs-Hinweise?
Auf einen Ausstieg könnten zwei weitere Dinge hindeuten.
Erstens hat Mercedes das neue Concorde Agreement, das den Konzern bis 2020 an die "Königsklasse" binden würde, noch nicht unterschrieben.
Zweitens wurde der am Saisonende auslaufende Vertrag von Schumacher noch nicht verlängert.
AMG könnte übernehmen
Allerdings bringt die "tz" eine weitere Alternative ins Spiel.
Demnach könnte AMG, die Hundertprozent-Daimler-Tochter aus Affalterbach, das Formel-1-Team übernehmen.
Der bisherige Chef der Formel-1-Motorenfabrik in Brixworth, Thomas Fuhr, soll in diesem Fall Ross Brawn als Teamchef ersetzen.
Hamilton für Schumi?
Angeblich würde es zu weiteren spektakulären personellen Änderungen kommen.
Schumi könnte anscheinend als Co-Teamchef fungieren. Und als Fahrer wären Nico Rosberg und der derzeitige McLaren-Pilot Lewis Hamilton am Start.
Noch, so will die "tz" erfahren haben, wehren sich Schumacher und Brawn dagegen.