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Sebastian Vettel gewann 26 seiner 101 Formel-1-Rennen © imago

Das Verbalduell zwischen Red Bull und Ferrari geht weiter. Bei einem Event in Graz stichelt Motorsport-Chef Marko gegen Alonso.

Von Marc Ellerich

München - Die verbalen Scharmützel zwischen den WM-Konkurrenten Ferrari und Red Bull gehen eine Woche nach dem Saisonfinale der Formel 1 in Brasilien weiter ( 643852 DIASHOW: Das Rennen in Bildern ).

Einen Tag, nachdem der Automobil-Weltverband FIA den Flaggen-Streit (Bericht) um ein vermeintlich illegales Überholmanöver des frischgebackenen Weltmeisters Sebastian Vettel zugunsten des Deutschen beendete, schoss Red Bulls Motorsport-Beauftragter Dr. Helmut Marko vergiftete Pfeile in Richtung Ferraris.

Bei einem Show-Event des Teams in Markos Heimatstadt Graz stichelte dieser gegen Vettels WM-Widersacher Alonso und sein Team ( 646497 DIASHOW: Showevent in Graz ).

"Wenn ich mir die letzten Rennen so anschaue, dann scheint er etwas Probleme zu haben, wenn er nicht gewinnt. Er entwickelt dann unglaublich politische Fähigkeiten", sagte Marko in der Aula der Grazer Uni.

Marko giftet gegen Alonso

Der Österreicher spielte damit auf die diversen Tricks und Kniffe an, mit denen Ferrari im spannenden Saisonfinale versucht hatte, Vettel und Red Bull zu verunsichern.

Dazu gehörten Twitter-Sprüche, kuriose Fotos, aber auch Alonsos Behauptung, Ferrari kämpfe nicht gegen Vettel sondern das Auto von Red Bulls Aerodynamik-Genie Adrian Newey.

Auch hier kassierte der Spanier eine giftige Replik Markos.

"Es gibt scheinbar verschiedene Wissensstände über die Qualität des Herrn Vettel. Unser spanischer Widersacher scheint da nicht ganz auf dem Laufenden zu sein", sagte Marko:

"Wir wussten immer, dass Vettel überholen kann, das Vettel Nervenstärke beweist und dass Vettel zwar in einem Newey-Auto fährt, aber auch das scheint ihm entgangen zu sein: Wir haben zwei Newey-Autos am Start und letztlich ist es immer Vettel, der gewinnt." ( 644318 DIASHOW: Vettels Weg zum Titel )

[kaltura id="0_uplyv60o" class="full_size" title="Zwischen Party und Vertrags Verwirrung"]

Marko fand aber auch versöhnliche Worte für Alonso. Dieser zähle neben Vettel und Hamilton "zu den schnellsten Piloten, die derzeit in der Formel 1 unterwegs sind." Er gebe niemals auf.

Vettel konnte sich nicht erinnern

Auch Triple-Champion Sebastian Vettel berichtete in Graz über das strittige Manöver von Sao Paulo, das Ferrari von der FIA geklärt wissen wollte (DATENCENTER: WM-Endstand Fahrer).

Er habe einen Anruf seines Teamchefs Christian Horner erhalten, in dem dieser von Ferraris Anfrage bei der FIA berichtete.

Er habe sich an die strittige Szene zunächst gar nicht erinnern können, so Vettel.

Horner kontaktiert

Erst einen Tag später sei ihm der Vorfall wieder eingefallen und er habe Horner umgehend kontaktiert.

"Da war links ein Streckenposten, der die Grüne Flagge geschwenkt hat. 100 Prozent. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer", schilderte Vettel seine Sicht der Szene aus der vierten Runde, in der er Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne verbotener Weise überholt haben soll, während eine Gelbe Flagge geschwenkt wurde.

Gelbe Flaggen signalisieren eine Gefahrensituation. Sie zu ignorieren zieht eine Zeitstrafe nach sich.

Vettel weiter: "Im ersten Moment wusste ich es nicht mehr, weil doch ziemlich viel passiert ist in dem Rennen. Im Nachhinein habe ich mich aber daran erinnern können."

Auch Ferrari rudert mittlerweile zurück. "Es war nicht unsere Absicht die Leistung des Titelträgers zu schmälern, aber es war unser Recht die Sachverhalt komplett aufzuklären", sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali.

Titel noch nicht realisiert

Seinen dritten Titel in Serie als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte habe er indes noch nicht vollends realisiert, berichtete Vettel:

"Ich glaube, das dauert noch ein bisschen. Es ist aber schon unglaublich, wenn man zurückschaut. Die Tatsache, dass es nur zwei Fahrer (Michael Schumacher und Juan Manuel Fangio, d. Red.) vorher geschafft haben, zeigt, wie besonders es ist."

Vettel trug sich in Graz ins Goldene Buch der Stadt ein und drehte anschließend ein paar Showrunden im RB8.

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