"Die Leute gehören gefeuert": Danner ätzt gegen Mercedes
München - Für Formel-1-Experte Christian Danner benötigt Mercedes für Erfolg in der Königsklasse mehr als nur den Fahrerwechsel von Michael Schumacher zu Lewis Hamilton und den neuen Aufsichtsrats-Chef Niki Lauda.
"Die Leute, die dieses Auto gebaut haben, gehören eigentlich alle gefeuert", sagte der "RTL"-Kommentator der "Bild"-Zeitung und begründete nach den bisher enttäuschenden Saisonergebnissen seine Forderung nach Konsequenzen:
"Es geht doch nicht, dass man ein Dreivierteljahr in der Welt herumfährt und dann feststellt, dass man so schnell ist wie ein Toro Rosso!"
Hinter den eigenen Ansprüchen
Die mit großen Erwartungen in die Saison gestarteten Silberpfeile hinken den eigenen Ansprüchen hinterher .
Nico Rosberg ist im Moment nur Siebter der Fahrerwertung. Rekordweltmeister Schumacher, der nach seiner Ausmusterung bei den Schwaben seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt hatte, rangiert sogar nur auf Platz 13 ( BERICHT: Schumi macht Schluss).
In der Teamwertung muss sich Mercedes im Kampf um Platz fünf gegen den Angriff des kleinen Privat-Rennstalls Sauber wehren.
Danner erwartet hartes Durchgreifen
Danner erwartet, dass Ex-Weltmeister Lauda nach der Ernennung zum Aufsichtsrats-Chef des Teams als neuer starker Mann hart durchgreift.
"Niki Lauda weiß ganz genau, was er sich da mit Mercedes vorgenommen hat. Er ist dafür verantwortlich, die nächsten Entscheidungen zu treffen", sagte der ehemalige Formel-1-Pilot: "Und die nächsten Entscheidungen werden in erster Linie Personalentscheidungen sein."
Haug: "Nie ohne Druck"
Für Mercedes-Sportchef Norbert Haug ist der zuletzt gestiegene Druck auf das Team keine neue Situation. "Das Team hat immer Druck, es gab nie eine Zeit ohne Druck", sagte er am Rande des Grand Prix von Japan:
"Unter Druck entstehen Diamanten, er wird uns nach vorne bringen. Für mich ist Druck nicht erdrückend, sondern gut. Wir müssen und werden unseren Weg systematisch und Schritt für Schritt gehen, um den Rückstand auf die Spitze weiter zu verkürzen."
Auf diesem Weg setzt Haug ganz besondere Hoffnungen in den als Schumacher-Nachfolger verpflichteten Ex-Champion Hamilton.
Optimistischer Sportchef
"Wir erwarten, dass er unseren Aufbau weiter voranbringt, dass er weiterführt, was Michael gemeinsam mit Nico angefangen hat. Wir werden uns so aufstellen, dass wir unsere Ziele erreichen", sagte Haug:
"Die haben wir bisher verfehlt, es muss deutlich vorangehen. Diesen Prozess werden wir konsequent verfolgen. Und mit Lewis haben wir für Michael einen guten und kompetenten Nachfolger gefunden."